Betrug vereitelt
Baden-Badener überlistet Schockanrufer – Falscher Staatsanwalt forderte 50.000 Euro

Baden-Baden, 06.06.2026, Bericht: Redaktion In unterschiedlichen Milieus ist Baden-Baden ein beliebtes Pflaster für «Geldabholer».
Für einen Kassierer aus dem Geschäftsfeld «Schockanrufe» endete das Geschäftsmodell nun hinter Gittern. Nach Schilderungen des Polizeipräsidiums Offenburg ließ sich ein Baden-Badener nicht übertölpeln und schaltete die Polizei ein. Auch wenn nur der Geldbote in die Polizei-Falle tappte, besteht die Hoffnung, dass es auf eine in solchen Fällen im Hintergrund operierende Bande Hinweise geben wird.
Die Mitteilung des Polizeipräsidiums Offenburg vom 5. Juni 2026 im Wortlaut:
Geistesgegenwärtig hat sich ein 72 Jahre alter Mann aus Baden-Baden am Donnerstagnachmittag gezeigt, als er durch mutmaßliche Betrüger telefonisch kontaktiert wurde und er im Zusammenhang mit einem erfundenen Unfall unter Beteiligung eines angeblichen Angehörigen eine fünfstellige Geldsumme bezahlen sollte. Seine Schlagfertigkeit hat dazu geführt, dass ein 19 Jahre alter Mann, der das Geld abholen wollte, vorläufig festgenommen werden konnte und sich nun in Haft befindet.
Vorausgegangen war der Anruf eines falschen Staatsanwaltes, der dem 72-Jährigen weismachen wollte, dass ein naher Angehöriger an einem Unfall beteiligt gewesen wäre und zur Abwendung einer Inhaftierung nun ein Betrag von 50.000 Euro fällig sei. Weil der Angerufene die perfide Masche kannte, ging er den Betrügern nicht auf den Leim und schaltete stattdessen die Polizei ein. Nachdem eine erste fingierte Geldübergabe an eine Frau scheiterte, gelang es Beamten des Polizeireviers Baden-Baden beim zweiten Versuch einen Heranwachsenden vorläufig festzunehmen, der bereits einen präparierten Umschlag entgegengenommen hatte.
Der 19-Jährige mit polnischer Nationalität wurde am heutigen Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Baden-Baden beim Amtsgericht Rastatt einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der Richter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ordnete wegen Verdachts eines banden- und gewerbsmäßigen Betrugs die Untersuchungshaft an. Der Festgenommene wurden in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
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