Aus dem Rathaus Baden-Baden

Niedrigwasser bleibt Problem in Baden-Baden – Seit 20. Juni unter Niedrigwassermarke von 22 Zentimetern

Niedrigwasser bleibt Problem in Baden-Baden – Seit 20. Juni unter Niedrigwassermarke von 22 Zentimetern
Foto: Daniel Noyes / Stadt Baden-Baden

Baden-Baden, 05.11.2026, Bericht: Rathaus Seit Juni führen die Gewässer in Baden-Baden zu wenig Wasser. Am Landespegel der Oos beim Aumattstadion fiel der Wasserstand am 20. Juni unter die Niedrigwassermarke von 22 Zentimetern und hat sich seither nicht erholt.

Nur an vier Tagen Ende Oktober wurde die Marke dank Niederschlägen wieder überschritten. Im September sank der Pegel zeitweise auf nur 15 Zentimeter. Viele kleinere Gewässer im Stadtgebiet waren zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerer Zeit trockengefallen.

Bei anhaltender Hitze steigt die Wassertemperatur und der Sauerstoffgehalt sinkt. Im Steinbach beim Postplatz wurden über 30 Grad Celsius gemessen, am Landespegel im Oosbach lag die Spitze bei 25 Grad. Hinzu kommen eine höhere Schadstoffkonzentration, der Verlust von Lebensräumen und Verstecken sowie ein verschärfter Wettbewerb um Nahrung und Raum. Fische, Krebstiere und andere Gewässerorganismen geraten dadurch stark unter Stress.

 

Schutzmaßnahme des Umweltamts

Zum Schutz der Gewässerökologie untersagte das städtische Umweltamt seit Ende Juni jegliche Wasserentnahme aus Bächen und Quellen. Das Verbot musste dieses Jahr erstmals bis in den Oktober verlängert werden. Bei Kontrollen durch Mitarbeitende des Umweltamts wurden mehrere Verstöße festgestellt und Bußgeldverfahren bis zu 400 Euro eingeleitet.

Südwesten im Wasserdefizit

Baden-Württemberg erlebt derzeit ein historisches Wasserdefizit. Anfang September war die klimatische Wasserbilanz so niedrig wie nie zuvor seit Beginn der vorliegenden Daten im Jahr 1991. Durch Verdunstung ging deutlich mehr Wasser verloren, als durch Regen nachkam. Böden, Gewässer und Vegetation sind dadurch stark ausgetrocknet. Nach aktuellen Klimamodellen ist künftig mit niederschlagsarmen Sommern, mehr Hitzetagen und Hitzewellen und damit mit häufigerem Niedrigwasser zu rechnen.

Blick nach vorne

Dass der Pegel der Oos schon nach wenigen Regentagen im Oktober wieder über die Niedrigwassermarke stieg, zeigt: Unsere Gewässer können sich erholen, wenn sie die Chance dazu bekommen. Damit die Stadt künftig besser auf solche Sommer vorbereitet ist, erarbeitet die Verwaltung im Rahmen der Klimaanpassungskonzeption Maßnahmen und Lösungen, die Gewässer, Stadtgrün und Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen.




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