Aus dem Rathaus Baden-Baden
Welterbe in Varnhalt und Neuweier – „Dauert es echt über zehntausend Jahre, bis ein Regentropfen wieder in der Thermalquelle hervorsprudelt?“
Baden-Baden, 21.05.2026, Bericht: Rathaus Ein außergewöhnlicher Schultag führte die Kinder der Grundschule Varnhalt/Neuweier mitten hinein in die Geschichte und Besonderheiten ihrer Heimatstadt Baden-Baden.
Im Rahmen der Naturparkschule erlebten die Schüler ein spannendes Modul zum Thema «Wasser als Kulturgut» mit besonderem Fokus auf Baden-Baden als UNESCO-Welterbe.
Die Kinder erfuhren, dass die Stadt als bedeutende Kurstadt ausgezeichnet wurde und bis heute zeigt, welche Schätze uns frühere Generationen hinterlassen haben. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Thermalwasser, das bereits seit der Römerzeit genutzt wird. Gemeinsam mit Hanna Rehm von der städtischen Welterbestelle und Christine Schilling vom Naturpark-Kooperationspartner «Tandem Naturzeit» tauchten die Kinder in das Thema ein. Statt trockener Theorie hieß es: entdecken, fühlen, staunen. In Gruppen erkundeten sie den Marktplatz mit allen Sinnen, bevor es weiter zur Ursprungsquelle ging. Dort konnten sie die wohltuende Wärme des Thermalwassers erleben.
Mit Schaubildern und Textkarten setzten sich die Schüler anschließend kreativ mit der Entstehung des Baden-Badener Thermalwassers auseinander. «Dauert es echt über zehntausend Jahre, bis ein Regentropfen hier wieder in der Thermalquelle hervorsprudelt?», staunte eine Viertklässlerin, als Rehm den Weg des Baden-Badener Wassers durch die Gesteinsschichten bis in eine Tiefe von 3000 Metern erklärte. Im Anschluss entstanden anschauliche und farbenfrohe Poster, die das neu gewonnene Wissen und den Wasserkreislauf über die Jahrtausende sichtbar machten.
Ein weiterer Höhepunkt war die Führung durch die Römischen Badruinen. Hier erhielten die Kinder spannende Einblicke in das Leben der Römer und bestaunten das Hypokaustum, eine antike Fußbodenheizung. Ein gedanklicher Zeitsprung ins Mittelalter führte weiter zur ehemaligen Baldreit-Badeherberge und der Sage rund um deren Namen. Im Friedrichsbad begegneten die Schülerinnen und Schüler schließlich Kaiser Caracalla und staunten über die eindrucksvolle Architektur. Ein kurzer Film ließ das Thermalwasser selbst anschaulich über seine Nutzung und Bedeutung «erzählen». An der Fettquelle konnten die Kinder das heiße Wasser direkt spüren.
Mit wachen Augen ging es anschließend bei einer Foto-Rallye rund um die Caracalla Therme weiter. Gesucht wurden kleine Details und besondere Motive. Diese Aufgabe erforderte genaues Hinschauen und ermöglichte viele spannende Entdeckungen. Den Abschluss bildete das lebendige Fangspiel «Germanen gegen Römer», bei dem die Inhalte des Vormittags auf spielerische Weise wiederholt und vertieft wurden.
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