Gemeinsame Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Kernfrage zum Klinikum Mittelbaden noch unbeantwortet – „Chefärztliche Doppelspitze“

Baden-Baden, 17.07.2026, Bericht: Redaktion Was ändert das neue GKV-Gesetz an der Prognose des wirtschaftlichen Ergebnisses des Klinikum Mittelbaden? Diese Frage müssen Geschäftsführung, Aufsichtsrat und die Gesellschafter den Bürgern und Patienten im Baden-Baden und im Landkreis beantworten.
Mögliche Konsequenzen reichen derzeit von Runderneuerung der bestehenden Substanz, Einschnitten im medizinischen Angebot, Stellenstreichungen bis hin zu einer geordneten Insolvenz des Klinikum Mittelbaden. Derweil doktert das Klinikum an den notwendigen Alltagsaufgaben herum. Zum GKV-Gesetz berichtete goodnews4.de ausführlich.
Gestern gab das Klinikum bekannt, dass es nach dem Ausscheiden des langjährigen Chefarztes Marc Thomsen seine orthopädischen und unfallchirurgischen Behandlungsangebote neu ausrichte. Künftig soll es eine gemeinsame Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie geben, die von einer chefärztlicher Doppelspitze geleitet wird. Sprechstunden sollen sowohl in Baden-Baden als auch in Rastatt für beide Schwerpunkte stattfinden.
Die Mitteilung des Klinikum Mittelbaden vom 16. Juli 2026 im Wortlaut:
Klinikum Mittelbaden richtet seine orthopädischen und unfallchirurgischen Behandlungsangebote neu aus
Gemeinsame Klinik unter chefärztlicher Doppelspitze bietet künftig in Mittelbaden ein umfassendes Behandlungsangebot für Erkrankungen des Bewegungsapparates an.
Nach dem Ausscheiden des langjährigen Chefarztes Prof. Dr. Marc Thomsen richtet das Klinikum Mittelbaden (KMB) die Orthopädie und Unfallchirurgie an den Standorten Baden-Baden/Bühl und Rastatt strategisch neu aus. Die bislang getrennt geführten Kliniken für Orthopädie und Unfallchirurgie werden künftig zu einer gemeinsamen Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit chefärztlicher Doppelspitze zusammengeführt.
Die chefärztliche Verantwortung übernehmen Dr. Ralph Wetzel mit dem Schwerpunkt Orthopädie sowie Dr. Matthias Erhardt mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie. Beide Chefärzte werden ihre jeweiligen fachlichen Schwerpunkte weiterentwickeln, die standortübergreifende Zusammenarbeit intensivieren und an beiden Klinikstandorten tätig sein. Sowohl in Baden-Baden als auch in Rastatt werden künftig Sprechstunden der neu fusionierten Klinik für beide Schwerpunkte stattfinden. Im Zuge dessen wird es auch eine Schultersprechstunde in Rastatt geben, die bislang nur in Baden-Baden angeboten wurde. Die operative endoprothetische Versorgung im Bereich Knie und Hüfte inklusive aufwändiger Wechsel-Operationen soll zukünftig am Standort Rastatt gebündelt werden, wo die Klinik bereits seit 2013 als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert ist. Während die traumatologische Versorgung von Patienten aller Altersgruppen einschließlich der Strukturen des regionalen Traumazentrums, die Schulterendoprothetik und die Wirbelsäulenchirurgie am Standort Baden-Baden erfolgen sollen. Auch die VAV-Verfahren sollen in Zukunft federführend in Balg gebündelt werden.
Parallel zur Zusammenführung der orthopädischen und unfallchirurgischen Versorgung wird das Orthopädisch-Unfallchirurgische Zentrum Mittelbaden (OUZ) aufgebaut. Das Zentrum vereint mehrere fachlich eigenständige Partner: die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, die Sektion Hand- und Fußchirurgie unter der Leitung von Dr. Götz Fortnagel sowie das Zentrum für Sportmedizin unter der Leitung von Dr. Marc Bientzle und Dr. Paul Hefner. Ergänzt wird das interdisziplinäre Netzwerk durch die Wirbelsäulenchirurgie, die von den niedergelassenen Ärzten Dr. André Beier und PD Dr. Thomas Hoell von der Praxisgemeinschaft für Neurochirurgie vertreten wird.
Die Gesamtleitung des Zentrums wechselt künftig im zweijährigen Turnus zwischen den beiden Chefärzten der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Zum Start übernimmt Dr. Ralph Wetzel ab dem 1. Juli die Leitung des neuen Zentrums. Die wechselnde Gesamtleitung dient der organisatorischen Koordination des neuen Zentrums; die fachliche Eigenständigkeit der beteiligten Disziplinen bleibt davon unberührt.
«Mit der neuen Struktur bündeln wir die vorhandene medizinische Expertise und schaffen ein noch umfassenderes Behandlungsangebot für Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen und Verletzungen des gesamten Bewegungsapparates», zeigt Priv.-Doz. Dr. Thomas Iber, Medizinischer Geschäftsführer den strategischen Ansatz auf. «Dieser Schritt ist eine wichtige Weichenstellung: Wir stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit, bauen Doppelstrukturen ab und bereiten uns mit Blick auf die Krankenhausreform konsequent auf die Anforderungen zu den Leistungsgruppen vor und richten unsere Strukturen gezielt auf das künftige Zentralklinikum aus.»
Dr. Ralph Wetzel, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit dem Schwerpunkt Orthopädie, betont: «Für unsere Patientinnen und Patienten bietet die neue Struktur viele Vorteile: kurze Wege durch standortübergreifende Sprechstunden in Baden-Baden und Rastatt, abgestimmte Behandlungspfade und eine noch engere Verzahnung der orthopädischen, unfallchirurgischen, sportmedizinischen sowie hand-, fuß- und wirbelsäulenchirurgischen Kompetenz. Unser OUZ lebt davon, dass alle beteiligten Fachbereiche ihre besondere Expertise einbringen.»
«Orthopädie und Unfallchirurgie gehören fachlich eng zusammen. Durch die gemeinsame Klinik können wir akute Verletzungen, degenerative Erkrankungen, komplexe Gelenk- und Knochenprobleme sowie Folgebehandlungen noch besser aus einer Hand organisieren. Auch für die Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte ist diese breite klinische Struktur ein großer Vorteil, weil sie das gesamte Spektrum des Bewegungsapparates praxisnah und in der gesamten Bandbreite kennenlernen», ergänzt Dr. Matthias Erhardt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie.
Dr. Götz Fortnagel, Leiter der Sektion Hand- und Fußchirurgie, erklärt: «Hand und Fuß sind hochkomplexe Strukturen, deren Erkrankungen und Verletzungen eine besondere Spezialisierung erfordern. Wir freuen uns, diese Expertise nun auch im gemeinsamen Zentrum einzubringen. Nach der Schließung in Bühl werden wir mit unserem Umzug dann auch räumlich in Baden-Baden enger zusammenrücken. Das verkürzt die Wege, erleichtert den direkten fachlichen Austausch und verbessert bei Bedarf eine gemeinsame Behandlungsplanung.»
Für das Zentrum für Sportmedizin unterstreichen Dr. Marc Bientzle und Dr. Paul Hefner: «Die Sportmedizin verbindet Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Unsere Aufgabe endet nicht bei der Behandlung einer akuten Verletzung. Wir begleiten Patientinnen und Patienten ebenso beim sicheren Wiedereinstieg in Bewegung, Alltag und Sport und unterstützen sie dabei, erneuten Beschwerden vorzubeugen. Als Partner im OUZ können wir bei Bedarf unsere sportmedizinische Perspektive in die gemeinsamen Behandlungskonzepte einbringen.»
Dr. Ralph Wetzel ist seit 2016 Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am KMB in Rastatt. Vor seinem Wechsel als Chefarzt an die Paracelsus Klinik Karlsruhe war er bereits von 2006 bis 2014 Oberarzt und leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am KMB Baden-Baden. Er ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie und leitet das Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung in Rastatt. Als Fachexperte bei Zertifizierungen solcher Endoprothetikzentren ist er bundesweit in die Qualitätssicherung eingebunden. Wetzel bringt künftig an beiden Standorten seine Expertise im Bereich der Orthopädie ein. Dazu zählen die Diagnostik und Behandlung degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates, gelenkerhaltende sowie gelenkersetzende Verfahren.
Dr. Matthias Erhardt ist seit 2013 im KMB tätig. Er ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie und spezielle Unfallchirurgie, Durchgangsarzt der Berufsgenossenschaften, Leiter des Regionalen Traumzentrums und Leiter des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung Baden-Baden. Zuletzt war er als leitender Arzt der Unfallchirurgie an der Seite von Professor Marc Thomsen tätig. Zum 1. Juli hat er das Amt des Chefarztes in der neuen Doppelspitze übernommen. Dr. Erhardt steht für den Schwerpunkt Unfallchirurgie und die Versorgung akuter Verletzungen, komplexer Frakturen, traumatologischer Krankheitsbilder und betreut das VAV-Verfahren. Darüber hinaus verfügt er über eine große Expertise im Bereich der Schulterchirurgie. Gemeinsam decken beide Chefärzte ein breites Spektrum moderner orthopädisch-unfallchirurgischer Versorgungsangebote ab.
Zusammen werden die beiden Chefärzte das standortübergreifende Konzept der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie beim ersten gemeinsamen Gesundheitsforum am Donnerstag, 27. August 2026 um 18 Uhr im Hörsaal des KMB Baden-Baden der Öffentlichkeit vorstellen.
«Mit der Zusammenführung beider Kliniken und der Etablierung des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums schaffen wir in Mittelbaden eine zukunftsfähige Struktur für ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Behandlungsangebot rund um Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates», ist Iber überzeugt.
Weitere Informationen:
Patientinnen und Patienten können über die aufgeführten Telefonnummern Sprechstundentermine an beiden Standorten vereinbaren.
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Standort Baden-Baden
Telefon: 07221 91 2535
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Standort Rastatt
Telefon: 07222 389 4203
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