Geschichtsunterricht

Schüler der Realschule besuchen Baden-Badener Stadtarchiv – Würdeloser Umgang mit Synagogengrundstück gleich in der Nachbarschaft

Schüler der Realschule besuchen Baden-Badener Stadtarchiv – Würdeloser Umgang mit Synagogengrundstück gleich in der Nachbarschaft
Foto: Sandra Boos

Baden-Baden, 17.07.2026, Bericht: Redaktion Mit einem Geschichtsbewusstsein kann man einige Schätze heben, vor allem in Baden-Baden, wo die Geschichte unübersehbare Zeugnisse der Franzosen, Russen und Engländer hinterließ. Doch die Ergebnisse der finsteren Zeiten unsere Geschichte ließen und lassen die Verantwortlichen lieber ruhen.

So ist der Besuch der 9. Klasse der Realschule eine wichtige und gute Initiative. Beschäftigen könnten sich die Schüler und Lehrer aber auch mit ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Dort befindet sich das Grundstück der ehemaligen, von den Nazis 1938 niedergebrannten Synagoge. Bis heute fordern die Juden die Wiederherstellung der «Würde des Ortes». Vergeblich. Einer der Mitverantwortlichen für diesen Zustand ist der zum Ehrenbürger erhobene Rolf Metzmaier, der als Berater und Rechtsanwalt der uneinsichtigen Eigentümerfamilie agierte. Weiterhin wird das Grundstück vertragswidrig für profane Zwecke missbraucht.

ZUM THEMA

“Unaufgearbeitete

Unaufgearbeitete Nazi-Geschichte in Baden-Baden – Eigentümer des alten Baden-Badener Synagogen-Grundstücks bleiben hart – Rami Suliman: „Die Eigentümer wollen nicht mit uns sprechen“

So gesehen ist die dunkle Zeit der deutschen Geschichte nicht weit entfernt, sondern noch ganz präsent. Eine gedruckte Dokumentation von 120 Seiten zu dieser Schande in Baden-Baden ist bei goodnews4.de kostenlos erhältlich.

 

Die Mitteilung aus dem Rathaus Baden-Baden vom 16. Juli 2026 im Wortlaut:

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchten die neunten Klassen der Realschule Baden-Baden das Stadtarchiv. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler eine spannende und abwechslungsreiche Führung, die ihnen eindrucksvoll zeigte, wie Geschichte anhand originaler Quellen erforscht und nachvollzogen werden kann. Passend zum aktuellen Unterrichtsthema «Nationalsozialismus» präsentierten die Mitarbeitenden des Stadtarchivs verschiedene historische Quellen aus dieser Zeit. Neben alten Gebäudeplänen und Akten konnten die Neuntklässler auch originale Fotografien betrachten – darunter Bilder vom Besuch Adolf Hitlers in Baden-Baden im Jahr 1935. Die vielfältigen Quellen vermittelten einen anschaulichen Einblick in die Geschichte der Stadt während der Zeit des Nationalsozialismus und machten deutlich, welche Bedeutung historische Dokumente für die Aufarbeitung der Vergangenheit haben.

Zurück in der Schule wurde das Erlebte im Unterricht vertieft. In Gruppenarbeit analysierten die Schüler ausgewählte Bildquellen, die sie zuvor im Stadtarchiv kennengelernt hatten. Gemeinsam erarbeiteten sie die Hintergründe der dargestellten Situationen und setzten sich intensiv mit dem Nationalsozialismus in Baden-Baden auseinander. Der Besuch im Stadtarchiv war für alle Beteiligten eine wertvolle Ergänzung des Unterrichts. Er zeigte eindrucksvoll, dass Geschichte nicht nur aus Lehrbüchern besteht, sondern anhand originaler Quellen lebendig und greifbar wird – Heimatgeschichte zum Anfassen.




Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.