Naturschutz
Wanderer und Kletterer stören Wanderfalken am Battert beim Brüten – Neue Informationsschilder unterhalb der Badener Wand
Baden-Baden, 04.03.2022, Bericht: Redaktion «Die Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden sind aufgrund ihrer Lage und Formation ein äußerst günstiger Brutstandort für den Wanderfalken», erklärt das Regierungspräsidium Karlsruhe.
Trotz idealer Brutmöglichkeiten ließen die Bruterfolge in den vergangenen Jahren offenbar zu wünschen übrig. Grund sind laut Regierungspräsidium Wanderer und Kletterer, die die Wanderfalken stören. Durch neue Informationstafeln soll nun verhindert werden, dass die während der Balz- und Brutzeit gesperrten Bereiche an der «Badener Wand» betreten werden.
«Zuletzt wurde Mitte Februar dieses Jahres die Absperrung an der Felsenbrücke beschädigt. Außerdem hielten sich Personen auf dem Felskopf der Badener Wand auf. Solche Störungen können für die Vögel fatale Folgen haben», berichtet das Regierungspräsidium. Die zusätzlichen Schilder, die entlang des «Unteren Felsenweges» aufgestellt wurden, sollen mit einer Grafik den genauen Sperrbereich veranschaulichen und auf das im gesamten Naturschutzgebiet geltende Drohnenflugverbot hinweisen. Zudem habe der Deutsche Alpenverein Arbeitskreis Battert zur besseren Abgrenzung der gesperrten Zone die Kletterhaken mechanisch verschlossen und mit Bändern versehen, sodass Kletterer auch im Gelände vor Ort leicht erkennen, welche Routen gesperrt sind. Alle Besucher wbittet das Regierungspräsidium mit darauf zu achten, dass die Sperrungen eingehalten und Störungen an das Ordnungsamt oder die Polizei gemeldet werden.

Neue Informationstafeln weisen die Besucher auf den gesperrten Bereich an der «Badener Wand» hin. Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe, Ioan-Danut Bejerea, 2022.
Zum «Hintergrund Wanderfalken am Battert» heißt es in der Erklärung des Regierungspräsidium Karlsruhe:
Die Wanderfalken brüten seit 2004 wieder im Naturschutzgebiet. Der Horstplatz am Felsmassiv «Badener Wand» ist dafür ideal geeignet. Raubsäuger gelangen schlecht an den Horst und es gibt zudem eine kleine Nische, die die Jungvögel bei besonders schlechtem Wetter schützt. Trotz dieser eigentlich günstigen Voraussetzungen hatten die Wanderfalken am Battert im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt und im Vergleich zu den weiteren Wanderfalkenrevieren in der näheren Umgebung im letzten Jahrzehnt einen unterdurchschnittlichen Bruterfolg. In den vergangenen zehn Jahren waren am Battert nur vier Bruten erfolgreich. Ursächlich dafür sind Personen, die geltende Schutzregelungen nicht ein-halten. Zum Schutz vor Störungen der Greifvögel in der empfindlichen Zeit der Balz, Brut und Jungenaufzucht gelten spezielle Regelungen zur Besucherlenkung und für den Klettersport. In dieser Zeit sind die Felsenbrücke und ein Teil der Kletterrouten an der Badener Wand gesperrt. Störungen im Umfeld des Wanderfalkenhorstes können zum Verlust der Gelege oder Jungvögel führen. Die Falkeneier können ohne Schutz der Altvögel durch Auskühlen oder Überhitzen schnell absterben. Gleiches gilt für bereits geschlüpfte Jungvögel, da diese in den ersten Tagen die Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren können und auf Wärme der Elterntiere oder den Schatten derer Flügel angewiesen sind. Verlassene Eier und Jungvögel sind zudem leichte Beute für Fressfeinde. Werden fütternde Elterntiere durch Störungen vom Horst ferngehalten, kann es zum Verhungern der Jungvögel kommen.
Naturgenuss und Naturerlebnis sind von den Sperrungen aber nur wenig beeinträchtigt: Wanderer haben im Naturschutzgebiet an zwei weiteren Wegpunkten entlang des Rundweges die Möglichkeit, die schöne Aussicht in das Oostal bis hin zum Rhein zu genießen und die Felsen zu erleben. In der Nähe des Alten Schlosses liegt die Ritterplatte und in Richtung Osten kann man bei der Bergwachthütte auf die Felsköpfe steigen. Auch für die Klettersportler sind im Natur-schutzgebiet viele Alternativen vorhanden. Es stehen weitere Kletterfelsen mit über 300 Kletterrouten verschiedenster Schwierigkeitsgrade zur Verfügung.
Ob weitere Maßnahmen zum gesetzlichen Schutz des Wanderfalken-Brutplatzes am Battertfelsen notwendig werden wird davon abhängen, ob die geltenden Regelungen zukünftig eingehalten werden.
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