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Aus dem Rathaus Gernsbach

„Pflasterstreifen“ an Stadttoren erinnern an 799 Jahre Geschichte - Historisches Gernsbach sichtbar gemacht

„Pflasterstreifen“ an Stadttoren erinnern an 799 Jahre Geschichte - Historisches Gernsbach sichtbar gemacht
Die Pflasterbänder am unteren Stadtbuckel stehen für das ‚Untere Tor‘, eines der vier historischen Stadttore. Foto: Stadt Gernsbach

Gernsbach, 28.11.2018, Bericht: Rathaus Zwei farbige Pflasterstreifen heben sich seit Kurzem vom hellen Kopfsteinpflaster am unteren Stadtbuckel ab. Sie symbolisieren das «Untere Tor», eines von vier Stadttoren, durch die man einst das historische Gernsbach betreten konnte.

Mit der Fertigstellung der Pflasterarbeiten in der unteren Hauptstraße findet das vom Arbeitskreis Stadtgeschichte angeregte Projekt «Sichtbarmachung der einstigen vier Stadttore» seinen Abschluss.

799 Jahre sind vergangen seit der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt «Genrespach». Eine wechselvolle Geschichte liegt hinter der Stadt an der Murg, die im Bereich der heutigen Altstadt eine 900 Meter lange Stadtmauer umgab. «Den Zugang zur Stadt gewährten vier Stadttore, nämlich die beiden Haupttore ‘Unteres Tor’ und ‘Oberes Tor’ sowie die Nebentore ‘Färber’-, und ‘Storrentor’», berichtet Stadtarchivar Wolfgang Froese. Mit den nun fertiggestellten Pflasterarbeiten lässt sich der Verlauf der Stadtmauer gut nachvollziehen. «Als Grundlage dienten historische Lagepläne aus den Jahren 1689 und 1798. Eine genaue Rekonstruktion wäre zu teuer und zu aufwändig gewesen, zumal sich Teile der Flächen zwischenzeitlich auf Privatgrund befinden», erklärt Wolfgang Froese die Darstellung der Stadtmauer in stark abstrahierter Form.

Beim Bummel durch Gernsbach springen nun die Pflasterbänder aus Basalt und hellem Granit ins Auge: Ein Einzelstreifen als Symbol für die Nebentore befindet sich jeweils auf der Höhe des Gasthauses «Journal» (ehemals «Färbertor») und in der Storrentorstraße. In der Hauptstraße markiert ein Streifenpaar in Höhe des katholischen Pfarramts die Lage des «Oberen Tors», im unteren Bereich steht der aktuell fertiggestellte Doppelstreifen für das «Untere Tor». Die parallel verlaufenden Bänder kennzeichnen die vorgelagerte niedrigere Zwingermauer sowie dahinter die eigentliche Stadtmauer.

«Dass wir die Stadttore sichtbarer machen und unsere Stadtgeschichte ins Bewusstsein rücken, ist eine Bereicherung für unsere historische Altstadt. Gerade im Hinblick auf unser anstehendes 800. Jubiläum freut es mich sehr, dass neben vielen anderen Infotafeln in der historischen Altstadt auch durch die Hinweise auf die vier Stadttore unsere Gernsbacher Geschichte veranschaulicht und erlebbar wird», lobt Bürgermeister Julian Christ das Projekt.


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