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Aus dem Rathaus Gernsbach

Drei Neue in der Ehrenbürgergalerie in Gernsbach – Ein Lehrer, ein Markgraf und ein Pfarrer

Drei Neue in der Ehrenbürgergalerie in Gernsbach – Ein Lehrer, ein Markgraf und ein Pfarrer
Die Galerie der bislang zwölf Ehrenbürger der Stadt Gernsbach ist um die Ehrenbürger der einst selbständigen Stadtteile ergänzt worden. Foto: Stadt Gernsbach

Gernsbach, 05.12.2018, Bericht: Rathaus Die sich im Sitzungssaal des Rathauses befindliche Galerie der bislang zwölf Ehrenbürger der Stadt Gernsbach ist jetzt um die Ehrenbürger der einst selbständigen Stadtteile ergänzt worden.

Geehrt werden damit Hauptlehrer Heinrich Dörfer und Markgraf Berthold von Baden (beide Ehrenbürger von Obertsrot) sowie Stadtpfarrer Ernst Bernauer (Ehrenbürger von Lautenbach). Markgraf Berthold von Baden ist Sohn des Reichskanzlers Max von Baden, der 1919 die Abdankung von Kaiser Wilhelm II erklärte.

Heinrich Dörfer (1861–1949) wurde 1929 zum ersten Ehrenbürger von Obertsrot ernannt. Er hatte dort von 1909 bis 1924 wie zuvor auch in schon in Lautenbach die Volksschule geleitet. Die für einen Hauptlehrer äußerst ungewöhnliche Auszeichnung beruhte nicht allein auf der hohen Wertschätzung, die er sich als Pädagoge erworben hatte, sondern mindestens ebenso sehr auf seinem großen bürgerschaftlichen Engagement. So war er lange Jahre Dirigent des Gesangvereins und des Kirchenchors und machte sich auch jedes Frühjahr daran, die Wegweiser auf den Obertsroter Wanderwegen mit Farbe aufzufrischen. Nicht zuletzt brachte sich Dörfer sehr für den Bau der Herz-Jesu-Kirche ein.

Obertsrots zweiter und letzter Ehrenbürger Markgraf Berthold von Baden (1906–1963) fühlte sich dieser Gemeinde als Besitzer von Schloss Eberstein ein Leben lang verbunden. Der Verleihung der Ehrenbürgerschaft im Jahr 1950 war die Bereitschaft vorausgegangen, den Bau von Obertsrot-Siedlung durch den Verkauf eines erheblichen Teils der Schlosswiesen zu sehr günstigen Bedingungen zu ermöglichen. Schloss Eberstein gab er mit der Schaffung der Platanenterrasse und der Umgestaltung des Bergfrieds nach einem jahrzehntelangen Provisorium sein heutiges Aussehen. Auch beim Tausch des restlichen Teils der Schlosswiesen gegen den Wald am Hustein zeigte er sich großzügig zugunsten der Gemeinde.

Mit Ernst Bernauer (1889–1969) wird ein Geistlicher geehrt, der ab 1927 als katholischer Stadtpfarrer vornehmlich in Gernsbach tätig war, aber 1964 in Lautenbach zum Ehrenbürger ernannt wurde. In der dortigen Filialgemeinde war er treibende Kraft für den Bau der 1963 eingeweihten Kirche. Auch die 1945 erfolgte Gründung der Kolpingsfamilie Lautenbach ist mit seinem Namen verbunden. Bernauer war ein sozial engagierter «Kirchenmann alten Schlags», der sich unerschrocken gegenüber dem NS-Regime zeigte. In Gernsbach fallen unter anderem die Neueinrichtung des Kindergartens St. Marien und die Gründung des Katholischen Deutschen Frauenbundes in seine 37-jährige Amtszeit.

«Gernsbach sind wir alle, Kernstadt und Ortsteile gemeinsam», betont Bürgermeister Julian Christ. «Es ist mir deshalb ein Anliegen, auch die Ehrenbürger der früheren selbständigen Gemeinden in unsere städtische Erinnerungskultur miteinzubeziehen. Wir ehren damit drei Persönlichkeiten, die sich jede auf ihre Weise um das Gemeinwohl außerordentlich verdient gemacht haben und auf die wir als Stadt Gernsbach stolz sein dürfen.»


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