Grundwasser möglicherweise mit PFAS belastet
Der Umwelt-Skandal in Baden-Baden und Rastatt, um den sich kaum eine Partei kümmert – Gartenbewässerung in PFAS-belasteten Gebieten am besten mit Trink- und Regenwasser

Baden-Baden, 31.03.2026, Bericht: Redaktion Bei all den großen aktuellen Themen der letzten Jahre bleibt nur wenig Zeit für eine öffentliche Debatte zum größten Umweltskandal der letzten Jahrzehnte in Baden-Baden und im Landkreis Rastatt.
Auch in den diversen Wahlkämpfen spielten die befürchteten Auswirkungen auf die Gesundheit und die Landwirtschaft kaum eine Rolle. Zum Frühlingsanfang geben die Stadt Baden-Baden und das Landratsamt Rastatt wichtige Hinweise zur Gartenbewässerung. Dies betrifft insbesondere die Gebiete in der mittelbadischen Region, in denen per- und polyfluorierte Chemikalien, PFAS in landwirtschaftlich genutzten Böden und im Grundwasser nachgewiesen wurden.
Die weitere Mitteilung aus dem Rathaus Baden-Baden vom 30. März 2026 im Wortlaut:
Bei der Bewässerung mit PFAS-belastetem Grundwasser können sich diese Substanzen in der Pflanze und im Boden anreichern. Zur Prognose von Schadstofffahnen im Grundwasser wurde durch die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LUBW) ein Grundwassermodell entwickelt, das der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Mithilfe des Modells wurden Gemeinden und Ortsteile identifiziert, in denen das Grundwasser möglicherweise eine PFAS-Belastung aufweist. Darunter fallen im Stadtkreis Baden-Baden der Stadtteil Sandweier, das Gewerbegebiet Steinbach-West und den Gewerbepark Bollgraben. Auf Grund der Datenlage und dem Vorliegen von vereinzelt erhöhten Werten in Grundwasserproben gilt in diesen Gebieten die Empfehlung, auf die Bewässerung der Gartenanlagen mit Grundwasser zu verzichten. Stattdessen sollte Trinkwasser oder Regenwasser dafür genutzt werden.
Das Grundwassermodell der LUBW wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Neue Boden– und Wasseruntersuchungen fließen dabei genauso in die Prognose mit ein, wie neue Erkenntnisse aus der Forschung. Sobald sich aus den Messwerten oder dem Modell eine Neubewertung der Situation ergibt, werden die jeweiligen Gemeinden informiert und die Nutzungsempfehlung gegebenenfalls aufgehoben. Es ist möglich, das eigene Brunnenwasser auf PFAS untersuchen zu lassen. Die PFAS-Geschäftsstelle im Landratsamt Rastatt und das Umweltamt der Stadt Baden-Baden geben dazu gerne Auskunft über geeignete Labore sowie den erforderlichen Analyseumfang. Die Analyse des eigenen Brunnenwassers ist allerdings mit Kosten verbunden. Das Ergebnis ist nur über einen begrenzten Zeitraum aussagekräftig, weil sich die Konzentrationen der PFAS im Grundwasser über die Jahre verändern. Zu bedenken ist auch, dass die Bewässerung des Gartens über mehrere Jahre mit Trinkwasser in der Regel günstiger ist als eine einmalige Wasseranalyse auf PFAS.
Weitere Informationen gibt es auf den Webseiten www.baden-baden.de, www.landkreis-rastatt.de und www.lubw.baden-wuerttemberg.de.
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