Ausnahme-Pianistin im Festspielhaus
Alice Sara Ott im Festspielhaus Baden-Baden Frédéric Chopin, Claude Debussy und Erik Saties - Krönender Abschluss „Gaspard de la Nuit“ von Maurice Ravel.

Baden-Baden, 04.01.2019, Bericht: Festspielhaus Nachdem sie 2011 bei ihrem Baden-Badener Publikum begeisterte ist die Ausnahme-Pianistin Alice Sara Ott wieder zu Gast im Festspielhaus.
Mit einem Klavierkonzert eröffnet sie am Samstag, 19. Januar 2019, 18 Uhr, im Festspielhaus Baden-Baden den Konzertreigen des neuen Jahres. Auf dem Programm stehen Werke von Frédéric Chopin und Musik des französischen Impressionismus.
Zunächst wird Alice Sara Ott einige der populärsten Werke der Klaviermusik präsentieren, bevor sie mit «Gaspard de la Nuit» von Maurice Ravel, dem virtuosesten Beispiel französischer Klaviermusik, den Abend im Festspielhaus Baden-Baden beendet.
Neben einer Auswahl der Nocturnes von Frédéric Chopin erklingt auch dessen erste Ballade in g-Moll. Der impressionistische Hauptteil des Klavierkonzerts beinhaltet die «Suite bergamesque» und «Reverie» von Claude Debussy, Erik Saties «Gnossiennes Nr. 1 und 3» und die «Gymnopédie Nr. 1», und zum krönenden Abschluss der schon erwähnte «Gaspard de la Nuit» von Maurice Ravel.
Die Kombination aus Werken von Chopin und des französischen Impressionismus ist so einleuchtend wie natürlich, greift der Impressionismus doch entscheidende Ideen der deutsch-französischen Romantik auf − ganz besonders in der Klaviermusik. Bereits die «Reverie» von Claude Debussy verleugnet ihre Herkunft von Robert Schumanns romantischer «Träumerei» nicht.
Schon die Romantiker experimentierten mit der Idee der Anti-Kunst: einer Kunst, die sich bewusst einfach, aber auch launisch, improvisiert gibt. Ein Bellini beispielsweise vereinfachte die Begleitung seiner Arien bis zur Simplizität und konzentrierte alle Kunstfertigkeit auf die Melodie. Dieses Modell übernahm dann Chopin in seinen «Nocturnes» − und auch in seinem wohl populärsten Werk, der «Ballade Nr. 1» von 1835, deren wilder musikalischer Verlauf keinen klassischen Mustern folgt. Die Idee der Anti-Kunst hatte dann einen ihrer Höhepunkte in der Musik des «abgebrochenen Studenten» Erik Satie. Dessen auf jede ausgestellte Form von Virtuosität und artifizieller Künstlichkeit verzichtenden «Gymnopédies» von 1888 und «Gnossiennes» von 1890 hatten einen entscheidenden Einfluss auf Debussy und Ravel − darüber hinaus jedoch auch auf Jazz- und Pop-Musik, heute auch als «Easy Listening» bezeichnet. Alice Sara Ott spielt am 19. Januar im Festspielhaus die berühmtesten dieser Stücke.
Auch die 1890 von Claude Debussys verfassten Werke «Revierie» und «Suite bergamesque» folgen in einigen Punkten Saties Anti-Kunst-Bestrebungen, indem sie etwa auf äußere Virtuosität verzichten und akademisch «falsche» Akkordverbindungen und Stimmführungen (Quintparallelen) zulassen. Besonders die «Suite bergamesque» ist populär geworden − nicht zuletzt dank ihres dritten Satzes «Clair de Lune».
Sind die vorgestellten Werke Debussys und Saties sowie die Nocturnes Chopins auch von fortgeschrittenen Pianisten zu bewältigen, so gilt das auf keinen Fall für das jüngste der Werke, Ravels «Gaspard de la Nuit» von 1908. Hier wurde das bewusste Gegenteil angestrebt: Ravel versuchte mit dem Zyklus das virtuoseste Stück Musik überhaupt zu schreiben. Besonders der dritte Satz «Scarbo» gilt als eines der am schwersten zu lernenden Klavierstücke. Ravel schwebte eine «Karikatur der Romantik» vor − sinnhafter kann ein Programm, das mit Chopin beginnt, also kaum abschließen.
Die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott gewann bereits als Kleinkind zahlreiche Musikwettbewerbe und Förderpreise, darunter den deutschen «Jugend musiziert» und den «Most Promising Artist Award» in Hamamatsu, Japan. Als jüngste Teilnehmerin überhaupt wurde sie mit 15 Jahren beim «Internationalen Klavierwettbewerb Silvio Bengalli» in Italien 2004 mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die Zeitschrift Fono Forum wählte sie zum Nachwuchskünstler des Jahres 2007. Alice Sara Ott, die bereits wiederholt im Festspielhaus Baden-Baden aufgetreten ist, steht seit 2008 bei der Deutschen Grammophon als Exklusivkünstlerin unter Vertrag.
Mehr: www.festspielhaus.de. Persönliche Beratung und Reservierungen: Telefon 07221 / 30 13 101.
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