Baumpflanzung
Baum der Freundschaft für Frantz Fanon in Baden-Baden – Bürgermeister Alexander Wieland vom karibischen Geist inspiriert

Baden-Baden, 14.03.2026, Bericht: Redaktion Der Verein Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg hat in Baden-Baden seinen Sitz. Der Verein ist mit seinen Aktivitäten eine sichtbare Größe im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt.
Unter Leitung ihres Präsidenten Serge Chéri-Zécoté setzt der Verein Zeichen für die Völkerverständigung im internationalen Baden-Baden. Bürgermeister Alexander Wieland leistete am Donnerstag seinen Beitrag zum karibischen Geist in Baden-Baden. Zum Gedenken an Frantz Fanon, Schriftsteller und Psychiater aus Martinique wurde ein Baum der Freundschaft gepflanzt.
Die Mitteilung von Antoine Ruck vom Verein Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg vom 12. März 2026 im Wortlaut:
Am Donnerstag, den 12. März, bei einer zarten frühlinshaften Sonne, pflanzten die Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V. gemeinsam mit dem Gartenamt der Stadt Baden-Baden und in Anwesenheit des ersten Bürgermeisters Alexander Wieland einen Baum der Freundschaft sowie zum Gedenken an den Schriftsteller und Psychiater aus Martinique, Frantz Fanon.
Die Pflanzung war ursprünglich für den 27. November vorgesehen, musste jedoch aufgrund des Weihnachtsmarktes, der den geplanten Standort belegte, verschoben werden.
Zunächst begrüßte erster Bürgermeister Wieland die Freunde von Martinique sowie deren Präsidenten Serge Chéri-Zecoté und bedankte sich herzlich für die Baumspende und das Engagement des Vereins in Baden-Baden.
Markus Brunsing, Leiter des Gartenamts, erläuterte dann die Wahl des Standortes und der Baumart. In der Tat wählte das Gartenamt für die Freunde von Martinique und der Karibik einen besonders exponierten Standort, nämlich an der Einmündung der Kreuzstraße in die untere Sophienstraße an der Fieserbrücke. Für diesen besonderen Ort wurde auch eine besondere Baumart ausgewählt: eine "Platanaceae Platanus orientalis Digitata" - eine geschlitztblättrige Orientalische Platane. Mit ihren tief eingeschnittenen Blättern hebt sie sich deutlich von den bei uns üblichen ahornblättrigen Platanen ab. Der Baum ist äußerst hitzeresistent und kann im Laufe der Jahrzehnte eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Aufgrund der prominenten Lage soll die Widmung an Frantz Fanon zugleich als eine grundsätzliche Widmung des Baumes als Symbol der Freundschaft zwischen den Völkern (Martinique, Frankreich und Deutschland) verstanden werden. Ein derart besonderer Standort ist dafür in der Tat prädestiniert.
Die Pflanzung wurde begleitet von einer biografischen Darstellung Frantz Fanons, zusammengestellt und präsentiert von Iris Schorn-Wisznewski. «Sein hundertjähriger Geburtstag ist der Anlass, ein Zeichen – diesen Baum – zu setzen für einen Menschen, der sich zeitlebens für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und die Würde des Menschen eingesetzt und gekämpft hat», so Iris Schorn-Wisnewski.
Geboren 1925 auf Martinique und geprägt von den Idealen der Französischen Revolution sowie von seinem Lehrer Aimé Césaire, engagierte sich Frantz Fanon im Zweiten Weltkrieg und erlebte Rassismus. Diese Erfahrungen führten ihn zur Analyse von Kolonialismus und seinen psychischen und sozialen Folgen. Als Arzt und Philosoph arbeitete er in Algerien als Psychiater und setzte sich für menschlichere Behandlungsmethoden ein. Aus Gewissensgründen kündigte er seine Stelle und wurde Sprecher der algerischen Befreiungsfront (FLN). Sein Austausch mit Jean-Paul Sartre und seine Schriften machten ihn zu einem Wegbereiter des Dekolonialismus. Seine Hauptwerke «Schwarze Haut, weiße Masken» und «Die Verdammten dieser Erde» beeinflussten Persönlichkeiten wie Steve Biko, Che Guevara uns Paulo Freire. 1961 starb er mit nur 36 Jahren an Leukämie. Der Biograf Adam Shatz bezeichnete ihn als «radikalen Humanisten». Der gepflanzte Baum steht als Symbol für Erinnerung, Dialog und Wachstum und mahnt zu Würde, Gleichberechtigung und solidarischem Zusammenleben.
Zum Abschluss der Veranstaltung lud der Präsident der Freunde von Martinique, Serge Chéri-Zecoté, die Gäste zu einem Umtrunk in das dem Pflanzort nahegelegene Restaurant Wallstreet im Palais Hamilton ein.
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