Standortschließungen und Stellenabbau

Abbau von 3.460 Arbeitsplätzen bei Schaeffler – Standort Bühl kann noch hoffen – Vier deutsche Werke vor kompletter Schließung

Abbau von 3.460 Arbeitsplätzen bei Schaeffler – Standort Bühl kann noch hoffen – Vier deutsche Werke vor kompletter Schließung
Der Schaeffler-Standort in Bühl. Foto: Schaeffler

Bühl, 03.11.2026, 12:20 Uhr, Bericht: Redaktion Das Schaeffler-Werk in Bühl ist mit rund 4.600 Mitarbeitern einer den größten Arbeitgeber im Raum Baden-Baden und Rastatt mit gutverdienenden Mitarbeitern. Der angekündigte Sparkurs von Autozulieferer Schaeffler mit dem Abbau von europaweit 3.460 Stellen soll zunächst den Standort Bühl nicht treffen. Allerdings sollen «drastische Veränderungen bevorstehen».

Was dies bedeutet, ist aktuell noch nicht auszumachen. Bühl wurde von Schaeffler offiziell auf der Liste der Standorte genannt, an denen «Kapazitäts- und Strukturanpassungen» vorgenommen werden. Das bedeutet vermutlich, dass die Produktion umstrukturiert und verkleinert wird. Wie viele Arbeitsplätze konkret in Bühl wegfallen könnten oder welche Abteilungen in Produktion oder Entwicklung betroffen sein werden, ist aktuell noch nicht bekannt. Strukturelle Maßnahmen sollen angeblich in den Jahren 2027 und 2028 umgesetzt werden.

 

Die Ankündigung fällt mitten in die derzeitigen Tarifrunden, bei denen auch Beschäftigte in Bühl sich für Arbeitsplatzsicherheit und gegen den Sparkurs stark gemacht haben. Komplett geschlossen oder aufgegeben werden die Standorte Dortmund, Morbach in Rheinland-Pfalz, Berlin und Schwalbach in Hessen. Damit der Stellenabbau nicht noch größere Ausmaße erreicht, fordert der Vorstand von der verbleibenden Belegschaft einen temporären, freiwilligen Gehaltsverzicht über alle Hierarchieebenen hinweg, auch inklusive der Vorstände. Schaeffler plant durch die Maßnahmen ab 2030 jährlich rund 300 Millionen Euro einzusparen, rechnet jedoch zunächst mit Einmalkosten von rund 480 Millionen Euro.

Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat kritisieren das Programm. Sie beklagen, dass die Stellenstreichungen kein nachhaltiges Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland sein könne.




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