Philharmonie Baden-Baden

Philharmonie heute Abend im Kurhaus – Doppelkonzert mit Wurzeln in Baden-Baden

Philharmonie heute Abend im Kurhaus – Doppelkonzert mit Wurzeln in Baden-Baden
Foto: Jörg Bongartz

Baden-Baden, 20.09.2024, Bericht: Redaktion Ohne den schmerzlich vermissten Arndt Joosten findet heute das erste Abokonzert der Philharmonie Baden-Baden im Kurhaus statt. Neu ist mit der neuen Saison der Beginn der Abokonzerte am Freitagabend.

Auf vielfachen Wunsch beginnen die Konzerte mit «Großer Klassik» ab sofort bereits um 19.30 Uhr., teilt die Philharmonie mit. Restkarten sind an der Abendkasse im Kurhaus Baden-Baden verfügbar. Die Konzerteinführung beginnt um 19 Uhr im Kurhaus.

Die Mitteilung der Philharmonie Baden-Baden vom 19. September 2024 im Wortlaut:

Zum ersten Abokonzert der neuen Saison hat Chefdirigent Heiko Mathias Förster zwei hochkarätige Solisten eingeladen: Kirill Troussov, Violine, und Benedict Kloeckner, Violoncello, musizieren am Freitag, 20. September, gemeinsam mit der Philharmonie Baden-Baden. Auf dem Programm stehen das Doppelkonzert a-Moll von Johannes Brahms, das Concertino «Autumn» von Virgil Thomson und die Sinfonie Nr. 2 f-Moll von Max Bruch.

 

Neu ist mit der neuen Saison der Beginn der Abokonzerte am Freitagabend. Auf vielfachen Wunsch beginnen die Konzerte mit «Großer Klassik» ab sofort bereits um 19.30 Uhr. Restkarten sind an der Abendkasse im Kurhaus Baden-Baden verfügbar. Die Konzerteinführung beginnt um 19 Uhr im Kurhaus Baden-Baden.

Eine ganz besondere Geschichte verbindet das Doppelkonzert von Johannes Brahms mit Baden-Baden: Als Brahms während seines Sommeraufenthalts in Thun im Jahr 1887 sein Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester schrieb, galt er längst als einer der wichtigsten Repräsentanten großer Orchestermusik seiner Zeit. Es sollte sein letztes großes Orchesterwerk werden. Als Gründe dafür, dass Brahms sich zur Komposition eines Doppelkonzerts entschlossen hatte, werden meist zwei Sachverhalte angeführt. Beide haben etwas zu tun mit damals sehr berühmten Solisten, mit dem Geiger Joseph Joachim und mit dem Cellisten Robert Hausmann. Letzteren hat Brahms sehr geschätzt. Er hatte ihm bereits seine Cello-Sonate Nr. 2 gewidmet, aber Hausmann wünschte sich auch noch ein Cellokonzert von ihm. Der zweite Grund dürfte der Versuch von Brahms gewesen sein, seine ehedem sehr enge, aber in die Brüche gegangene Freundschaft mit Joseph Joachim zu kitten. Als Joachim sich von seiner Frau Amalie scheiden ließ, hatte Brahms Partei für Amalie ergriffen. Das wollte Joachim ihm nicht verzeihen. Die Jahre später sehr dezent gestellte Anfrage an Joachim, ob er die Uraufführung des Doppelkonzerts zusammen mit Hausmann spielen wolle, war ein Versöhnungsversuch. Er gelang, und die Freundschaft zwischen den beiden kam wieder ins Lot. Eine erste inoffizielle Aufführung fand unter der Leitung von Brahms mit den beiden Solisten und dem Vorgängerorchester der Philharmonie Baden-Baden am 23. September 1887 in Baden-Baden statt. Die Uraufführung selbst folgte wenig später am 18. Oktober in Köln mit dem Gürzenich-Orchester.

Bei Max Bruch hat man sofort sein Erstes Violinkonzert im Ohr. Dabei hat der Komponist mit rheinischen Wurzeln auch Opern, Sinfonien, Kammermusik und Klaviersonaten von beachtlicher Qualität geschrieben. Der Geiger Joseph Joachim, der sowohl mit Brahms als auch mit Bruch befreundet war, hat Bruchs Erstem Violinkonzert zu Weltruhm verholfen. Wohl deshalb hat Bruch dem berühmten Geiger auch seine zweite, im Jahr 1870 entstandene Sinfonie gewidmet, die heute nur noch sehr selten im Konzertsaal zu hören ist. Die Uraufführung war zwar durchaus erfolgreich, danach aber geriet sie in Kritik und wurde trotz ihrer musikalischen Qualitäten kaum noch aufgeführt.

Wie schon der Titel «Autumn» erkennen lässt will das viersätzige Concertino des amerikanischen Komponisten Virgil Garnett Thomson die Atmosphäre des Herbstes heraufbeschwören. Dass das ausgesprochen melodische kleine Konzert mit seinen musikalischen Stimmungsbildern in weiten Teilen an Filmmusik erinnert, ist kein Zufall. Vor allem in den 1930 und 1940er Jahren hat Thomson mit Preisen bedachte Film- und Theatermusiken geschrieben, die er gelegentlich auch zu Konzert-Suiten umarbeitete. Nach einem Studium an der Harvard Universität hatte er in Paris Unterricht bei der legendären Kompositionslehrerin Nadia Boulanger genommen. Hier war er auch mit der «Group des Six» in Kontakt gekommen, einem Zusammenschluss von Komponisten, dem unter anderem Francis Poulenc, Arthur Honegger und Darius Milhaud angehörten. Auch der Maler Pablo Picasso gehörte in Paris zu Thomsons Freundeskreis. 1940 ging Thomson zurück in die USA und ließ sich in New York nieder. Dort entstand sein musikalisches Stimmungsbild über den Herbst. Das Concertino für Streicher, Harfe und Percussion erlebte seine Uraufführung allerdings wieder in Europa, beim «Ersten Festival für amerikanische und spanische Musik» am 19. Oktober 1964 in Madrid.




Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.