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Wohnimmobilienpreise stark gestiegen

Immobilienmarkt in Baden-Baden muss aufpassen – KfW: „Indizien für regionale Spekulationsblasen“ – „Beobachten, ob sich eine deutschlandweite Preisblase aufbläht“

Immobilienmarkt in Baden-Baden muss aufpassen – KfW: „Indizien für regionale Spekulationsblasen“ – „Beobachten, ob sich eine deutschlandweite Preisblase aufbläht“
Auf dem ehemaligen Gelände des Vincentius Pflegeheims werden Luxuswohnungen gebaut.

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
23.03.2021, 00:00 Uhr



Baden-Baden Noch nie in der jüngeren Geschichte wurden in Baden-Baden so viele Luxuswohnungen gebaut und geplant wie derzeit und in den nächsten fünf Jahren. Gestern veröffentlichte die KfW in Frankfurt die Studie «Was treibt die Preise – riskante Spekulation oder solides Kalkül?»

Die Wohnimmobilienpreise seien auch im Jahr 2020 stark gestiegen, zeigt die Studie. Deshalb sei es ratsam, «weiterhin zu beobachten, ob sich eine deutschlandweite Preisblase aufbläht, die mit gravierenden gesamtwirtschaftlichen Folgen platzen könnte». Dies werden auch die Investoren in Baden-Baden beobachten.

Die vorliegende Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass in dieser Hinsicht zwar immer noch Entwarnung gegeben werden könne. Die Risiken für Preisrückgänge nehmen aber zu «und damit auch die Indizien für regionale Spekulationsblasen», warnt die KfW dann dennoch. Dies wiederum habe auch die Risiken für den Bankensektor weiter erhöht, dass Wohnimmobilien als Kreditsicherheiten überbewertet sein könnten. Durch die Corona-Krise seien außerdem die Einkommensrisiken gestiegen. In manchen innerstädtischen Bereichen seien die Verkaufspreise von Immobilien auf das 30-fache der jährlichen Mieteinnahmen gestiegen. Die weitere Entwicklung müsse sorgsam beobachtet werden, «um eine mögliche Bedrohung für die gesamtwirtschaftliche Stabilität rechtzeitig durch makroprudenzielle Maßnahmen eindämmen zu können, sofern dies nötig werden sollte».

Einen wesentlichen Aspekt leitet die KFW in dieser Studie von der Bevölkerungsentwicklung ab. Hierzu heißt es: «Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird die Bevölkerung im Jahr 2030 zwischen 83,1 und 84,4 Millionen liegen. Gegenüber dem Jahr 2020 würde sie damit im niedrigsten Szenario um rund 300.000 Einwohner schrumpfen und im höchsten um eine Million steigen. Für den Zeitraumvon2030 bis 2040 sagen die Bevölkerungsstatistiker eine mögliche Abnahme um 2,4 Millionen oder einen weiteren Anstieg um 200.000 Einwohner vorher. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Szenarien liegt im jährlichen Wanderungssaldo, der ab dem Jahr 2030 mit 110.000 bis 300.000 Nettozuwanderern angesetzt wird. Für Deutschland insgesamt würde sich demnach die Wohnungsnachfrage in diesem Jahrzehnt in jedem Fall noch recht stabil entwickeln. Bei weiter steigender Pro-Kopf-Wohn-fläche, anhaltendem Trend zu kleineren Haushalten und weiterer Zuwanderung in wirtschaftsstarke Ballungsräume dürfte die Nachfrage nach neuen Wohnungen nicht abbrechen. Gleichwohl wäre die Situation eine andere als in den vergangenen Jahren: Von 2012 bis 2019 ist die Zahl der Einwohner von Jahr zu Jahr gestiegen, in der Summe um 2,8 Millionen und dementsprechend auch die Wohnungsnachfrage. Ein derart starker Anstieg ist aus heutiger Sicht nicht mehr zu erwarten, und es könnte auch umgekehrt kommen: Von 2003 bis 2011 schrumpfte die Bevölkerung jedes Jahr, in der Summe um 2,2 Mio. Wanderungsströme sind sehr volatil und nur mit großer Unsicherheit zu prognostizieren.»

Die KfW ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und wird durch den Vorstand Günther Bräunig, Ingrid Hengster, Melanie Kehr, Bernd Loewen und Stefan Peiß vertreten. KfW-Studie, Quelle KfW Research PDF


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