Baden-Badener Start-Up-Unternehmen

NASA und BBC wurden aufmerksam – Die unglaubliche Geschichte des Baden-Badener Unternehmens Hybrid-Airplane Technologies – Csaba Singer ist ein Sohn der Stadt

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Csaba Singer

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
27.06.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Baden-Baden kann sich seiner internationalen Aufmerksamkeit schon seit Jahrhunderten sicher sein, wegen seiner Thermen, der Hotels, der Landschaft und der Dichter, Künstler und Millionäre, die es schon immer in unsere Stadt zog. Dass etwa die NASA oder die BBC wegen eines High Tech-Unternehmens nach Baden-Baden blicken, ist ein ungewöhnliches, aber hoffnungsvolles Zeichen, dass auch Start-Ups einen attraktiven Standort in unserer Stadt sehen können. Und das mitten in der lebendigen Innenstadt in der Lichtentaler Straße.

Im goodnews4-VIDEO-Interview erzählt Csaba Singer die spannende Geschichte seines Unternehmens Hybrid-Airplane Technologies.

«Wir haben versucht, die drei Konzepte des Fliegens, Ballon, Hubschrauber und Flugzeug in ein kompaktes Gerät zu packen», erklärt der ehemalige Schüler der Klosterschule vom Kloster zum Heiligen Grab seine Vision, die zur Wirklichkeit wurde. «Ich bin hier zur Schule gegangen und war tatsächlich auch ein ganz großer Star Trek Fan, was mich zur Luft- und Raumfahrttechnik gebracht hat», verrät er auch, dass seine Motivation durch eine Leidenschaft in seiner Jugend genährt wurde.

Zum Schluss des goodnews4-VIDEO-Interviews formuliert Csaba Singer einen Text, der als Werbung für das moderne Baden-Baden dienen und vielleicht jene Unternehmen und Start-Ups in unsere Stadt führen könnte, die dieses internationale Flair Baden-Badens in Karlsruhe oder Stuttgart vermissen: «Es ist eine niveauvolle Weltstadt, worin wir uns sozusagen widerspiegeln können, was nicht nur unser Image hebt, sondern womit wir uns auch tatsächlich identifizieren können.» Und es gibt noch ein Argument, das das Herz von Csaba Singer für Baden-Baden schlagen lässt: «Außerdem ist es auch meine Heimat.»


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Abschrift Csaba Singer, CEO von Hybrid-Airplane Technologies:

goodnews4: Csaba Singer, Ihr Unternehmen hat bereits internationale Aufmerksamkeit erregt, inklusive einem Bericht der BBC. Was ist denn einzigartig an dem Konzept Ihres Unternehmens der Hybrid-Airplane Technologies?

Csaba Singer: Ja, so prinzipiell alles. Was Sie hier hinter uns sehen ist eine Hovering Cybernetic Unit, eine schwebende, kybernetische Einheit, die aus der Luft- und Raumfahrttechnik sich ergibt und dessen Grundlagen der Ultraleichtbau ist. Der Ultraleichtbau ermöglicht diese Dimensionen des Trägers, dass er so klein ist, weshalb es eine sehr schnelle Lernkurve in Sachen Luft- und Raumfahrttechnik hergibt, das ist daher einzigartig, da unser Träger weltweit der einzige ist, der über das Mobilfunknetz über Stunden ferngesteuert werden kann. Zuletzt tatsächlich aus Montreal in Kanada. Diese Möglichkeiten haben sich ergeben aus den sehr leichten Stoffen der letzten zehn Jahre aus den Extremsportarten und aus der Entwicklung der Materialtechnik. Wir haben auf dieser Basis versucht, die drei Konzepte des Fliegens, Ballon, Hubschrauber und Flugzeug in ein kompaktes Gerät zu packen und das gleichzeitig mit einem Bordcomputer, sodass sich beispielsweise dieses Systeme nicht nur für eine ganz große Vielfalt an Aufgaben und Anwendungsfeldern orientieren kann, sondern tatsächlich bis hin in die Bildung hineinragt, wo man Studenten, aber auch junge Leute, schon an das Programmieren heranbringen kann, auf eine spielerische Art und Weise.

goodnews4: Was kann der denn alles machen?

Csaba Singer: Ja, die Vielfalt der Anwendungsfelder fächert sich so weit auf, dass wir als junges Unternehmen gar nicht in der Lage sind, als Start-up, die alle abzudecken. Wir fokussieren uns hauptsächlich auf Anwendungsfälle, die niedrighängende Früchte darstellen für die Technologie, auf die wir aufbauen. Beispielsweise ist das industrielle Inspektion, es ist Datensammeln aus der Luft, aber gleichzeitig ist es auch so, dass wir hier mit diversen Vertriebspartnern zusammenarbeiten, die uns dann über Proof of Concept-Projekte und Leistungsnachweise diese Aufgaben und Anwendungsfelder näherbringen.

goodnews4: Werfen wir einen Blick in die Geschichte Ihres Unternehmens, wie hat sich denn der Weg zu dieser Technologie und diesem Geschäftsmodell entwickelt?

Csaba Singer: Ja, das ist eine sehr gute Frage, denn die Anfänge waren tatsächlich hier in Baden-Baden. Ich bin hier zur Schule gegangen und war tatsächlich auch ein ganz großer Star Trek Fan, was mich zur Luft- und Raumfahrttechnik gebracht hat, und in der Landeshauptstadt Stuttgart ist europaweit die einzige Universität, wo man Luft- und Raumfahrttechnik vom ersten Semester ab studieren kann. Das habe ich dann gemacht. Dann just auch in Stuttgart ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik, wo ich dann meine Promotion, meine Doktorarbeit, geschrieben habe. Das war auch so die Zeit, Universität Stuttgart, wo es Cargolifter gab. Da konnten wir als Studenten selber viel lernen, was gut ist, wie man es macht und auch wie man es nicht machen sollte. Darüber kamen dann eben die Möglichkeiten über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wo ich einen Förderantrag gestellt habe, zur Gründung eines Unternehmens. Diese Gründung war in 2016 und man hat sich dann überlegt: Wo macht man das? Dann sind wir eben wieder hier gelandet. Darauf kommen wir wahrscheinlich später noch zu sprechen.

goodnews4: Auf den Standort Baden-Baden und die Chancen hier für ein Start-up-Unternehmen, darauf kommen wir nochmal zu sprechen. Was ist denn der Ist-Stand bei den weltweiten Absatzmöglichkeiten oder steht die Markterschließung erst noch bevor für Ihr Unternehmen?

Csaba Singer: Ja, genau das ist nicht unbedingt das Einfachste, das anzugehen, wie gesagt, auch als junges Unternehmen. Uns erreichen Anfragen aus aller Welt. Unsere Anwendungsfelder sind global. Wir organisieren das auch über Leistungsnachweise sogenannte Proof of Concept-Projekte, die wir mit Vertriebspartnern auch global an unsere Kunden heranbringen. Wir sind gerade dabei, auch von der Entwicklung her, dass wir diese Anwendungsfelder und diese Leistungsnachweise erbringen können und da ist wichtig zu sehen, dass wir dabei die niedrighängenden Früchte der Technologie versuchen zu ernten. Das heißt, wir ufern da jetzt noch nicht aus in alle Anwendungsfelder, die es jetzt eben geben könnte, sondern entwickeln uns da substanziell mit einem organischen Wachstum. Hier ist auch wichtig, dass wir die zwei Arten des Auftriebs, dynamischer und statischer Auftrieb, in einem Gerät haben und durch die Einzigartigkeit erreicht es doch tatsächlich weltweites Publikum.

goodnews4: Was sind denn diese niedrighängenden Früchte, in welchen Feldern bewegen Sie sich da jetzt zu Beginn?

Csaba Singer: Das ist gut gefragt. Wenn man ein luft- und raumfahrttechnisches Produkt auf den Markt bringen möchte, versucht man beispielsweise erst Mal auch, die soziale Akzeptanz zu bringen. Man hat ja daraus auch einiges gelernt, was soziale Akzeptanz bedeutet. Damit war eines unserer ersten Anwendungsfelder, auf Events Produkte vorzustellen, Hightech-Events, aber auch auf der anderen Seite unsere Kunden zu bewerben, einfach mit dem Blickfänger, der da in der Luft schwebt. Just jetzt zu Zeiten von Corona hat sich das gewandelt, sodass große Konzerne unsere Träger bei ihren Webmeetings und Webinaren fernsteuern. Sie wissen ja, in diversen Veranstaltungen gibt es eine Auflockerungseinheit und da wird dann beispielsweise der Träger ferngesteuert und gleichzeitig inspiriert es die dortigen Mitarbeiter zu neuen Anwendungsfeldern, wie beispielsweise bei der Software AG. Ein anderer Anwendungsfall ist ganz klar die industrielle Inspektion. Hier arbeiten wir auch mit diversen Partnern zusammen, hochkarätigen Partnern, und da geht es beispielsweise um Tunnel, Schornsteine, Kraftwerke, Wald, Waldaustrocknung, Borkenkäferbefall, aber auch in der agrikulturellen Wirtschaft gibt es diverse Anwendungsfelder, wo wir einfach Kosten einsparen und im Grunde Hubschrauberflüge oder Cessnaflüge, wo auch große Emissionen, CO2 Emissionen, eingespart werden können, Nebenkosten, deswegen ist es eine sehr nachhaltige Technologie.

goodnews4: Was für Mitarbeiter beschäftigen Sie denn? Sind es IT-Spezialisten, talentierte Erfinder oder am Ende Piloten?

Csaba Singer: Ja, die besten auf jeden Fall und die auf ihren Feldern spezialisiert sind. Unsere technischen Felder und Ingenieure sitzen an den Universitäten, wo wir dann über Projekte, studentische Arbeiten, zum Teil Doktorarbeiten sich mit unseren Trägersystemen und im Wesentlichen mit der Nutzlast, die hochtechnische computerbetriebene IT-Nutzlast beschäftigen. Und hier können das Hyperspektralkameras sein, 4K-Systeme, 4K-Kameras, um dann später 3D-Modelle im Millimetermaßstab zu machen, Thermalkameras, wir haben auch schon einen Protonenmagnethometer getragen und hier geht es ja um die multimediale Sensorik, mehrere Sensoren gleichzeitig, so wie wir Menschen auch aufgebaut sind.

goodnews4: Wie könnte denn der Markt in zehn oder 20 Jahren aussehen? Sind dann die Lufträume voll mit unterschiedlichen Drohnen, die Güter transportieren oder vielleicht auch Menschen?

Csaba Singer: Der nähere Luftraum bis zwei Kilometer ist mit Sicherheit im Fokus der luft- und raumfahrttechnischen Entwicklung weltweit. Hier konzentrieren wir uns im Wesentlichen auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Synergien und die Größenordnung, dass, wie schon zu Beginn gesagt, die Lernkurve schnell erklommen werden kann. Wir sind beispielsweise von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aktuell gefördert, die hier Potentiale sieht, tatsächlich Nachhaltigkeit zu schaffen. Mit Unternehmen, wie die Fraport AG oder auch Fraunhofer Institut, Universität Hohenheim, arbeiten wir hier zusammen, um den Luftraum der Zukunft überhaupt erstmal zu definieren.

goodnews4: Die letzte Frage gehört dem Standort Baden-Baden. Sie sagten ja schon, Sie sind hier zur Schule gegangen. Welche war das?

Csaba Singer: Das war die Klosterschule vom Heiligen Grab und ja die meisten Grundlagen durfte ich dort erlernen. Zum Teil sehe ich auch noch meine Lehrer hier auf den Straßen laufen. Hier gibt es einfach gute Leute. Es ist eine niveauvolle Weltstadt, worin wir uns sozusagen widerspiegeln können, was nicht nur unser Image hebt, sondern womit wir uns auch tatsächlich identifizieren können. Hinzu kommt, dass wir den Flughafen sehr nahe haben, wir haben die Infrastruktur sehr nahe, Bahn, das KIT, eine der nahezu Eliteuniversitäten hier in Europa, ist auch in der Nähe und damit ergeben sich einfach viele vielfältige Möglichkeiten. Und außerdem ist es auch meine Heimat.

goodnews4: Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg und vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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