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Ein Gedicht zum Wochenende – „Geist und Schönheit im Streit“ von Johann Wolfgang von Goethe

Ein Gedicht zum Wochenende – „Geist und Schönheit im Streit“ von Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang Goethe. Foto: Joseph Karl Stieler, Public domain, via Wikimedia Commons

Baden-Baden, 17.10.2026, Bericht: Redaktion Diese kleine goodnews4-Serie hilft vielleicht zu erkennen, dass nichts so flüchtig ist wie die tägliche Nachricht.

Ein kleines Gedicht zur Inspiration, vielleicht auch zum Sinnieren und gelegentlich auch zum Schmunzeln. Ausgesucht von Christian Frietsch.

Geist und Schönheit im Streit

Herr Geist, der allen Respekt verdient,
Und dessen Gunst wir höchlich schätzen,
Vernimmt, man habe sich erkühnt,
Die Schönheit über ihn zu setzen;
Er macht daraus ein großes Wesen.
Da kommt Herr Hauch, uns längst bekannt
Als würdiger Geistsrepräsentant,
Fängt an, doch leider nicht galant,
Dem Luderchen den Text zu lesen.
Das rührt den Leichtsinn nicht einmal,
Sie läuft gleich zu dem Prinzipal:
Ihr seid ja sonst gewandt und klug,
Ist denn die Welt nicht groß genug!
Ich laß Euch, wenn Ihr trutzt, im Stich;
Doch seid Ihr weise, so liebt Ihr mich.
Seid versichert, im ganzen Jahr
Gibts nicht wieder so ein hübsches Paar.

Johann Wolfgang von Goethe

Deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher

Geboren: 28. August 1749, Frankfurt am Main
Gestorben: 22. März 1832, Weimar




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