Aus dem Rathaus Baden-Baden

„Ingeborg Bachmann in Baden-Baden“ – Die große deutsche Dichterin und ihre Therapien in Ebersteinburg

„Ingeborg Bachmann in Baden-Baden“ – Die große deutsche Dichterin und ihre Therapien in Ebersteinburg
Bibliotheksleiterin Sigrid Münch (rechts) und Angela Hahn von der Stadtbibliothek präsentieren „Das besondere Objekt“ von Ingeborg Bachmann im Muße-Literaturmuseum. Foto: Stadtbibliothek Baden-Baden

Baden-Baden, 20.07.2026, Bericht: Rathaus Das «Besondere Objekt» im Muße-Literaturmuseum gibt noch bis zum 7. Januar 2027 Einblick in eine bislang wenig beleuchtete Epoche aus dem Leben der Autorin Ingeborg Bachmann: Ihrer gesundheitlich bedingten Aufenthalte in Baden-Baden 1965 und 1966.

Bibliotheksleiterin Sigrid Münch und Bibliotheksmitarbeiterin Angela Hahn präsentierten am 17. Juli den neu eröffneten Ausstellungsbereich im Muße-Literaturmuseum.

Nach der Trennung von Max Frisch in eine Lebenskrise gestürzt, ließ sich Ingeborg Bachmann mindestens vier Mal über mehrere Wochen von Dr. Helmut Schulze in Ebersteinburg behandeln. Der Therapeut gilt als Wegbereiter der «Grenzsituationstherapie» und verfolgte den Ansatz, Angst durch das Erleben von Grenzsituationen zu behandeln. Er war der Auffassung, Neurosen seien Entlastungstendenzen und zugrunde liegt eine Bequemlichkeitshaltung. Ingeborg Bachmann behandelte er unter anderem, indem er sie auf Flüge in seinem Segelflugzeug mitnahm.

 

Ingeborg Bachmann, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen Deutschlands des 20. Jahrhunderts, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum feiert das Muße-Literaturmuseum der Stadtbibliothek nicht nur mit einem aufgrund riesiger Nachfrage ausgebuchten literarischen Vortrag am 14. Juli, sondern auch mit dieser Sonderausstellung im Muße-Literaturmuseum.

Die Wechselausstellung «Das besondere Objekt» gibt in einer Bildschirmpräsentation Einblicke zu Ingeborg Bachmanns Aufenthalte in Baden-Baden und zeigt Briefe (Faksimiles) und stellt Bachmanns Texte aus dem Band «Male Oscuro» in einen literarischen und biographischen Zusammenhang. Bachmann beschäftigte sich darüber hinaus mit den Werken Georg Groddecks, schrieb den Entwurf einer Rezension für den «Spiegel» und eine Erzählung mit Bezug zu Groddeck. Im Herbst wird in der Reihe «Spuren» des Deutschen Literaturarchivs in Marbach ein Heft erscheinen «Ingeborg Bachmann in Baden-Baden», indem dann ebenfalls die neuen Erkenntnisse zu ihren Aufenthalten und Spuren in der Stadt beschrieben werden.

Das Muße-Literaturmuseum zeigt in 18 Stationen Weltliteratur aus und über Baden-Baden. Die Wechselausstellung «Das besondere Objekt» beschäftigt sich mit einzelnen Autoren und deren persönlichen Bezug zu Baden-Baden. Ingeborg Bachmann ist nach Justinus Kerner, Alfred Döblin und Martina Hochheimer die vierte literarische Persönlichkeit, der «Das besondere Objekt» gewidmet ist. Das Muße-Literaturmuseum ist während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zugänglich, Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr sowie Samstag 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.




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