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Rückblick und Ausblick

Prosecco, Goethe und das ewige Rom – Neujahrsempfang des Deutsch-Italienischen Kreises

Prosecco, Goethe und das ewige Rom – Neujahrsempfang des Deutsch-Italienischen Kreises
Die Mitglieder und Freunde des Deutsch-Italienischen Kreises beim Neujahrsempfang 2019. Foto: Langebeck

Baden-Baden, 09.02.2019, Bericht: Gretel Langebeck Der Deutsch-Italienische Kreis Baden-Baden begrüßte bei dem traditionellen Neujahrsempfang gemeinsam mit Mitgliedern und Freunden der italienischen Lebensart das neue Jahr.

Bei Prosecco, italienischen Weinen und kulinarischen Köstlichkeiten, die der Vorstand und Beirat und Mitglieder des Kreises liebevoll vorbereitet und dekorativ in den Farben der italienischen Fahne präsentierten, sprach der Präsident des Vereins Constantin Sperneac-Wolfer einige Worte. Zuerst bedankte er sich sehr für die Mühe und die intensive Arbeit beim Vorstand- und Beirat ohne die es den Circolo nicht geben würde, ebenfalls bei den Mitgliedern, Freunden, Sponsoren und Unterstützern, die durch den regelmäßigen Besuch der Veranstaltungen und der Sprachkursen zeigen, dass die Arbeit des Circolo gut ankommt und von Erfolg gekrönt ist. Ebenfalls bedankte er sich bei den Lehrern und Lehrerinnen der Sprachkurse. Anschließend sprach er über die kulturellen Angebote des Vereins. Diese finden nicht nur in Sprachkursen für Kinder und Erwachsene, Sommer- und Herbstfest ihren Ausdruck, sondern auch in Angeboten, die im vergangenen Jahr in ihrer Anzahl, Thematik, Art und Weise in der Geschichte des Circolo einmalig waren und die in der Erinnerung der Besucher und auch im kulturellen Leben der Stadt bleiben werden.

Geboten wurde etwas für den Gaumen mit den etablierten beliebten Spaghettatas, die von dem italienischen Koch und Sommelier Nicolò Lana durchgeführt werden und mit den Caffeterias, die im Jahr 2018 eingeführt wurden und einen sehr positiven Anklang bei den Besuchern fanden. Neben den herausragenden Vorträgen von Frau Ingeborg Grönewäller − Leben und Werk Tintorettos − und Günther F. Klümper − Andrea Palladio und seine Bauwerke − über Kunst und Architektur, beeindruckte Pfarrerin Marlene Bender mit ihrem persönlichen und lebendigen Vortrag über das kurze Leben der «poeta docta» aus Ferrara Olympia Fulvia Morata, einer europäischen Grenzgängerin und hoch gebildeten Anhängerin der Reformation, die in Heidelberg ihre letzte Ruhestätte fand.

Das Altertum und die Geschichte wurden mit dem Schwerpunkt Rom und das römische Reich aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Den Auftakt machte Ernst Walter Siemon, ehemals Rundfunksprecher, mit Lesungen aus Goethes Italienischer Reise. Eine Lesung, die nicht nur Eindruck hinterließ durch die Stimme des professionellen Lesers, die den Text zum Leben erweckte, sondern auch durch die mitreißende Leidenschaft mit der vorgelesen wurde.

Es folgte Herr Johann Deiters mit seinem inspirierenden, bildenden, packenden und detailreich recherchierten Bildervortrag, "Roma aeterna - Das ewige Rom" mit einer Symbiose der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Roms, der Stadt, die wie für die Ewigkeit geschaffen zu sein scheint. Mit diesem Vortrag entflammte Johann Deiters bei den Zuschauern die Lust, sich für das Fach Geschichte zu interessieren − Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen näher zusammen als man vermuten könnte und es gibt einen in sich immer wieder kehrende Kreis in der Geschichte. Johann Deiters ließ wie von Zauberhand mehrere tote Sprachen frei rezitierend aufleben, und nahm damit die Zuschauer mit in die Vergangenheit.

Die Reihe wurde abgeschlossen mit dem kenntnisreichen Bildervortrag von Heinrich Niederer «Mit Goethe und Google nach Rom». Herr Dr. Niederer zog mit seiner energiegeladenen Art den Zuhörer in seinen Bann. Einen in seiner Art einmaligen Bildervortrag, der den Zuschauer begeisterte.

Die Lesung und die Bildervorträge waren ein absoluter Erfolg und trafen den Nerv der Zuschauer. Den Vortragenden des Themas Rom war eine Sonderehrung im Anschluss an den Vortrag von Heinrich Niederer als ein persönliches Dankeschön zu teil geworden. Der Vorstand und Beirat des Kreises entschied dies nicht nur wegen des Erfolges, den die drei Vortragenden beim Publikum hatten, auch wegen des besonderen Engagements mit Recherchen vor Ort und enormem Zeit- und Arbeitseinsatz derselben und wegen der immer noch anhaltenden Wichtigkeit und dem Einfluss, den das Thema noch heute auf die Welt ausübt und in der Zukunft ausüben wird, denn Rom ist eben aeterna. Die Ehrung war dankend und gerührt aufgenommen worden. Der von der Ehrung überraschte Herr Ernst Walter Siemon meinte, das habe er nicht erwartet, das mache ihm so richtig Lust mit seinen Lesungen im Circolo fortzufahren. Ebenfalls 2018 geehrt wurde Herr Nicolò Lana für seinen seit Februar 2017 ehrenamtlichen Einsatz bei der Spaghettata.

Der Präsident des Vereins stellte weiter das neue Programm 2019 vor. Neben den Sprachkursen für Kinder und Erwachsene, Gaumenköstlichkeiten, Sommer- und Herbstfest kommt auch in diesem Jahr die Kultur nicht zu kurz. Das Programm beinhaltet im ersten Halbjahr Lesungen von Herrn Ernst Walter Siemon aus Mark Twains «Bummel durch Europa − Italien», einen Bildervortrag von Uwe Seetzen «Italien unter Napoleon und den Napoleoniden − Kaiser, Könige und Geschwister», eine gemeinsame Bahnfahrt zur Kunstausstellung im Städelmuseum nach Frankfurt «Tizian und die Renaissance in Venedig» organisiert und begleitet von Jutta Wiesel, einen Bildervortrag von Silvia Niedermeyer «La Scala racconta − die Scala erzählt» und selbstverständlich spielt auch die Kulturhauptstadt Matera eine Rolle. Ihr wird Ehre zuteil mit einem Vortrag von Marina Detzel von der Universität Stuttgart mit anschließender leckerer Osteria − geplant ist ein italienisches 3-Gänge-Menü aus der Gegend Materas.

Zum Schluss ermutigte der Präsident Constantin Sperneac-Wolfer die Mitglieder, ihre Ideen in den Verein einzubringen und gestalterisch und kreativ mit dem Vorstand und Beirat zusammen zu arbeiten. Eine Idee, die bei manchem Gast sofort Anklang fand. Der Präsident sagte wörtlich: «Wir sind zwar weit entfernt von dem Phantom, das seit einigen Monaten durch die örtliche Presse zieht, nämlich das Aussterben der Vereine wegen mangelnden Nachwuchses, man wolle aber bereits im Vorfeld den Verein so positionieren, dass es zu diesem Problem erst gar nicht kommen kann.» Er persönlich gedenke, sich weiter als Präsident des Kreises zur Verfügung zu stellen und es sei sogar so, dass die Räume des Circolo in diesem Jahr noch renoviert werden sollen, wofür der Circolo sich über möglich viele Spenden freuen würde, denn Renovierungen sind teuer und der Deutsch-Italienischer Kreis hat eine Renovierung der Räume bitter nötig.

Die Mitglieder des Kreises und neue Freunde genossen die italienische Gastfreundschaft, das spontanes Rezitieren von Cosima Ponath und die Lesung von Jutta Wiesel und unterhielten sich lange bei passender Beleuchtung, Essen und Getränken.


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