Aus dem Rathaus Gaggenau
Auch Gaggenau plant für Kreisimpfzentrum – Traischbachhalle in der engeren Wahl
Gaggenau, 28.11.2020, Bericht: Rathaus Seitdem sich abzeichnet, dass im neuen Jahr Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 verfügbar sein werden, arbeiten die staatlichen Behörden auf Hochtouren, um schnellstmöglich viele Impfzentren anbieten zu können.
Über den Landkreis Rastatt erhielt auch die Stadt Gaggenau die Bitte, geeignete Räumlichkeiten zu melden. Nach einem ausführlichen Abwägungsprozess bot die Stadt Gaggenau dem Kreis und damit dem Land Baden-Württemberg die Traischbachhalle für die Einrichtung eines Kreisimpfzentrums an. «Wir haben uns gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürger sowie der Bevölkerung im ganzen Murgtal in der Verantwortung gesehen, einen wohnortnahen Standort anzubieten», erklärt Oberbürgermeister Christof Florus. Die Entscheidung für die Traischbachhalle sei nicht leicht gewesen. «Wir waren uns bewusst darüber, dass wir damit den Vereins- und Schulsport einschränken beziehungsweise hier nach Kompromisslösungen suchen müssen». Andererseits erfordere die Pandemie-Lage auch einen gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bereitschaft zur Verbesserung beizutragen, auch wenn dies damit verbunden ist, «Opfer zu erbringen», resümiert Florus die Entscheidung. Aktuell stehen die Chancen gut, dass sich das Land für Gaggenau als Standort eines Kreisimpfzentrums entscheidet. «Sobald der Impfstoff verfügbar ist, können wir loslegen», erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer Pressemitteilung. «Bei dieser Herkulesaufgabe arbeiten wir eng mit den Kommunen, der Ärzteschaft, den Uniklinika, den Hilfsorganisationen und weiteren Partnern im ganzen Land zusammen. Diesen Kraftakt können wir als solidarische Gesellschaft nur gemeinsam stemmen.»
Da eine Impfung über das reguläre System, also die Regelversorgung in den Arztpraxen, zu Beginn der Verfügbarkeit der Impfstoffe noch nicht umsetzbar ist, braucht es neben zentralen Impfzentren im Land auch Kreisimpfzentren, um eine bestmögliche Impfung der Bevölkerung sicherzustellen. Mittelfristig sollen die Impfungen dann in den Regelstrukturen, also in den Arztpraxen, stattfinden.
Gesundheitsminister Manne Lucha sagte: «Da die Impfstoffe nur nach und nach zur Verfügung stehen werden, wird die Durchimpfung aller impfwilligen Bürgerinnen und Bürger mehrere Monate in Anspruch nehmen.» Flankierend zu den Impfzentren werde es mobile Impfteams geben, beispielsweise für Menschen, die daheim bettlägerig sind oder in Pflegeheimen wohnen.
Das Land hatte für die Standorte Kriterien definiert, nach denen auch der städtische Corona-Krisenstab sämtliche Gaggenauer Hallen prüfte. Die meisten Hallen fielen aufgrund ihrer zu geringen Größe aus dem Verfahren. Nur die großen Sporthallen in Ottenau und Bad Rotenfels sowie die Traischbachhalle wären aufgrund der Mindestgröße von 1200 Quadratmetern in Frage gekommen.
Weiteres Kriterium ist die verkehrliche Anbindung, eine ausreichende Zahl an Parkplätzen sowie die Belastungen für die Nachbarschaft. Schließlich muss davon ausgegangen werden, dass pro Tag rund 750 Personen geimpft werden können.
«Die Traischbachhalle erfüllt alle Voraussetzungen am besten und wurde auch vom Landkreis bei einer Besichtigung am vergangenen Mittwoch als gut geeignet bewertet», erklärt die Stadtverwaltung.
Jetzt gelte es für die betroffenen Schulen und Vereine neue Lösungen zu finden. Hierbei sucht die Stadt auch das Gespräch mit dem Sportausschuss sowie den Vereinen und Schulen. Nicht betroffen ist das Traischbachstadion. Hier kann – sofern es die Corona-Verordnung des Landes wieder zulässt – auch wieder Sport betrieben werden. Lediglich die Umkleiden werden nicht zur Verfügung stehen. Für den Schulsport sieht die Leiterin der Abteilung Gesellschaft und Familie, Carmen Merkel, kaum Einschränkungen. «Vormittags können wir gut auf andere Orte ausweichen». Deutlich schwieriger gestalte sich die Suche nach freien Hallenkapazitäten am Mittag und Abend für die Vereine. «Hier bauen wir auf die Solidarität aller Vereine, dass jeder seinen Beitrag leistet, damit wir die Monate bis voraussichtlich Juni überbrücken können». Noch könne keine verbindliche Aussage dazu getroffen werden, wie lange das Kreisimpfzentrum benötigt wird, erklärt die Stadtverwaltung. Landesweit sei jedoch angedacht, dass bis zum Frühsommer die Impfungen über die Hausärzte erfolgen können.
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