Unfallgefahr in Dämmerungs- und Nachtzeiten
Wegen Zeitumstellung steigt Unfallrisiko – Badische Jäger appellieren zu Vorsicht auf Straßen an Wald- und Feldrändern

Baden-Baden, 30.03.2026, Bericht: Redaktion Mit der Umstellung auf die Sommerzeit steigt das Risiko von Wildunfällen deutlich an – auch in unserer Region. Darauf weisen die Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden hin.
Für den Menschen springt mit der Zeitumstellung nur der Zeiger eine Stunde vor, für Wildtiere jedoch nicht. Rehe, Wildschweine und anderes Wild orientieren sich am Tageslicht. Dadurch fällt der morgendliche Berufsverkehr in den Tagen nach der Zeitumstellung stärker in die Phase, in der viele Tiere unterwegs sind, erklären die Jäger in einer Pressemitteilung. Die Auswertungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, FVA, würden für Baden-Württemberg zudem zeigen, dass sich Wildunfälle typischerweise in Dämmerungs- und Nachtzeiten häufen und besonders häufig auf Landes- und Kreisstraßen auftreten.
Die weitere Pressemitteilung der Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden vom 27. März 2026 im Wortlaut:
Gerade für die Region zwischen Rheinebene, Feldflur und Schwarzwaldrand ist das ein wichtiges Warnsignal. Entlang von Wald-Feld-Grenzen, an unübersichtlichen Übergängen und auf Straßenabschnitten, die an Waldränder oder offene Flächen angrenzen, kommt es besonders zu Wildwechsel. Die FVA beschreibt solche Abschnitte ausdrücklich als typische Bereiche, in denen sich Wildunfälle auf längeren Strecken häufen können.
«Wer in den frühen Morgenstunden unterwegs ist, sollte gerade auf den Straßen in unserer Region besonders aufmerksam fahren. Rehe sind in der Dämmerung besonders aktiv und häufig nicht allein unterwegs. Auch Wildschweine können Straßen plötzlich queren. Vorausschauendes Fahren und angepasste Geschwindigkeit können helfen, Unfälle zu vermeiden», sagt Dr. Frank Schröder, Kreisjägermeister und Vorsitzender der Badischen Jäger.
Wie ernst die Folgen sein können, zeigen die Zahlen aus Baden-Württemberg: Nach Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg wurden im Jahr 2025 bei 226 Wildunfällen mit Personenschaden insgesamt 262 Menschen verletzt, darunter 39 schwer. Fast die Hälfte dieser Unfälle ereignete sich auf Landes- und Kreisstraßen. Parallel dazu weist die FVA-Jahresauswertung für 2025 landesweit 20.597 polizeilich dokumentierte Wildunfälle aus; 144 Straßenabschnitte wurden dabei als Wildunfallstrecken mit erhöhtem Aufkommen identifiziert.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Rastatt, Baden-Baden und dem Umland bedeutet das: Warnhinweise ernst nehmen, das Tempo reduzieren und gerade an Waldrändern sowie auf Kreis- und Landstraßen besonders bremsbereit sein.
Tipps in den Tagen nach der Zeitumstellung:
- Entlang von Feld- und Waldrändern die Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit sein.
- Wildwarnschilder unbedingt ernst nehmen – sie weisen auf ein erhöhtes Risiko hin.
- Wer statt 100 nur 80 km/h fährt, verkürzt seinen Bremsweg erheblich.
- Sobald im Scheinwerferlicht ein leuchtendes Augenpaar auftaucht: vom Gas gehen, abblenden.
- Ein Tier kommt selten allein – immer mit Nachzüglern rechnen.
- Lässt sich eine Kollision nicht vermeiden, gilt: Lenkrad festhalten und keinesfalls unkontrolliert ausweichen.
Was nach einem Wildunfall zu tun ist:
- Ruhe bewahren und kontrolliert bremsen.
- Unfallstelle absichern und Warnblinker einschalten.
- Verletzte Tiere keinesfalls anfassen, verfolgen oder mitnehmen.
- Den Unfall unverzüglich der Polizei melden – auch dann, wenn das Tier geflüchtet ist.
- Polizei oder der zuständige Jagdpächter stellen die Bescheinigung über den Wildunfall aus.
«Die Zeitumstellung ist jedes Jahr eine Phase erhöhter Gefahr. Unser Appell lautet deshalb: Fahren Sie in den nächsten Tagen mit besonderer Aufmerksamkeit – gerade auf den Straßen in unserer Region», so Dr. Frank Schröder.
Hier geht es zur Wildunfallkarte der FVA, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg: www.fva-bw.de.
Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.







