Kommentar von Christian Frietsch
Pferd des Emir von Katar siegt in Baden-Baden – Staatliche Spielbanken Baden-Württemberg finanzieren den Preis

Kommentar von Christian Frietsch
31.08.2026, 00:00 Uhr
Baden-Baden/Iffezheim Baden Racing hat die Wende auf der Galopprennbahn in Iffezheim geschafft, nachdem die Rennen in Iffezheim vor Jahren vor dem Aus standen. Ein Segen für Iffezheim und Baden-Baden.
Ohne die Unterstützung der staatlichen und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen geht es aber nicht
Sparkassen, die staatliche Spielbank und andere öffentliche Einrichtungen halten das fast 180 Jahre alte Pferderennen am Leben. Bürgermeister und Vertreter der staatlichen Einrichtungen feiern sich dafür gegenseitig, wie am vergangenen Freitag im Kurhaus beim Empfang zur Großen Woche zu sehen und zu hören war.
Die Herkunft der startenden Pferde brachte am Samstag und Sonntag dann doch internationale Farbe in die Riege der «mittelbadischen Bürgermeister und Ortsvorsteher», die sich am Freitag zum Feiern im Kurhaus versammelt hatten. Auch von anderer Seite kommt Geld und Renommee nach Iffezheim und Baden-Baden. Beim legendären Rennen um die Goldenen Peitsche siegte ein Pferd eines international erfolgreichen Stalls, dahinter verbirgt sich niemand geringeres als der Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani, der Emir von Katar. Der absolute Herrscher Katars trägt die politische Verantwortung für das dortige System. Die Kritikpunkte von Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch wurden wegen der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 weltweit auseinandergesetzt. Beim Bau der WM-Infrastruktur kam es zu systematischen Menschenrechtsverletzungen. Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Frauen sind durch das männliche Vormundschaftssystem rechtlich diskriminiert. Politische Parteien sind verboten, es gibt keine freien Wahlen und die Meinungs- sowie Pressefreiheit sind stark eingeschränkt. Kritiker oder Journalisten, die das Herrscherhaus angreifen, riskieren Haftstrafen.
Der Emir seinerseits kritisiert die Doppelmoral westlicher Politiker. Ganz falsch liegt er da nicht. In Sachen Pressefreiheit sind die Restriktionen von zwei Parteien in Baden-Baden ein Beispiel. Und der Emir behält dann wohl recht. In Baden-Baden holt er das Geld ab, dass die Staatlichen Spielbanken Baden-Württemberg für das Sponsoring der «Goldenen Peitsche» mitfinanzieren.
Die Große Woche dauert noch bis 6. September 2026.
Die Mitteilung von Baden Galopp vom 30. August 2026 im Wortlaut:
Mission Titelverteidigung geglückt: Das war das Fazit nach Deutschlands bedeutendstem Sprintrennen am Sonntag, dem zweiten Tag der Grossen Woche 2026, vor 11.000 Zuschauern auf der Galopprennbahn in Baden-Baden. Denn nach der 156. Casino Baden-Baden Goldene Peitsche (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.200 m), dem Rennen um den begehrtesten Ehrenpreis hierzulande (eine vergoldete Peitsche mit allen eingravierten Gewinnern), gewann wie schon 2025 mit The Strikin Viking das Team von Wathan Racing, Trainer Hamad Al Jehani und Jockey Faleh Bughenaim – mit dem favorisierten sechsjährigen Schimmel Holguin (4,2:1). Hinter Wathnan Racing, einem weltweit operierenden Stall, verbirgt sich Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani, der Emir von Katar.
Grandiose Aufholjagd
Bis weit in die Zielgerade war von dem späteren Gewinner, der beim 26. Start sein fünftes Rennen für sich entschied und eine Prämie von 32.000 Euro verdiente, wenig zu sehen. Denn Holguin kam als letztes Pferd vom Start, während der schwedische Gast Lamborghini BF mit fliegenden Fahnen das Geschehen diktierte. Bis weit in den Einlauf schien der Ritt von Champion Thore Hammer-Hansen nach Hause zu kommen, doch dann packte Holguin mächtig an. Ohne große Mühe flog der Havana Grey-Sohn, dessen Gewinnsumme sich nun auf 319.210 Euro erhöhte, noch mit eindreiviertel Längen zum erneuten englischen Triumph.
Lamborghini BF verlor Rang zwei am Ende knapp an die über sich hinauswachsende Bacarda, die als bestes deutsches Pferd ihre Karrierebestleistung bot. Jeudixx, Victory Call und der höher eingeschätzte Afandy für den scheidenden Trainer Jean-Claude Rouget, alle drei aus Frankreich, belegten die Plätze vier bis sechs. Nur auf dem letzten Platz landete die völlig unter Wert geschlagene Pershing, die alle Chancen am Start ließ.
STIMMEN:
Faleh Bughenaim (Jockey von Holguin): «Ich bin sehr happy, mein Pferd hat einen tollen Job gemacht. Das Fragezeichen war die etwas kurze Distanz. Er hatte sich am Start etwas versäumt, woraufhin ich ihm alle Zeit gegeben habe. Holguin hat toll beschleunigt.»
Andreas Wöhler (Trainer von Bacarda): «Die Stute hat sich in ihrer Karriere kontinuierlich gesteigert. Das war ihre bisher beste Leistung. Wir sind sehr zufrieden. Sie könnte nun in einem Grupperennen am Europa-Preis-Tag in Köln bestreiten.»
Thore Hammer-Hansen (Jockey von Lamborghini BF): «Eigentlich hätte ich gerne ein Führpferd gehabt, aber er war sehr schnell aus der Startmaschine. Ein sehr gutes Pferd. Man darf nicht vergessen, dass das erst sein fünftes Rennen auf der Grasbahn war.»
Marcel Weiß (Trainer von Pershing): «Leider ist sie beim Start zurückgewichen und gegen die Startklappe geraten. Da war das Rennen sofort verloren.»
Christian Frietsch ist Herausgeber von goodnews4.de. Über Post freut er sich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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