Am 25. Februar 2022 um 19:00 Uhr
Iris Berben liest im Museum Frieder Burda – Vom sagenhaften Urfisch Leviathan

Baden-Baden, 11.02.2022, Bericht: Museum Frieder Burda Die unermessliche Formenvielfalt, die vielgestaltige Ästhetik der Korallen sind die große Leidenschaft des jüdischen Korallenhändlers Nissen Piczenik aus dem galizischen Städtchen Progrody.
Lebendige geheimnisvolle Wesen sind sie für ihn, die unter der Obhut des sagenhaften Urfisches Leviathan den Meeresgrund bevölkern. Zu Schmuck verarbeitet, entfalten sie magische Kräfte – sie blühen auf oder verwelken, je nach Charakter ihrer Trägerin. Mehr und mehr gilt dem Meer seine Sehnsucht, Piczenik folgt den Erzählungen eines vorbeireisenden Matrosen, erfährt von Seeschifffahrt und Seemannsgarn, von Tauchern, Fischfang und Walfischen. So wird er schließlich durch die Welt getrieben – und von der verhängnisvollen Erfindung künstlicher Korallen in den Abgrund gezogen.
Die 1938 veröffentlichte Erzählung «Leviathan» des berühmten Schriftstellers Joseph Roth, geboren 1894 als Sohn jüdischer Eltern in Galizien, gehört zu seinen bekanntesten Meisterwerken. Roth gilt heute als einer der sprachmächtigsten Dichter der deutschen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Nach Studienjahren in Wien und Lemberg war er im Ersten Weltkrieg Soldat. Danach lebte er, zunächst als Journalist und später auch als Schriftsteller, in Wien und Berlin. 1933 emigrierte Joseph Roth nach Paris, wo er 1939, verarmt starb. Die Geschichte dieses Niedergangs mit fragwürdigem Happy End spiegelt seine eigene Biografie. Im Kontext der aktuellen Ausstellung «Wert und Wandel der Korallen» leitet die Lesung eine Reihe weiterer Veranstaltungen zum Thema ein.
Iris Berben als Gast in Baden-Baden
Das Museum Frieder Burda freut sich sehr, mit Iris Berben eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands für eine Lesung der Erzählung von Joseph Roth gewonnen zu haben. Berben ist nicht nur geschätzt als überzeugende Darstellerin in so erfolgreichen Filmen wie «Das Erbe der Guldenburgs» (1986-1990), der «Rosa Roth»-Reihe (1994-2013), «Krupp – Eine deutsche Familie» (2009), «Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte» (2014) oder «Unter Freunden stirbt man nicht» (2020) – für ihre schauspielerischen Leistungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, der Goldenen Kamera und dem Bambi. Sie ist zudem auch bekannt für ihr konsequentes politisches Engagement, für das sie u.a. das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland erhielt. – Ihre ausführliche Biografie findet sich auf ihrer Webseite www.irisberben.de
Umso mehr freut sich Iris Berben jetzt, am Rahmenprogramm der aktuellen Ausstellung im Museum Frieder Burda mitzuwirken, bei der es um die Zukunft der Ozeane, der maritimen Artenvielfalt und insbesondere der Korallenriffe geht, und sich damit dem Plädoyer der beiden Künstlerinnen Margaret und Christine Wertheim und des Museum Frieder Burda für mehr Achtsamkeit unseren Lebenswelten gegenüber anzuschließen.
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