Bericht vom „BürgerTreff“
Bürgertreff Verein Stadtbild Baden-Baden – „Schauspieler Fritz-Peter Schmiedle dokumentiert in Videos den scheinbar endlosen Stillstand auf den Baustellen der Stadt“

Baden-Baden, 06.03.2025, Bericht: Redaktion Zu Meinungsaustausch und Diskussion hatte der Verein Stadtbild Baden-Baden am 26. Februar ins Theresienheim zum «BürgerTreff» eingeladen. In einer Mitteilung fasst Greta Hessel zusammen, was die Gäste bewegt hat und was sich verbessern sollte in der «schönen Stadt Baden-Baden».
Diskutiert wurden Themen wie eine Umbenennung des Hindenburgplatzes, die vielen Baustellen und die Zukunft des Tourismus in Baden-Baden.
Der Bericht von Greta Hessel, Vorsitzendes des Vereins Stadtbild Baden-Baden im Wortlaut:
Geheime Baustellen-Inszenierung von Banksy in Baden-Baden?
Kunst, Chaos und Kritik – Baden-Badens Baustellen im Kunst-Fokus Baden-Baden – eine Stadt, die für ihre Eleganz, ihre kulturellen Schätze und ihr Welterbe bekannt ist, wird zunehmend von einem anderen Phänomen geprägt: Baustellen. Die Sanierung des Hindenburgplatzes, wie bereits bekannt, steht bevor. Doch nun sorgt eine geheimnisvolle Inszenierung für Gesprächsstoff – eine Baustellenperformance, die an die Werke des weltbekannten Street-Art-Künstlers Banksy erinnert.
Baustellen als Kunst?
Während Baustellen oft als notwendiges Übel betrachtet werden, scheint sich in Baden-Baden eine kreative Auseinandersetzung mit dem Thema zu entwickeln. Schauspieler Fritz-Peter Schmiedle dokumentiert in Videos den scheinbar endlosen Stillstand auf den Baustellen der Stadt – und inszeniert sie zugleich als urbanes Gesamtkunstwerk. Die Idee, den Baustellen-Wahnsinn mit einer künstlerischen Handschrift zu versehen, erinnert an den Ansatz von Joseph Beuys, der Kunst und Gesellschaft in einen neuen Kontext setzte.
Umbenennung des Hindenburgplatzes im Stadtbild Verein beschlossen – Edouard Bénazet als neue Namensgebung
Im Zuge der geplanten Neugestaltung des Hindenburgplatzes in Baden-Baden stand auch die Frage einer möglichen Umbenennung im Raum. Nun ist die Entscheidung gefallen: Der Platz soll künftig den Namen Edouard-Bénazet-Platz tragen. Die Umbenennung wurde einstimmig beim letzten Bürgertreff beschlossen. Edouard Bénazet, ehemaliger Ehrenbürger der Stadt und ein bedeutender Förderer des gesellschaftlichen Lebens im 19. Jahrhundert, spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung Baden-Badens als europäische Kur- und Kulturmetropole. Seine Verdienste um das weltberühmte Casino sowie seine Unterstützung für kulturelle und städtebauliche Projekte prägten die Stadt nachhaltig.
Auch die geografische Lage spricht für die Namenswahl: Die Straße vom bisherigen Hindenburgplatz führt direkt über die Kaiserallee zum Casino, das eng mit Bénazets Wirken verbunden ist. Die Entscheidung zur Umbenennung soll nun in die offiziellen Verwaltungsprozesse überführt werden.
Baden-Baden ohne KUR – aber mit Kurtaxe und Baustellen als Gesamtkunstwerk!
Seiner Badetradition verdankt Baden-Baden den Welterbe-Titel. Doch in der Realität dominieren Baustellen, Lärm und Verkehrschaos das Stadtbild. Immer mehr Gäste stellen sich die Frage: Warum noch eine Kurtaxe zahlen, wenn es keine Kur mehr gibt, sondern nur Baulärm, Umleitungen und Schmutz? Schon jetzt verweigern verärgerte Hotelgäste zunehmend die Zahlung der Kurtaxe – ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden darf.
Tourismus im Wandel: Wohin geht die Reise?
Baden-Baden steht an einem Scheideweg. Die Stadt muss sich entscheiden: Will sie ihr historisches Erbe bewahren und als exklusive Destination bestehen? Oder nimmt sie in Kauf, durch unkontrollierten Massentourismus und chaotische Stadtplanung an Attraktivität zu verlieren?
Fest steht: Ohne ein Umdenken wird Baden-Baden seinen besonderen Charme aufs Spiel setzen. Und ohne Kur stellt sich die Frage, ob eine Kurtaxe noch gerechtfertigt ist.
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