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Anfrage der SPD-Fraktion

Hoffnung auf Fahrradbrücke am Verfassungsplatz – SPD-Stadtrat Werner Schmoll lässt nicht locker – „Riesiges Betonbauwerk politisch nicht vermittelbar“

Hoffnung auf Fahrradbrücke am Verfassungsplatz – SPD-Stadtrat Werner Schmoll lässt nicht locker – „Riesiges Betonbauwerk politisch nicht vermittelbar“
Der Verfassungsplatz soll für Fahrradfahrer sicherer werden. Foto: goodnews4-Archiv

Bild Nadja Milke Bericht von Nadja Milke
24.08.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Bei seinem Einsatz für die Radfahrer in Baden-Baden lässt SPD-Stadtrat Werner Schmoll nicht locker. Nachdem die Stadtverwaltung letzte Woche bekanntgab, dass sie sich mit einer Fahrradbrücke am Verfassungsplatz bei einem Förderprogram des Bundesverkehrsministeriums beworben hat, stellt Werner Schmoll Fragen an den zuständigen Ersten Bürgermeister Alexander Uhlig.

In einem Schreiben an Alexander Uhlig stellt der Stadtrat die Frage ob «die Formulierung in Ihrer Presseerklärung zur Bewerbung der Stadt» bedeute, «dass Sie den Brückenideen von Herrn Neininger näher treten wollen?».

Werner Schmoll befürchtet, dass «am westlichen Innenstadteingang, kurz vor dem Festspielhaus, ein riesiges Betonbauwerk entstehen soll». Dies halte er «politisch für nicht vermittelbar, gerade wenn man weiß, dass es eine Alternative gibt, die wesentlich billiger ist und sich fast unsichtbar in die bestehende Landschaft einfügt». Und er erinnert an einen Antrag seiner Fraktion als Ideengeber des ADFC für eine Fahrradbrücke am Verfassungsplatz.

Die Stadt Baden-Baden bewirbt sich beim Bundesverkehrsministeriums mit einem «Modellvorhaben als ‘Leuchttürme des Radverkehrs’» in Abstimmung mit dem ADFC mit «einer fahrradgerechten und barrierefreien Kreuzungslösung am Verfassungsplatz mit einem Brückenbauwerk». goodnews4.de berichtete.

Die Anfrage von Werner Schmoll im Wortlaut:

Anfrage: Modellvorhaben „Leuchttürme des Radverkehrs“/Fahrradbrücke am Verfassungsplatz

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Uhlig,

wir begrüßen die Initiative der Verwaltung sich um Fahrrad-Fördermittel des Bundes bewerben zu wollen, mit denen ein mehr als zwei Jahre zurückliegender SPD-Antrag zum Bau einer Radfahrer-Brücke beim Verfassungsplatz umgesetzt werden könnte.

Unser Antrag sah vor, dass ein Fahrradweg über eine langgezogene Rampe entlang der B 500 bis zum Portal des Michaelstunnels geführt werden sollte, wo man mit einem sehr stadtverträglichen Brückenbauwerk über die Bundesstraße und auf die anderen Seite in die Hector-Berlioz-Anlage beim Festspielhaus gelangen könnte, ohne dass dieser beeinträchtigt werden muss.

Mit unseren Vorschlägen griffen wir seinerzeit die Idee des leider allzu früh verstorbenen AdFC Aktivisten Günther Beile auf, dessen Brücken-Fotomontage wir in unserem Antrag mit verwenden durften.

Die Fahrradbrücke war auch Gegenstand eines Vororttermins mit Ihnen und Herrn Basse, in dessen Vermerk vom 30.04.2020 die Teilnahme an dem Modellprojekt bereits angekündigt wurde.

Mittlerweile versucht aber der AdFC-Vorsitzende Ralf Neininger die Fraktionen des Gemeinderates in Gesprächen von einer eigenen Brückenversion zu überzeugen, die sich als eine Art «Tausendfüßler» in entsprechender Höhe vom Eichelgarten über den Busparkplatz und den Verfassungsplatz bis zum Festspielhaussee schlängeln soll.

Bedeutet die Formulierung in Ihrer Presseerklärung zur Bewerbung der Stadt, «in Abstimmung mit dem ADFC», dass Sie den Brückenideen von Herrn Neininger näher treten wollen? Bitte geben Sie mir Auskunft darüber, welche Version Sie im Interessenbekundungsverfahren des Modellvorhabens «Leuchtürme des Radverkehrs» beim Bundesverkehrsministerium eingereicht haben.

Die Vorstellung, dass am westlichen Innenstadteingang, kurz vor dem Festspielhaus, ein riesiges Betonbauwerk entstehen soll, halte ich politisch für nicht vermittelbar, gerade wenn man weiß, dass es eine Alternative gibt, die wesentlich billiger ist und sich fast unsichtbar in die bestehende Landschaft einfügt.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schmoll


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