Aus dem Rathaus Baden-Baden
„Man durfte nicht sagen, was man dachte“ – Workshop zur DDR an der Realschule mit Henryk Gericke
Baden-Baden, 13.03.2026, Bericht: Rathaus Der Schriftsteller und Herausgeber Henryk Gericke ist seit Oktober 2025 Baldreit-Stipendiat in Baden-Baden. Der Schriftsteller stammt aus Berlin und war in den 1980er Jahren Teil der künstlerischen Subkultur und politischen Opposition in der DDR.
Am Mittwoch fand nun ein Workshop mit Schülern der 10. Klassen der Realschule Baden-Baden statt. Sandra Boos hatte als Geschichtslehrerin den Workshop mit den Klassen vorbereitet.
Zunächst zeigte Gericke einen Film über die Punk-Szene in Ost-Berlin, die er damals mitbegründete. Danach schilderte er den interessierten Schülern, wie Jugendliche in der ehemaligen DDR erwachsen wurden: Es gab keine Freiräume, alles war vorgegeben, Zukunftsperspektiven waren kaum vorhanden. Man durfte nicht die Musik hören, die einem gefiel, man durfte nicht sagen, was man dachte und über allem herrschte laut Gericke eine «bleierne Langeweile». Damit wollte er sich nicht abfinden und so begann er als Punk, sich dem entgegenzusetzen. Henryk Gericke opponierte gegen die Diktatur der DDR, gegen die Unfreiheit und die Zensur, und er schilderte sehr eindrücklich den Alltag im System, von den vielen Freunden, die in Haft kamen und bis heute darunter leiden.
Der Baldreit-Stipendiat stellte sich danach den zahlreichen spannenden Fragen der engagierten Schüler, die sichtlich beeindruckt waren von einer Zeit in der deutschen Geschichte, die oft kaum wahrgenommen wird. Er rief die jungen Menschen zum Abschluss dazu auf, ihre wertvolle Jugend nicht nur in virtuellen Welten zu vergeuden, sondern ihre Träume und Ziele auch gegen Widerstände zu verfolgen.
Hinweis: Wie bereits angekündigt, wird Henryk Gericke zum Abschluss seines Stipendiums am Donnerstag, 26. März, 19 Uhr, im Alten Ratssaal des Rathauses eine Lesung anbieten. Der Eintritt ist frei.
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