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10 Fragen an Pfarrer Michael Teipel – Serie zu Liebe, Leben und Tod – Folge 7

10 Fragen an Pfarrer Michael Teipel – Serie zu Liebe, Leben und Tod – Folge 7
1In einer kleinen Serie sendet goodnews4.de jeweils eine Frage und eine Antwort von Pfarrer Michael Teipel.

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goodnews4-VIDEO-Interview von Christian Frietsch mit Pfarrer Michael Teipel

Baden-Baden, 01.08.2020, Bericht: Redaktion Auf zehn Fragen, um die wir uns alle manchmal herumstehlen, geht Pfarrer Michael Teipel im Gespräch mit Christian Frietsch ein. Kurz und spontan antwortet der Baden-Badener Pfarrer auf die Fragen zu Leben und Tod, Liebe, Freundschaft, Feindschaft, Friede, Freiheit, Reichtum, Armut, Erlösung und Zweifel.

In einer kleinen Serie sendet goodnews4.de jeweils eine Frage und eine Antwort. Heute: «Reichtum».

Christian Frietsch: Wer heute seinen Nächsten fragt: «Wie reich ist denn der Dritte?» Der bekommt die Antwort: «Ja, ich glaube, er hat so zwölf Millionen auf seinem Konto und er hat noch drei Häuser und drei Ferienwohnungen.» Tut man dem Wort «Reichtum» Unrecht, wenn man es nur in Verbindung bringt mit Bankkonten und Villen und Jachten und Geld?

Pfarrer Michael Teipel: Da würde ich vermuten, kommt es her, vom Besitz. Und die Frage nach der Freiheit und dem Reichtum, sie hängen auch eng beieinander. Wenn ich mich nämlich nur Sorge um den Reichtum, den Besitz, das Konto und so weiter, dass mir hier nichts verloren geht, dann werde ich eigentlich auf fürchterliche Weise abhängig, weil ich dann immer Angst habe, das zu verlieren oder, dass es weniger wird oder, dass es schlecht läuft oder wie auch immer. Der Reichtum könnte ja auch auf einer ganz anderen Ebene liegen. Also wenn ich reich an Freundschaften bin, wenn ich reich an Liebe bin, das ist ein Reichtum, den kann man nirgends messen, allerdings – kann man jetzt mal sagen aus diesem wirtschaftlichen Bereich – die Dividende von Liebe ist weitaus größer in der Regel als die von sonstigen Investments, die man haben kann. Reichtum verpflichtet auch, aber die ganz große Gefahr von Besitz – und das ist jetzt die Frage von Reichtum oder nicht Reichtum – ist unabhängig, sondern die Frage von Besitz ist: «Bin ich vom Besitz abhängig oder hilft mir dieser Besitz in meiner Existenz, mehr der zu sein, der ich bin?» Der Heilige Franziskus, den unser jetziger Papst als Patron für sich und sein Pontifikat genommen hat, hat, als er den Orden gegründet hat, den Franziskanern verboten, dass sie Besitz annehmen. Er sagt: «Keine Häuser, kein Besitz, kein Besitz.» Weil er wusste, Besitz bedeutet immer Waffen. «Ich muss den Besitz verteidigen», mit welchen Waffen auch immer. Es hat aber nicht funktioniert. Er ist dann nach Ägypten, um mit dem Sultan zu sprechen in der Zeit der Kreuzzüge, kam zurück und dann hatten sie, glaube ich, schon ein oder drei Häuser. Also wir sind als Menschen da auch abhängig. Die Mönche hatten zu einem gewissen Grad Recht, weil Sie mussten auch mitsorgen, dass alte Mitbrüder irgendwie versorgt werden, aber ihm war das immer suspekt, weil Besitz immer die Frage von Abhängigkeit mit sich bringt. Also Freiheit und Friede und Reichtum hängen ganz stark beieinander.

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