Orden für besondere Verdienste im Bildungsbereich

Hohe Auszeichnung aus Paris für großartige Baden-Badenerin – Madeleine Klümper-Lefebvre erhält „Ordre des Palmes Académiques"

Hohe Auszeichnung aus Paris für großartige Baden-Badenerin – Madeleine Klümper-Lefebvre erhält „Ordre des Palmes Académiques"
Serge Chéri-Zécoté überreicht den Orden an Madeleine Klümper-Lefebvre. Foto: Christiane Ruck

Baden-Baden, 14.10.2021, Bericht: Redaktion In einer Mitteilung berichtet Serge Chéri-Zécoté, Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V., von einer hohen Auszeichnung, die Madeleine Klümper-Lefebvre zuteilwurde.

Der «Ordre des Palmes Académiques» wurde der großartigen Baden-Badenerin durch die Republik Frankreich für «ein Leben im Dienste der französischen Kultur im Ausland verliehen». Über die Aktivitäten von Madeleine Klümper-Lefebvre berichtet goodnews4.de regelmäßig.

Die Erklärung Serge Chéri-Zécoté im Wortlaut:

Madeleine Klümper-Lefebvre wurde als «Ritterin» in den Orden der Akademischen Palmen, «Ordre des Palmes Académiques», aufgenommen. Diese Würdigung wird von der Republik Frankreich für besondere Verdienste im Bildungsbereich per Erlass vergeben. Serge Chéri-Zécoté, Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V., der den Antrag and die französische Regierung stellte, überreichte ihr nun am 13. November 2021 die dazugehörigen Insignien.

Das außerordentliche Engagement von Madeleine Klümper-Lefebvre für die Ausstrahlung der französischen Literatur im Ausland und insbesondere hier in Deutschland, ist mit der Aufnahme in den Orden der Akademischen Palmen ganz besonders hoch anerkannt.

Madeleine Lefebvre wurde am 25. Mai 1931 in Sfax (Tunesien), wo ihr Vater als Postbeamter und ihre Mutter als Lehrerin seit 1928 dienten, geboren. Im Juli 1939 kehrte die Familie nach Frankreich zurück, und ließ sich in Besançon, wo Madeleine das Gymnasium besuchte, nieder. Später absolvierte sie eine Philosophie-Matura in Straßburg und studierte propädeutische und moderne Literaturwissenschaft, zunächst in Straßburg und dann an der University of Leeds (Großbritannien). Gleichzeitig löste sie den Französischlehrer am St Joseph College in Bradford (York) ab.

 

Im April 1953 heiratete sie in Viersen (Nordrhein-Westfalen) Günther F. Klümper, deutscher Staatsbürger, Französisch- und Englischlehrer. Sie hat zwei Kinder, die das Paar in der doppelten französischen und deutschen Kultur aufgezogen hat: einen Sohn, Serge-Arno, geboren 1954, und eine Tochter, Dominique-Sigrid, geboren 1956. Sie hat auch neun Enkel, die alle binational und zweisprachig wie ihre Eltern und Großmutter sind. Madeleine Klümper-Lefebvre und ihr Mann unterrichteten beide Französisch, Deutsch und Englisch, nacheinander in Bogotá (Kolumbien), Wuppertal (BRD), Zuoz (Schweiz), Aachen (BRD) und Dakar (Senegal). 1987 ließ das Ehepaar sich in Baden-Baden nieder und ging in den Ruhestand. Seither setzt sich Madeleine unermüdlich ehrenamtlich in Baden-Baden für die Pflege der französischen Kultur ein. Im Rahmen der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden, gab sie Vorträge an verschiedenen Kulturstätten. Sie präsentierte auch einem deutschen Publikum, auf Deutsch die französischen Stücke, die im Stadttheater von Truppen aus Paris aufgeführt wurden. Und jedes Mal, wenn das Theater ein französisches Stück in deutscher Übersetzung inszenierte, präsentierte sie dieses Stück mit zahlreichen Zitaten auf Französisch.

Seit 1998 veranstaltete Madame Klümper-Lefebvre auch französische Literaturabende in französischer Sprache in der Stadtbibliothek und in den Räumen der Volkshochschule Baden-Baden. Sie stellte französischsprachige Dichter einem interessierten Publikum vor, wie Leopold Sedar Senghor, den sie in den 1970er Jahren persönlich kennenlernte und weckte damit das öffentliche Interesse für den Begriff der «Negritude», insbesondere mit Aimé Césaire. Sie stellte auch andere Persönlichkeiten der Frankophonie, Schweizer, Kanadier, Ägypter und viele andere vor und sprach über die Arbeit von Abdou Diouf, den sie auch während ihres Aufenthalts in Dakar kennengelernt hat.

Sie gründete auch einen Kreis französischer Konversation. Alle 14 Tage organisierte sie öffentliche Lesungen französischer literarischer Werke und lyrische Abende mit französischen Gedichten, die ins Deutsche transkribiert wurden. Madeleine engagierte sich auch im Rahmen des Vereins der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg. In diesem Kreis präsentierte sie Mitgliedern des Vereins und seinen Gästen Schriftsteller und historische Persönlichkeiten aus der Karibik (Aimé Césaire, Severiano de Heredia, General Alexandre Dumas, Joséphine de Beauharnais, Frantz Fanon, Édouard Glissant, usw.. .)

Die Zahl ihrer Aufführungen in französischer und deutscher Sprache, sowohl in Veranstaltungen als auch in öffentlichen Lesungen, übersteigt inzwischen hundert. Neben ihrer pädagogischen Tätigkeit ist Madeleine Klümper-Lefebvre auch Autorin mehrerer Bücher, wie «Rencontres Inoubliables'» (Unvergessliche Begegnungen), eine Sammlung von rund fünfzig Zeugnisse in Baden-Baden stationierten Franzosen in den Nachkriegszeiten, «Grenzenlos», ausgewählte Erzählungen über einen deutsch-französischen Lebensweg (gemeinsam mit ihrem Mann verfasst) und «Destins croisés - Schicksale in Kriegszeiten».

Die Aufnahme in den Orden der Akademischen Palmen als Würdigung für besondere Verdienste im Bildungsbereich leitet sich aus einem Ehrenzeichen ab, das von Napoleon I. eingeführt wurde und mit dem ursprünglich ausschließlich universitäre Verdienste gewürdigt wurden. Seit der Schaffung des Ordens in seiner heutigen Form im Jahr 1955 kann er an alle Mitarbeiter des nationalen Bildungswesens sowie an alle Personen vergeben werden, die sich in besonderem Maße um die Bildung im weitesten Sinne, die Kultur, die Geisteswissenschaften und die Künste verdient gemacht haben. Die Akademischen Palmen sind in drei Stufen unterteilt: Ritter, Offizier und Kommandeur.


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