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Ein Gedicht zum Wochenende – „Mailied" von Johann Wolfgang von Goethe

Ein Gedicht zum Wochenende – „Mailied" von Johann Wolfgang von Goethe
Der Wonnemonat Mai lässt sich in Baden-Baden besonders gut genießen. Foto: Archiv

Baden-Baden, 03.05.2025, Bericht: Redaktion Diese kleine goodnews4-Serie hilft vielleicht zu erkennen, dass nichts so flüchtig ist wie die tägliche Nachricht.

Ein kleines Gedicht zur Inspiration, vielleicht auch zum Sinnieren und gelegentlich auch zum Schmunzeln. Ausgesucht von Christian Frietsch.

Mailied

Wie herrlich leuchtet Mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten Aus jedem Zweig Und tausend Stimmen Aus dem Gesträuch.

Und Freud' und Wonne Aus jeder Brust. O Erd', o Sonne! O Glück, o Lust!

 

O Lieb', o Liebe! So golden schön, Wie Morgenwolken Auf jenen Höh'n!

Du segnest herrlich Das frische Feld, Im Blütendampfe Die volle Welt.

O Mädchen, Mädchen, Wie lieb' ich dich! Wie blickt dein Auge! Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche Gesang und Luft, Und Morgenblumen Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe Mit warmem Blut, Die du mir Jugend Und Freud' und Mut

Zu neuen Liedern Und Tänzen gibst. Sei ewig glücklich, Wie du mich liebst!

Johann Wolfgang von Goethe

Deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher

Geboren: 28. August 1749, Frankfurt am Main
Gestorben: 22. März 1832, Weimar




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