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Zahlensymbolik

Einige riskante und weniger riskante Zahlenspiele – Schnapszahlen mit tieferen Bedeutungen – Die Zahl 666 stammt aus der Johannes-Offenbarung und gilt als Zahl des Antichristen

Baden-Baden, 15.04.2019, Bericht: Polizei Warum heißt die Schnapszahl Schnapszahl? Der Beginn der Narrenzeit am 11.11., die Bronzene Hochzeit nach 22 Jahren Ehe, «333 bei Issos Keilerei» − Schnapszahlen haben oft eine besondere Bedeutung und bleiben leicht im Gedächtnis.

Was macht die Schnapszahl eigentlich so außergewöhnlich und warum wird sie so genannt? Eigentlich sind Zahlen bloß Zahlen. Doch wer muss an der Supermarktkasse nicht unwillkürlich schmunzeln, wenn der Einkauf exakt 4 Euro 44 kostet? Und wer hat nicht schon einmal gedacht, vormittags um 11 Uhr 11 müsse etwas Besonderes passieren? Schnapszahlen begegnen einem jeden Tag in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Und sie haben ganz unterschiedliche Bedeutungen: Die 55 kann für die menschlichen Hände stehen (zweimal fünf Finger), die 66 wird scherzhaft als der Lebensbeginn im Alter bezeichnet und die 77 gilt gemeinhin als Glückszahl, daher zum Beispiel der Name der bekannten Lotterie «Spiel 77».

Schnapszahlen sind eben mehr als bloß Zahlen: Sie sind herausragende Beispiele, wie der Glaube an die Magie der Zahlen das Leben vieler Menschen bestimmt. Ob bewusst oder unbewusst, als spielerischer Aberglaube oder aus spiritueller Überzeugung, Pech- und Glückszahlen beeinflussen das Handeln stärker und häufiger, als es die meisten zugeben würden. Das eigene Geburtsdatum zum Beispiel gilt vielen als glückbringende Zahlenkombination, nicht nur auf dem Autokennzeichen oder dem Lottoschein. Das Spiritualitätsportale wie Questico verraten, wie man daraus seine persönliche Glückszahl errechnet − wer hier als Zwischenergebnis eine Schnapszahl erhält, darf sich sogar besonders glücklich schätzen.

Tatsächlich ist die Zahlensymbolik tief in unserer Kultur verankert − die 7, die 12 und die 40 beispielsweise spielen in der Bibel wichtige Rollen, und auch eine Schnapszahl wie die 666 hat eine uralte Bedeutung: Sie stammt aus der Johannes-Offenbarung und gilt als Zahl des Antichristen; im 20. Jahrhundert wurde sie unter anderem durch Heavy-Metal-Bands wie Iron Maiden populär. Noch viel beliebter sind aber die Schnapszahlen im Kalender, vor allem als Hochzeitstage. So waren die Standesämter am 09.09.2009 oder am 11.11.2011 überfüllt, spätestens am 22.02.2022 wird es wieder so sein. Solche Daten sind nicht nur leicht zu merken, sie gelten auch als Glücksbringer für die Ehe.

Bleibt noch die Frage, warum die Schnapszahl überhaupt Schnapszahl heißt. Die einfachste und häufigste Erklärung: Wer zu viel Hochprozentiges trinkt, sieht manches doppelt − eben auch die eine oder andere Ziffer. Eine andere beliebte Herleitung bezieht sich darauf, dass bei Spielen mit aufaddierten Punktzahlen gern ein Freigetränk gefordert wird, wenn man einen Gesamtpunktestand im Wert einer Schnapszahl erreicht. Wer also bei der nächsten Bowlingrunde genau 111 Punkte schafft, wird das mit Sicherheit gebührend zu feiern wissen.


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