Aus dem Rathaus Baden-Baden
Baden-Badener Bürgermeister Wieland blickte auf den Krieg in der Ukraine – Kranzniederlegung in Lichtental
Baden-Baden, 04.11.2026, Bericht: Rathaus Zum Gedenken an die Gefallenen und Opfer der Weltkriege sowie an die verstorbenen Mitglieder und Angehörigen der französischen und deutschen Streitkräfte fand am Montag, 2. November, auf dem Ehrenfriedhof in Lichtental die traditionelle Kranzniederlegung statt.
Erster Bürgermeister Alexander Wieland erinnerte in seiner Ansprache an die Menschen, die in den Weltkriegen ihr Leben verloren haben. Viele von ihnen seien noch jung gewesen und hätten Familien, Freunde, Hoffnungen und Pläne für ihr Leben gehabt. Hinter jedem Namen auf einem Grabstein stehe ein Mensch und hinter jedem Menschen Angehörige, die um ihn getrauert hätten. Der Ehrenfriedhof sei deshalb mehr als eine Ruhestätte. Er sei ein Ort der Erinnerung und des Nachdenkens.
Eine besondere Bedeutung komme dem gemeinsamen Gedenken an die deutschen und französischen Gefallenen zu. Deutschland und Frankreich hätten sich einst als erbitterte Feinde gegenübergestanden. Heute seien beide Länder Freunde und enge Partner. Menschen, die damals gegeneinander kämpften, ruhen heute auf dem Ehrenfriedhof nebeneinander. Wieland betonte, dass diese Entwicklung keineswegs selbstverständlich sei. Sie zeige, dass Versöhnung möglich sei und aus Feindschaft Freundschaft entstehen könne. Frieden müsse jedoch immer wieder neu bewahrt und gestaltet werden. Gerade in einer Zeit, in der Krieg und Gewalt in Europa und anderen Teilen der Welt wieder Realität seien, gewinne das gemeinsame Gedenken besondere Bedeutung. In diesem Zusammenhang ging Wieland auch auf den Krieg in der Ukraine ein. Dieser führe erneut vor Augen, dass Frieden und Sicherheit in Europa keine Selbstverständlichkeit seien. Umso wichtiger sei es, die Lehren aus der Vergangenheit nicht zu vergessen und sich für Verständigung, Zusammenarbeit und ein friedliches Zusammenleben einzusetzen. Die Erinnerung an die Toten verpflichte nicht zu Schuld oder Abgrenzung, sondern zu Verantwortung für den Frieden, für die Verständigung zwischen den Völkern und für ein respektvolles Miteinander. Mit dem Gedenken verbinde sich zugleich die Hoffnung, dass kommende Generationen ihre Zukunft in Frieden und Freiheit gestalten können. «Den Toten zum Gedenken. Den Lebenden zur Mahnung. Der Zukunft zum Frieden», schloss Wieland seine Ansprache.
Im Rahmen der Gedenkfeier wurden zwei Kränze der Stadt Baden-Baden und des französischen Konsulats niedergelegt. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch das Bläser-Quartett «Vierventiler» des Musikvereins Lichtenthal. Die Tradition des Gedenkens auf dem Ehrenfriedhof wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den französischen Streitkräften begründet und wird seit deren Abzug im Jahr 1999 von der Stadt Baden-Baden weitergeführt. Sie steht bis heute für die enge Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die Versöhnung und das gemeinsame Eintreten für Frieden und Verständigung.
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