Schulgeschichte Hohenbaden Teil 3

Kinder aus Moskau, New York, Buenos Aires oder Hongkong – Das Gymnasium der Stadt Baden-Baden im wilhelminischen Kaiserreich – Humanistische Bildung und patriotische Feiern

Kinder aus Moskau, New York, Buenos Aires oder Hongkong – Das Gymnasium der Stadt Baden-Baden im wilhelminischen Kaiserreich – Humanistische Bildung und patriotische Feiern
Die Sextaner des Schuljahres 1898. Foto: Reinhard Bode/Gymnasium Hohenbaden

Baden-Baden, 10.12.2022, Bericht: Reinhard Bode Als Schuldirektor Franz Xaver Frühe 1895 das fünfundzwanzigjährige Jubiläum des Bestehens eines Gymnasiums in Baden-Baden feierte, konnte er eine Erfolgsgeschichte erzählen.

Das Konzept der humanistischen Bildung, das den Schülern in beeindruckendem Umfang Begegnungen mit den Hauptwerken der griechischen und lateinischen Literatur der Antike sowie der klassischen deutschen Literatur ermöglichte, stand in höchstem Ansehen. Doch Patriotismus und Nationalismus sind in der Erziehung nicht weniger wichtig. Geburtstage und Regierungsjubiläen des Großherzogs oder des Kaisers, Jahrstage der Schlachten des Deutsch-Französischen Krieges sind Anlässe für Schulfeste.

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Direktor Frühe selbst setzte sich dafür ein, dass der realgymnasiale Zweig, der eher auf Berufe in Industrie, Handel und Verwaltung vorbereitete, im Jubiläumsjahr vom Gymnasium an die neuerrichtete Realschule verlegt wurde, die sich zur Oberrealschule mit Realgymnasium entwickelte – zunächst im Neubau in der Vincenti-Straße, ab 1907 in dem gewaltigen turmgekrönten Neubau in der Hardt-Straße.

 

Das Gymnasium erwirbt – oft durch Schenkungen von Eltern und ehemaligen Schülern – eine reiche Bibliothek und vielgestaltige naturwissenschaftliche Sammlungen. Die Schülerschaft ist bemerkenswert international: Kinder aus Moskau, New York, Buenos Aires oder Hongkong vereint der Unterricht am Gymnasium. Ab 1903 findet man das erste Mädchen unter den Schülern. Seit 1894 gibt es sogar einen Fußball-Club!

Das Schularchiv des Gymnasiums Hohenbaden dokumentiert überreich Biographien, Geschichten, Anekdoten, die den Vortragsabend zu einer kurzweiligen und unterhaltsamen Zeitreise werden lassen.

Man trifft sich am Donnerstag, dem 15. Dezember, im Gymnasium Hohenbaden. Der Vortrag beginnt 19.00 Uhr, ab 18.30 Uhr und nach dem Vortrag ist die kleine Ausstellung zur Besichtigung frei.


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