Konjunktur-Umfrage

Umfrage IHK Karlsruhe – „Erwartungen der regionalen Wirtschaft spürbar gedämpft“ – IHK-Präsident Frank Roth: „Wirtschaften in Deutschland wieder einfacher machen“

Umfrage IHK Karlsruhe – „Erwartungen der regionalen Wirtschaft spürbar gedämpft“ – IHK-Präsident Frank Roth: „Wirtschaften in Deutschland wieder einfacher machen“
Frank Roth, Präsident der IHK Karlsruhe. Foto: IHK Karlsruhe

Karlsruhe, 20.05.2026, Bericht: Redaktion Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer zum Jahresbeginn hat der Ende Februar einsetzende Konflikt im Nahen Osten die Erwartungen der regionalen Wirtschaft spürbar gedämpft. Dies zeigt die Konjunkturumfrage der IHK Karlsruhe.

Im Frühsommer 2026 bewerten die Unternehmen quer durch alle Wirtschaftszweige die Geschäftsaussichten deutlich schlechter als zuvor, teilt die IHK Karlsruhe zum Fazit ihrer Umfrage mit. Viele Unternehmen rechnen mit rückläufiger Geschäftsentwicklung, während nur wenige einen Aufwärtstrend sehen. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Beurteilung der Geschäftslage und Geschäftserwartungen in einem Wert darstellt, ist aufgrund der deutlich schlechteren Perspektiven von 113 Punkten zu Jahresbeginn auf 101 Punkte zurückgegangen.

 

IHK-Präsident Frank Roth: «Die Frühsommer-Umfrage zeigt aber auch: Die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Krieges sind noch nicht überall zu spüren. Die aktuelle Lage wird im Branchendurchschnitt ähnlich eingeschätzt wie vier Monate zuvor, in der Industrie hat sie sich hingegen verbessert. Die Hoffnung auf eine weitere Erholung der Konjunktur hat sich jedoch zerschlagen. Stark erhöhte Energie- und Rohstoffpreise, gefährdete Lieferketten, steigende Finanzierungskosten, fehlende Planbarkeit sowie eine schwache Nachfrage haben zu einer gestiegenen grundsätzlichen Unsicherheit in den Unternehmen geführt.» Diese präge zunehmend das wirtschaftliche Handeln. Ein großer Teil der Unternehmen verschiebe oder reduziere Investitionen, viele planten gar keine Investitionen mehr. Diese Zurückhaltung wirkt sich laut IHK mittelfristig auch auf den Arbeitsmarkt aus: Während nur wenige Unternehmen einen Beschäftigungsaufbau erwarten, rechnen deutlich mehr mit Stellenabbau.

IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rudolph: «Die aktuelle Krise ist letztlich jedoch eine Beschleunigung einer seit Jahren absehbaren Entwicklung. Die Auswirkungen des Nahost-Krieges sind nach all den vorangegangenen Krisen wie Pandemie, Ukraine-Krieg oder Energiekrise ein neuerlicher Schock, der unsere Wirtschaft hart trifft. In Krisenzeiten treten strukturelle und wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen besonders deutlich zutage. Dazu zählen bekanntlich u.a. ein insgesamt zu hohes Steuer- und Abgabenniveau, eine fehlgeleitete Energiepolitik, hohe Arbeitskosten und überbordende Regulierungen.»

IHK-Präsident Frank Roth betont: «Wir Unternehmen brauchen in erster Linie Verlässlichkeit in der Wirtschaftspolitik, nicht ein heute so und morgen so. Statt Wachstumsblockaden konsequent aus dem Weg zu räumen und ein Reformpaket zu schnüren, das Kosten senkt, Investitionen stärkt und Planungssicherheit schafft, erleben wir auch jetzt wieder das Gegenteil. Beispiel Gesundheitsreform: Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung und höhere Abgaben auf Minijobs treiben die Lohnzusatzkosten weiter nach oben.»




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