Aus dem Rathaus Bühl

Stadt Bühl kümmert sich um Fledermäuse – Nützliche Insektenjäger brauchen Hilfe

Stadt Bühl kümmert sich um Fledermäuse – Nützliche Insektenjäger brauchen Hilfe
Foto: Beate Link

Bühl, 26.06.2026, Bericht: Landratsamt Fledermäuse machen sich nachts still und heimlich nützlich als Gesundheitspolizei und biologische Schädlingsvertilger. Auf ihrer Speisekarte stehen Schnaken, Motten und Schädlinge im Obst- und Gartenbau. Auch die Tigermücke, die Krankheiten verbreiten kann, wird von Fledermäusen dezimiert. Ein einzelnes Tier frisst bis zu dreitausend Schnaken in einer Nacht. In China gelten die nützlichen Säuger daher als Glücksbringer. Verwandt sind sie übrigens nicht mit Mäusen. Anders als letztere orientieren sie sich mit Echolot und fliegen mit den Händen.

Noch weitgehend unbekannt ist, dass die weiblichen Tiere nur ein Junges im Jahr gebären und dieses von Mai bis August in der Gemeinschaft mit anderen Müttern aufziehen. Die Gebäude bewohnenden Arten suchen dazu Zugluft freie Quartiere in Speichern, Scheunen oder in Spalten außen am Haus auf. Diese sogenannten Wochenstuben sind im Sommer besonders Schutz bedürftig, weil die Jungtiere flugunfähig sind.

 

Fledermäuse zählen zu den seltenen Tierarten und sind in ganz Europa streng geschützt. Es ist für den Arterhalt wichtig, dass die Wochenstuben von Mai bis August ungestört bleiben und dass beispielsweise Renovierungen an Gebäuden mit Fledermausvorkommen außerhalb dieses Zeitfensters stattfinden.

Gerade jetzt kann es vorkommen, dass ein Fledermausjunges am Boden gefunden wird. Doch was ist dann zu tun? Wie die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg mitteilt, wird es am besten vorläufig in einem Schuhkarton mit Deckel in Sicherheit gebracht und bis zur Dämmerung in einem kühlen ruhigen Raum aufbewahrt, zum Beispiel im Keller. Der Schuhkarton sollte mit einem Haushaltspapier ausgelegt und mit einem Marmeladenglasdeckel voll Wasser ausgestattet werden. Ein Baumwolltuch soll zudem über eine Seite des Schuhkartons gezogen werden.

Bei Sonnenuntergang setzt man das Jungtier auf einen hohen mit gut handwarmem Wasser gefüllten und mit Stoff bezogenen hohen Behälter, der mittig in eine ausreichend große Plastikwanne gestellt wird. Geeignete sind zum Beispiel ein hohes mit einer Baumwollsocke überzogenes Einmachglas, eine Sprudelflasche oder eine Wärmflasche auf einem Karton, Die Wanne sollte etwa 40 Zentimeter Durchmesser und einen mindestens zehn Zentimeter hohem Rand haben. Geeignet ist beispielsweise eine Spülwanne oder die unterste Schublade im Kühlschrank. Der hohe mit Stoff überzogene Warmwasser-Behälter sollte den Rand der Wanne überragen. Die so bestückte Wanne wird dann im obersten Stockwerk auf den Fenstersims oder auf den Balkontisch gestellt, möglichst in die Nähe des vermuteten Aus- oder Durchflugbereichs des Muttertiers. Wenn die Mutter noch lebt, wird sie ihr Junges suchen und im Laufe der Nacht holen.

Nähere Informationen gibt es auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg unter www.agf-bw.de oder unter Telefon 01 79 4 97 29 95.




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