Aus dem Rathaus Rastatt
Die badische Geschichte – Viel Rastatt, wenig Baden-Baden – Kurzführungen zur Demokratiegeschichte im Stadtmuseum Rastatt

Rastatt, 05.05.2026, Bericht: Redaktion Der 9. Mai ist nicht nur Europatag, sondern auch «Tag der Verbrüderung» – «ein für Rastatts Geschichte wichtiges Datum», teilt das Rastatter Rathaus mit.
Es ist für ganz Baden und Deutschland ein wichtiges Datum, das den dringenden Bedarf in Erinnerung ruft, wie hoch der Preis war auf dem Weg zur Demokratie auf dem das damalig Land Baden zentrale Rolle spielte. Die mächtigen Preußen wurden von den hiesigen Mächtigen zur Hilfe gerufen. Das Haus Baden rettete so seine Macht noch für einige Jahrzehnte. Zu wenig ist die Geschichte in Baden-Baden bewusst, wo das Haus Baden entstand und Jahrhunderte seinen Sitz hatte. Das Alte und das Neue Schloss sind Zeugnisse der Geschichte von Baden-Baden, das damals noch Baden hieß und der geschichtliche Kern des Landes Badens ist. Wenig Weitsicht der damaligen Verantwortlichen zeigt sich im Schicksal des Neuen Schlosses, das in die Hände des Landes hätte gehen müssen wie alle anderen staatstragenden Denkmäler des Landes. An diese Verantwortung der Wahrung der Geschichte erinnern die Baden-Badener das Land bis heute unzureichend.
Die Mitteilung aus dem Rathaus Rastatt vom 4. Mai 2026 im Wortlaut:
Der 9. Mai ist nicht nur Europatag, sondern auch «Tag der Verbrüderung» – ein für Rastatts Geschichte wichtiges Datum. Während der Badischen Revolution solidarisierten sich an diesem Tag 1849 die in der Bundesfestung stationierten Soldaten mit den Bürgern und Anhängern der Revolution. Auch wenn der militärische Aufstand letztlich scheiterte, leben die damaligen Forderungen nach Grundrechten und Mitbestimmung bis heute im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fort. Aus diesem Grund lädt das Stadtmuseum Rastatt am Samstag, 9. Mai, gleich vier Mal zu Kurzführungen durch die Dauerausstellung ein – um 11, um 12, um 15 und um 16 Uhr (Dauer jeweils 30 Minuten). Sie stehen unter dem Motto «1818 – 1849 – heute: Ein Tag zu Revolution, Grundrechten und Verantwortung» und vermitteln spannende Einblicke in die Entwicklung von Demokratie und Verfassung in Baden und Deutschland. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos und im Museumseintritt inbegriffen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Jede Führung nimmt ein historisches Kapitel in den Fokus, mit besonderem Augenmerk auf dem jeweiligen Wahlrecht. Außerdem wird gezeigt, wodurch sich die einzelnen Verfassungen auszeichnen und wie sie aufeinander aufbauen. Der Führungsreigen beginnt mit der badischen Verfassung aus dem Jahr 1818 (11 Uhr). Sie galt als die fortschrittlichste Verfassung ihrer Zeit. Über die Paulskirchenverfassung von 1849 (12 Uhr) und die Weimarer Verfassung von 1918 (15 Uhr) spannt sich der Bogen bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland und ihrem Grundgesetz im Jahr 1949 (16 Uhr).
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