Deutsch-Französischer Freundschaftspreis 2024
Erinnerung an die Franzosen in Baden-Baden – Ehemalige Lehrerin des Lycée Charles de Gaulle geehrt

Baden-Baden/Strasbourg, 08.11.2024, Bericht: Redaktion Die ehemalige Lehrerin des Lycée Charles de Gaulle, Hélène Engels, wurde mit dem Deutsch-Französischen Freundschaftspreis 2024 ausgezeichnet. Darauf machte SPD-Stadtrat Werner Schmoll die goodnews4-Redaktion aufmerksam.
Bis Mitte der neunziger Jahre waren viele Tausend französische Militärangehörige mit ihren Familien in Baden-Baden stationiert. Das «Franzosenviertel» wurde umgewandelt zum Wohngebiet «Cité». Als großes Wahrzeichen erinnert das BABO in Baden-Oos als «Regierungssitz» der französischen Streitkräfte in Baden-Baden nach dem Zweiten Weltkrieg.
Werner Schmoll sendete einen Text an die Redaktion zur Veranstaltung, an der er teilnahm.
Die Mitteilung von Werner Schmoll vom 7. November 2024 im Wortlaut:
Die deutsch-französische Freundschaft wird an kaum einem anderen Ort in Deutschland so gelebt wie in Baden-Baden. Einen wichtigen Beitrag dazu hat auch Dr. Hélène Engels aus Strasbourg geleistet.
Am vergangenen Dienstag wurde die langjährige Baden-Badener Bürgerin in der Residenz der deutschen Generalkonsulin in Strasbourg mit dem diesjährigen Deutsch-Französischen Freundschaftspreis ausgezeichnet. Als Geschichtslehrerin unterrichtete Frau Engels 27 Jahre lang am Lycée Charles de Gaulle. 43 Jahre lang war die «Lothringerin» mit einem «Rheinländer» verheiratet. Zusammen mit ihrem Sohn Stéphan lebten sie in der «Cité Paris».
Gemeinsam mit zwei weiteren Preisträgern, Véronique Kratz aus Bischwiller und Friedrich Peter aus Kehl erhielt sie die hohe Auszeichnung aus der Hand von Generalkonsulin Heike Thiele. In ihrer Laudatio würdigte die Vertreterin des Auswärtigen Amtes in Strasbourg vor allem die wissenschaftlichen Arbeiten von Frau Engels zur französischen Militärpräsenz in Deutschland und ihre Forschungen zur Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft am Beispiel Baden-Badens. Anlässlich des Abzuges der französischen Streitkräfte aus Deutschland im Jahr 1999 habe sie durch ihre fachkundige Mitarbeit zum Gelingen einer Ausstellung im Baden-Badener Stadtmuseum beigetragen, mit der ein wichtiger Beitrag zum Verständnis zwischen Deutschen und Franzosen geleistet wurde. Auch ihre Mitarbeit bei der Gründung des bilingualen Kindergartens «Le Petit Prince» in der Cité und die Verleihung des Sonderordens des Deutsch-Französischen Carnevalsvereins fanden lobende Erwähnung.
In ihren Dankesworten hob die Preisträgerin vor allem ihre Zeit in der Baden-Badener Cité hervor, einem Stadtteil, der anfangs «ziemlich abgeschottet» gewesen sei. Erst durch viele persönliche Kontakte zwischen Deutschen und Franzosen und das kulturelle Engagement der anfänglichen Besatzungsmacht, wie z.B. die Gründung des Südwestfunks, habe es in der Kurstadt die großartige Entwicklung hin zur deutsch-französischen Freundschaft gegeben. In diesem Zusammenhang dankte Frau Dr. Engels dem bei der Feier anwesenden Baden-Badener Stadtrat Werner Schmoll für die stets herausragende Zusammenarbeit bei all ihren Bemühungen. Dabei bedauerte sie, dass es bis heute nicht möglich gewesen sei, ein deutsch-französisches Begegnungszentrum in der Stadt zu errichten, die 54 Jahre lang Sitz des Oberkommandierenden der französischen Streitkräfte in Deutschland war.
Die Generalkonsulin schloss mit den Worten an Frau Dr. Engels: «Für Ihr gelebtes aktives Engagement in der vielfältigen zivilgesellschaftlichen Welt der deutsch-französischen Freundschaft verleihe ich Ihnen heute den Deutsch-Französischen Freundschaftspreis.»
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