Aus dem Landratsamt Rastatt
Seltsame Warnung für den Badesee Weitenung – „Wasseraufnahme über den Mund sollte minimiert werden“
Rastatt/Bühl, 13.05.2026, Bericht: Redaktion Es ist eine seltsam anmutende Warnung, die das Landratsamt Rastatt gestern verbreitete.
Die «Wasseraufnahme über den Mund sollte minimiert werden», heißt es zu «leicht erhöhten PFAS-Werte im Baggersee Weitenung».
Mitteilung aus dem Landratsamt Rastatt vom 12. Mai 2026 im Wortlaut:
Im Rahmen des alljährlichen PFAS-Oberflächengewässermonitorings untersucht die PFAS-Geschäftsstelle des Landratsamts Rastatt zahlreiche Fließgewässer, Seen sowie ausgewiesene Badegewässer im Landkreis auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) – so auch die Badestelle «Wistung» des Baggersees Weitenung.
Anhand der Ergebnisse aus den vergangenen Jahren wurde insbesondere an der Messstelle des Baggersees Weitenung ein ansteigender Trend der PFAS-Gehalte im Badegewässer festgestellt. Für das Baden in Seen gibt es derzeit auf Bundesebene keine gesetzlichen Grenzwerte.
Um eine Empfehlung bezüglich des Badens im Weitenunger Baggersee zu geben, kann hierfür das Bewertungsmodell des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aus Bayern (LGL) herangezogen werden.
Dieses Modell basiert auf der tolerablen wöchentlichen Aufnahme für die vier am besten untersuchten PFAS (sogenannter TWI-Wert) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Für diese EFSA-4 PFAS ergibt sich dadurch ein tolerabler Gehalt des Badewassers von 0,9 µg/l. Aus Sicherheitsgründen werden in diesem Bewertungsmodell 50 Badetage pro Jahr und ein Körpergewicht des Badenden von 10 Kilogramm (durchschnittliches Alter: 14 bis 18 Monate) angenommen.
Im Zuge des jährlichen PFAS-Oberflächengewässermonitorings zum Start der Badesaison 2026 wurde am Baggersee Weitenung für diese vier PFAS-Verbindungen ein Summenwert von 0,9087 µg/l gemessen. Dieser überschreitet den tolerablen Wert von 0,9 µg/l minimal.
Im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes empfiehlt das Gesundheitsamt folgendes zu beachten:
• Die Wasseraufnahme über den Mund sollte minimiert werden. Es sollte darauf geachtet werden, möglichst kein Seewasser, maximal aber 50 Milliliter pro Badetag zu verschlucken (insbesondere bei Kindern).
• Reduzierung der Badetage pro Jahr, um die Exposition mit PFAS-belasteten Wasser zu verringern. Alternativ kann auf benachbarte Badestellen ausgewichen werden. Diese sind in der Badegewässerkarte BW zu finden unter badegewaesserkarte.landbw.de.
Zur weiteren Überwachung wird die PFAS-Geschäftsstelle des Landkreises Rastatt den Baggersee Weitenung in einem verkürzten vierteljährlichen Turnus auf die PFAS-Belastung untersuchen.
Weitere Information gibt es über das Gesundheitsamt sowie die PFAS-Geschäftsstelle des Landkreises Rastatt:
www.landkreis-rastatt.de
www.landkreis-rastatt.de
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