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Herbstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden

Jacques Offenbach im Festspielhaus – Mit Pariser Orchester „Les Musiciens du Louvre“

Jacques Offenbach im Festspielhaus – Mit Pariser Orchester „Les Musiciens du Louvre“
Olga Peretyatko. Foto: Ali Khan

Baden-Baden, 09.11.2018, Bericht: Festspielhaus In einer konzertanten Aufführung erklingt bei den Herbstfestspielen Baden-Baden am Sonntag, 25. November 2018 um 17 Uhr «Les Contes d’Hoffmann» − zu Deutsch: «Hoffmanns Erzählungen» − von Jacques Offenbach.

Das Pariser Orchester «Les Musiciens du Louvre», das sich mit seinem Leiter und Gründer Marc Minkowski einen besonderen Namen mit Offenbach-Interpretationen gemacht hat, begleitet an diesem Abend Stars wie Olga Peretyatko (Sopran), Charles Castronovo (Tenor) und Luca Pisaroni (Bass-Bariton).

Einige der Arien, Couplets und Orchesterwerke aus «Hoffmanns Erzählungen» zählen zu den beliebtesten Kompositionen der Musikgeschichte: Die «Barcarole» aus dem «Venedig-Akt» etwa oder Hoffmanns Spottlied vom «Klein Zack», die jahrzehntelang in keinem Wunschkonzert fehlen durften.

Die Autoren Jules Barbier und Michel Carrés hatten bereits 1851 ein Schauspiel geschaffen, in dem verschiedene Erzählungen E.T.A. Hoffmanns verarbeitet waren. Dieses Stück nutzte Jacques Offenbach als Grundlage für sein Opern-Libretto. Darin erlebt Hoffmann in seiner Phantasie drei verschiedene Liebes-Abenteuer, verschmäht am Ende die von ihm zunächst geliebte Sängerin Stella und widmet sich ganz der Kunst. Weitere Abenteuer führen ihn zur singenden Puppe Olympia, zur totgeweihten Antonia und zur Kurtisane Giulietta. Der musikalisch-theatralische Kniff: Offenbach wünschte sich, dass alle Frauenfiguren wie auch sämtliche Schurken in den einzelnen Akten von derselben Sängerin und demselben Sänger dargestellt werden. Dies wird in der Baden-Badener Aufführung der Fall sein.

Der deutsch-französische Operettenkönig Jacques Offenbach komponierte «Les Contes d’Hoffmann», konnte aber die Uraufführung nicht mehr erleben. Wenige Monate zuvor starb der in Köln geborene Komponist, der vor dem Deutsch-Französischen Krieg von 1871 gern in Baden-Baden dirigierte und eine seiner Operetten «Lieschen und Fritzchen» mit «Blick ins Elsass und den Schwarzwald schrieb», wie es ein Forscher nannte. Im Februar 1881 öffnete sich an der Pariser «Opéra Comique» erstmals der Vorhang für «Les Contes d’Hoffmann». Offenbachs Witwe hatte bei befreundeten Komponisten eine Fertigstellung der Partitur in Auftrag gegeben.

Mit dieser Uraufführung begann eine wechselvolle Interpretations-Geschichte rund um die schaurig-schöne Handlung, in deren Mittelpunkt die E.T.A. Hoffmann nachgeformte Künstler-Figur Hoffmann steht. Erst 1998 sicherte sich der französische Komponist und Dirigent Jean-Christophe Keck ein verschollen geglaubtes Original-Manuskript des «Venedig-Aktes» der Oper. Auf dieser Grundlage schuf er gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Kaye für den Schott-Verlag eine neue «kritische» «Hoffmann»-Ausgabe, die der Aufführung in Baden-Baden zugrunde liegt.

Die konzertante Festspiel-Aufführung wird allerdings bei Weitem keine «steife» Angelegenheit. In eigens angesetzten Proben werden die Protagonisten versuchen, die große Festspielhaus-Bühne auch für kleine szenische Interpretationen zu nutzen. Das Publikum darf gespannt sein.

Mit Olga Peretyatko (Sopran), Charles Castronovo (Tenor) und Luca Pisaroni (Bass-Bariton) kehren drei internationale Opernstars nach Baden-Baden zurück. Olga Peretyatko war hier die umjubelte Violetta Valéry in Rolando Villazóns Inszenierung der Verdi-Oper «La traviata». Zuvor war die Sopranistin schon als Adina in «L’elisir d’amore» − ebenfalls von Villazón inszeniert − eingesprungen und hatte damit eine Aufführung der Baden-Badener Pfingstfestspiele gerettet.

Der amerikanische Tenor Charles Castronovo sang auf der Festspielhaus-Bühne bereits drei mal in einer Faust-Oper: in Arrigo Boitos Oper «Mefistofele» an der Seite von Erwin Schrott, den Faust in Charles Gounods gleichnamiger Oper und bei den Osterfestspielen 2015 den Faust in Berlioz «Die Verdammnis des Faust» unter Sir Simon Rattle mit Joyce DiDonato. Charles Castronovo debütiert als Hoffmann in Baden-Baden − eine Rolle, auf die er sich schon lange freut und vorbereitet.

Luca Pisaroni war in Baden-Baden nicht nur an der Seite seines Schwieger-vaters Thomas Hampson in verschiedenen Konzertprogrammen zu erleben. Als Leporello glänzte er in der Festspiel-Produktion «Don Giovanni» (2012) an der Seite von Anna Netrebko (Donna Anna) und Erwin Schrott (Don Giovanni). Auch er gibt sein Debüt in der Rolle der Schurken Lindorf, Coppélius, Dr. Mirakel und Dapertutto.

Weitere Informationen und Tickets: www.festspielhaus.de. Persönliche Beratung und Reservierungen: Telefon 07221 / 30 13 101.


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