Ausstellung eröffnet

„Die Rastatter Prozesse – NS-Verbrechen vor Gericht“ – Spannende Ausstellung in Karlsruhe

Rastatt/Karlsruhe, 18.03.2024, Bericht: Redaktion Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus wurde in den Jahrzehnten nach 1945 in vielen Bereichen verdrängt. Die Ausstellung «Die Rastatter Prozesse – NS-Verbrechen vor Gericht» wurde als Sonderausstellung des Bundesarchivs am Freitag im Oberlandesgericht Karlsruhe eröffnet.

Die Ausstellung gibt Anlass, auch andere immer noch nicht aufgearbeitete Fälle zu beleuchten. Man denke nur an die Begleitumstände des Geländes der alten Synagoge in Baden-Baden.

Die Mitteilung des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 15. März 2024 im Wortlaut:

Nicht nur in Nürnberg, sondern auch an anderen Orten fanden ab Herbst 1945 Prozesse gegen Personen statt, die in der Zeit des Nationalsozialismus Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen den Frieden oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hatten.

Die «Rastatter Prozesse» vor dem Obersten Gericht der französischen Besatzungszone waren ein wichtiger Teil dieser juristischen Bewältigung der Gräueltaten, die unter dem nationalsozialistischen Regime begangen worden sind. Diese Prozesse sind Gegenstand der Sonderausstellung des Bundesarchivs «Die Rastatter Prozesse – NS-Verbrechen vor Gericht», die am Freitagnachmittag im Oberlandesgericht Karlsruhe eröffnet wurde.

 

Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung, an der zahlreiche Vertreter der Bundes- und Landesjustiz teilnahmen, stand ein Vortrag von Rechtsassessorin Marlene Kottmann, die nach ihrem Studium der Rechtswissenschaft als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Rechtsgeschichte und geschichtliche Rechtsvergleichung der Universität Freiburg tätig war. Dort promoviert sie mit Förderung der Stiftung der Deutschen Wirtschaft über die «Rastatter Prozesse».

Ihr Vortrag beleuchtete die historischen und rechtspolitischen Hintergründe der Prozesse sowie die Anwendung des Kontrollratsgesetzes Nr. 10 in der französischen Besatzungszone, mit dem die Alliierten eine Rechtsgrundlage für die Strafverfolgung von NS-Tätern geschaffen hatten. Dabei ging sie vor allem der Frage nach, welche Taten in Rastatt verhandelt wurden und welche Rolle das Oberste Gericht der französischen Besatzungszone bei der Ahndung der unter dem Nationalsozialismus begangenen Verbrechen spielte.

Vom 18. März bis zum 26. April 2024 besteht für die Öffentlichkeit nun die Gelegenheit, zu den üblichen Öffnungszeiten des Gerichts die Ausstellung im Hauptgebäude des Oberlandesgerichts Karlsruhe in der Hoffstraße 10 zu besichtigen.




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