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Baden-Baden diskutiert digitale Wirtschaftsstandorte und neue Steuereinnahmen
ANZEIGE Die Haushaltslage in Baden-Baden bleibt angespannt. Wie in vielen deutschen Kommunen übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, und der Spielraum für Investitionen wird enger. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Frage zunehmend an Bedeutung im Gemeinderat: Wie lassen sich neue, zukunftsfähige Wirtschaftsunternehmen für den Standort Baden-Baden gewinnen – insbesondere solche aus dem digitalen Sektor?
Die Stadt hat bereits konkrete Schritte unternommen. Mit der Haushaltssatzung für 2024/2025 wurden Konsolidierungsmaßnahmen und Gebührenanpassungen beschlossen. Im Jahr 2025 folgte eine eigenständige Satzung zur Erhebung der Gewerbesteuer – ein deutliches Signal, dass die Kommunalpolitik die lokale Steuerbasis aktiv gestalten will. Nun richtet sich der Blick verstärkt auf digitale Unternehmen als mögliche neue Gewerbesteuerzahler.
Stadtrat debattiert über digitale Wirtschaftsansiedlungen
Baden-Baden steuert seine Gewerbeflächen aktiv über Bebauungspläne – etwa im Gewerbepark Haueneberstein-Nord oder im gemischten Projekt «Wohnen-Arbeiten-Rheinstraße 195». Diese Flächen sind grundsätzlich auch für digital orientierte Unternehmen geeignet: IT-Dienstleister, Plattformbetreiber, E-Commerce-Logistiker oder Rechenzentren könnten sich hier ansiedeln. Der entscheidende Vorteil solcher Betriebe liegt in ihrer hohen Wertschöpfung bei vergleichsweise geringer Flächeninanspruchnahme.
Für eine Kur- und Tourismusstadt mit begrenztem Bauland ist das ein wichtiges Argument. Digitale Geschäftsmodelle brauchen keine großen Industriehallen, sind jedoch in der Lage, erhebliche Gewerbesteuererträge zu generieren. In der kommunalpolitischen Diskussion wird deshalb zunehmend die Frage gestellt, welche Standortbedingungen Baden-Baden bieten muss, um solche Unternehmen anzuziehen – von wettbewerbsfähigen Hebesätzen über schnelle Genehmigungsverfahren bis hin zu leistungsfähiger digitaler Infrastruktur.
Gewerbesteuer durch neue Online-Branchen im Fokus
Wie groß das steuerliche Potenzial digitaler Märkte ist, zeigen aktuelle Zahlen. Laut einer Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des E-Commerce trug der Sektor 2024 rund 308 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei — etwa sieben Prozent des BIP. Digitale Geschäftsmodelle sind längst keine Nische mehr, sondern eine tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft. Der Online-Glücksspielsektor ist dabei ein anschauliches Beispiel: Regulierte Plattformen — darunter Bitcoin-Casinos mit transparenten Auszahlungsquoten und blockchain-basierter Transaktionsverifizierung — generieren erhebliche Steuereinnahmen, sobald sie am Standort lizenziert sind (Quelle: https://99bitcoins.com/de/bitcoin-casinos/). Interessanterweise beherbergt Baden-Baden eines der größten stationären Casinos Deutschlands.
Für Kommunen wie Baden-Baden gilt: Unternehmen, die vor Ort Gewinne erzielen, zahlen Gewerbesteuer in den städtischen Haushalt. Anonyme, ausländisch ansässige Plattformen leisten diesen Beitrag hingegen nicht.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass digitale Geschäftsmodelle längst keine Nische mehr darstellen, sondern eine tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft geworden sind. Für Kommunen wie Baden-Baden bedeutet das: Wenn entsprechende Unternehmen ihren Sitz vor Ort haben und hier Gewinne erzielen, fließen diese Erträge direkt als Gewerbesteuer in den städtischen Haushalt. Anonyme, ausländisch ansässige Plattformen, die zwar lokale Nachfrage bedienen, aber keine örtliche Steuerbasis bilden, leisten diesen Beitrag hingegen nicht.
Baden-Badens Haushalt braucht neue Einnahmequellen
Die Dringlichkeit dieser Debatte ist auch im bundesweiten Kontext zu verstehen. Laut einem Bericht zum kommunalen Rekorddefizit verzeichneten Deutschlands Kommunen 2024 ein Minus von 24,8 Milliarden Euro – das größte kommunale Defizit in der Geschichte der Bundesrepublik. Haupttreiber sind stagnierende Steuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Sozial- und Personalausgaben. Baden-Baden ist von diesem strukturellen Druck nicht ausgenommen.
Die lokale Politik reagiert bereits: Mit aktiver Gewerbeflächenplanung, einer neuen Gewerbesteuersatzung und dem strategischen Blick auf digitale Ansiedlungen versucht die Stadt, ihre Einnahmebasis zu diversifizieren. Der Weg hin zu einer stärker digital geprägten Wirtschaftsstruktur ist dabei kein Selbstläufer – er erfordert gezielte Standortpolitik, Investitionen in Infrastruktur und den politischen Willen, neue Branchen aktiv zu werben. Doch die Richtung ist klar: Baden-Baden setzt zunehmend auf digitale Wertschöpfung als tragende Säule für einen zukunftsfähigen Stadthaushalt.
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