Historische Nachstellung

Eine Ahnung der Rastatter Geschichte – Zwei historisch uniformierte Kameraden

Eine Ahnung der Rastatter Geschichte – Zwei historisch uniformierte Kameraden
Foto: WGM Rastatt

Rastatt, 29.07.2025, Bericht: Redaktion Die große Tradition der Revolutionsstadt dokumentiert sich auch im Wehrgeschichtlichen Museum im Schloss Rastatt. Am letzten Mittwoch vermittelte eine kleine Aktion eine Ahnung der Vergangenheit.

Die Mitteilung des Wehrgeschichtlichen Museums Rastatt vom 28. Juli 2025 im Wortlaut:

Am Mittwoch, den 23.07.2025 trafen zwei historisch uniformierte Kameraden unseren wissenschaftlichen Mitarbeiter Michael Wemhöner im Wehrgeschichtlichen Museum Schloss Rastatt. Dabei trugen alle drei historische Uniformen, so dass zwei verschiedene Epochen der französischen Geschichte aufeinandertrafen.

Der Museumsmitarbeiter erschien in der Uniform eines Grenadiers der schweren Infanterie der Volontées, einer revolutionären Einheit, die 1791 aus Freiwilligen der Region Nordbaden, Nordelsass und Südpfalz für die Revolutionsarmee rekrutiert wurde.

 

Madame Lara Thom und Monsieur Loïc Poquet hingegen, die aus Rennes in der Bretagne stammen, erschienen in Uniform und Ausrüstung des Zweiten Kaiserreichs zur Zeit von Napoleons III. (1852-1870), der in Sedan besiegt wurde, was zur Gründung des Deutschen Reiches führte. Madame Thom repräsentiert die Linienkavallerie. Es handelt sich hier um einen Soldaten des 6. Dragoner-Regiments im Krimkrieg (1854-1856). Die Uniform wurde originalgetreu rekonstruiert zu Ehren von Alfred Napoléon Duffié (1833-1880), der sich in der Schlacht von Kanghil am 29. September 1855 und im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) in dem er Brigadegeneral wurde, ausgezeichnet hat. Auf der Krim wurde sein Regiment zwischen Sewastopol und Simferopol zum Kampf gegen die russischen Ulanen und Kosaken eingesetzt. Kanghil war eine blutige Schlacht. Das Ziel: die russische Armee vom osmanischen Militärstützpunkt Eupatoria zurückzudrängen. Dieser Kampf fand nur wenige Wochen nach dem berühmten „Ich bin hier, hier bleibe ich!" statt, das der französische General MacMahon auf dem Gipfel des Malakoff-Hügels ausgesprochen haben soll und welches die Briten, Franzosen und Osmanen zum Sieg führte.

Die historische Nachstellung erfordert tiefgehende Recherchen in Militärvorschriften, um die Ausrüstung aus Leder, Metall und die Uniformen aus Wolle selbst herzustellen. Es ist eine echte Leidenschaft, die echte Freundschaften hervorbringt. Monsieur Poquet ist der Lebensgefährte von Madame Thom und stellt einen Jäger zu Fuß der Kaiserlichen Garde Napoleons III. dar, die gewissermaßen die persönliche Elite des Kaisers war, was sich hier an den auf die Brust des jungen Mannes aufgenähten Knoten erkennen lässt. Die Jäger hatten ein klares Ziel im Kampf: die Offiziere der gegnerischen Armee zu jagen und zu eliminieren, um die Kommunikation der Befehle zu unterbrechen und so Unordnung zu stiften. Ihre Waffen waren präziser und an ihre Aufgaben angepasst: Sie waren mobiler und autonomer als die Linieninfanterie. Das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt hat die Gäste gerne empfangen und steht allen interessierten Besuchern mit seiner Dauerausstellung offen.




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