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Corona-Hilfe

Überleben für Discotheken und Clubs sichern – 3.000 Euro Stabilisierungshilfe für Hotel- und Gaststättengewerbe – Antragstellung ab Mittwoch möglich

Überleben für Discotheken und Clubs sichern – 3.000 Euro Stabilisierungshilfe für Hotel- und Gaststättengewerbe – Antragstellung ab Mittwoch möglich
Auch nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen kommen Hotellerie und Gastronomie nur langsam wieder auf die Beine. Foto: Archiv

Bild Nadja Milke Bericht von Nadja Milke
30.06.2020, 00:00 Uhr



Stuttgart Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Tourismusminister Guido Wolf haben gestern die Details der Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe vorgestellt.

Bereits ab Mittwoch können erste Anträge gestellt werden. Das Land rechnet mit einem Bedarf von insgesamt 330 Millionen Euro.

«Unser Ziel ist es, eine nie da gewesene Insolvenzwelle zu vermeiden, die nicht nur die Wirtschaftsstruktur unseres Landes, sondern auch die Lebensqualität und Anziehungskraft in unseren Regionen massiv beeinflussen würde», wird Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut in einer Erklärung ihres Ministeriums zitiert. Auch Tourismusminister Guido Wolf wird in der Erklärung zitiert: «Die Corona-Pandemie hat Hotellerie und Gastgewerbe in vorher noch nie dagewesener Weise wirtschaftlich getroffen: Innerhalb kürzester Zeit sind in vielen Bereichen Umsätze zunächst auf null gefallen, die Erholung setzte und setzt erst langsam ein. Bis wieder Betrieb mit Auslastungen wie vor der Krise möglich sind, wird es noch eine ganze Weile dauern.»

Rund 26.500 Unternehmen aus dem Gastgewerbe haben bereits die Corona-Soforthilfe, die die Landeregierung im März zu Beginn der Corona-Krise für Soloselbstständige und kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern bereitgestellt hatte, beantragt. 9.000 bis 30.000 Euro, je nach Zahl der Beschäftigten wurden als nichtrückzahlberer Zuschuss bereitgestellt. Insgesamt erhielten 241.000 Unternehmen 2,24 Milliarden Euro Staatsgelder durch die Soforthilfe.

Allein im April ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums der Umsatz im Gast- und Beherbergungsgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund drei Viertel eingebrochen. Auch weitere Lockerungen in einzelnen Bereichen würden für die Branche kurzfristig keine wesentliche Verbesserung der Ertragssituation bringen, so die Minister Hoffmeister-Kraut und Wolf. &lauqo;Damit die dringend benötigten Hilfen schnell bei den Betrieben ankommen, wollen wir bei der Abwicklung dieses Programms erneut die L-Bank sowie die Industrie- und Handelskammern einbinden», erklärte Ministerin Hoffmeister-Kraut.

Mit Blick auf die weiterhin geschlossenen Clubs und Diskotheken ergänzte Ministerin Hoffmeister-Kraut: «Ich hoffe, dass wir mit unseren zusätzlichen Hilfen gerade auch diesen Einrichtungen ein langfristiges Überleben sichern können. Auch wenn sich das Infektionsgeschehen im Land positiv entwickelt, müssen wir weiterhin vorsichtig sein.» Wann es für die Clubs und Diskotheken eine verlässliche Öffnungsperspektive geben könne, sei heute noch schwer abzuschätzen. «Gerade im Nachtleben ist die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln eine besondere Herausforderung.»


Stabilisierungshilfe Corona

Die Stabilisierungshilfe Corona wird ausschließlich für gewerbliche Unternehmen, Soloselbständige und Sozialunternehmen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe gewährt, die unmittelbar infolge der durch das Coronavirus ausgelösten Corona-Pandemie in Liquiditätsengpässe geraten sind. Betroffene Betriebe erhalten für einen Zeitraum von drei Monaten eine einmalige Liquiditätshilfe in Höhe von bis zu 3.000 Euro zuzüglich 2.000 Euro für jeden Beschäftigten (Vollzeitäquivalente). Auf eine Deckelung der Betriebsgröße wird dabei verzichtet, damit alle Betriebe im Land eine entsprechende Unterstützung erhalten können.

Der Liquiditätsengpass wird auf Basis des betrieblichen Sach-, Personal- und Finanzaufwands des Antragsstellers berechnet. Antragsteller müssen wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder als Freiberufler und Soloselbständige im Haupterwerb tätig sein. Das bedeutet, dass ihr Unternehmen mehr als 50 Prozent seines Umsatzes mit Tätigkeiten in der Branche erwirtschaftet.

Für die Beantragung müssen Antragsteller das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Antragsformular gemeinsam mit einer Liquiditätsplanung und einem Bescheid ihres Steuerberaters auf dem Portal der Kammern unter www.bw-stabilisierungshilfe-hoga.de hochladen. Die Steuerberaterin oder der Steuerberater müssen mit dem Bescheid bescheinigen, dass die Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Das Antragsformular sowie das Formular zur steuerberaterlichen Bescheinigung finden sich auf der Website des Wirtschaftsministeriums.

Hilfestellung bei der Feststellung der Antragsberechtigung sowie bei der Beantragung bieten die Hotlines der Industrie- und Handelskammern. Der Zuschuss wird erst nach erfolgreicher Prüfung auf das in dem Antrag angegebene Konto ausgezahlt. Die Kammern sind für die Vorprüfung der Angaben zuständig. Die L-Bank führt die Bewilligung und Auszahlung durch.

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zu Antragsberechtigung und Antragstellung unter: wm.baden-wuerttemberg.de Dort gibt es ab Mittwoch auch das Antragsformular und die steuerberaterliche Bescheinigung zum Download.


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