Neff-Werk in Bretten soll schließen

„Werksschließung bei Neff schwerer Schlag“ – IHK-Präsident Hasbargen: „Ich befürchte, der Fall Neff wird nicht der Einzige bleiben“

„Werksschließung bei Neff schwerer Schlag“ – IHK-Präsident Hasbargen: „Ich befürchte, der Fall Neff wird nicht der Einzige bleiben“
Foto: IHK Karlsruhe

Karlsruhe, 23.10.2025, Bericht: Redaktion Noch sind die Standorte rund um Baden-Baden und im Landkreis Rastatt nicht von Werksschließungen betroffen. Bosch jedoch kündigte bereits die Streichung von 1.550 Arbeitsplätzen in Bühl und Bühlertal an. goodnews4.de berichtete.

Anders im Landkreis Karlsruhe. goodnews4.de berichtete. Die Schließung des Werkes von Neff in Bretten bezeichnet die IHK Karlsruhe als «schweren Schlag». Neff gehört seit 1982 zur BSH Hausgeräte GmbH, diese wiederum gehört seit 2015 zur Robert Bosch GmbH.

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Die Mitteilung der IHK Karlsruhe vom 22. Oktober 2025 im Wortlaut:

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe bedauert die angekündigte Schließung des Neff-Werks in Bretten und den damit verbundenen Verlust zahlreicher Arbeits- und Ausbildungsplätze. «Das ist ein massiver Schlag für die Beschäftigten, für die Region und für den Industriestandort insgesamt», erklärt Volker Hasbargen, Präsident der IHK Karlsruhe.

 

Industrieller Stellenabbau mit Folgen

Die Schließung des Neff-Werks in Bretten steht exemplarisch für den jüngsten Stellenabbau der Industrie in der Region. Die IHK unterstreicht, dass der Verlust industrieller Arbeitsplätze weit über die betroffenen Betriebe hinauswirkt. Jeder Arbeitsplatz in der Industrie schafft zusätzliche Beschäftigung in nachgelagerten Wertschöpfungsketten und bei unternehmensnahen Dienstleistungen.

Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen stärken

Mit einem Anteil des Produzierenden Gewerbes von rund 40 Prozent an der Bruttowertschöpfung (2023) ist Baden-Württemberg weiterhin das industriewirtschaftliche Kernland Deutschlands. «Diese Zahl unterstreicht die enorme Bedeutung der Industrie für die Zukunftsfähigkeit des Standorts und damit die Grundlagen unserer Gesellschaft», betont Hasbargen. «Was wir jetzt brauchen, sind schnelle Entscheidungen, um die Rahmenbedingungen für die industrielle Produktion zu verbessern, von wettbewerbsfähigen Energiepreisen über weniger Bürokratie bis hin zu einer besseren Infrastruktur und Digitalisierung.»

Hinweise auf diese Handlungsfelder lieferte jüngst die Standortumfrage der IHK Karlsruhe, die verdeutlicht, dass viele Unternehmen zunehmend unter hohen Kosten, überbordender Regulierung sowie Infrastrukturmängeln leiden.

Industrie braucht Luft zum Atmen

«Die Industrie ist das Herzstück unseres Wirtschaftsstandorts. Sie prägt Beschäftigung, Wertschöpfung und Innovation im Land», so Hasbargen. Er betont: «Ich befürchte, der Fall Neff wird nicht der Einzige bleiben. Die Zeichen stehen extrem schlecht – da gibt es keine Diskussionen mehr. Jetzt geht es darum, der Industrie wieder Luft zum Atmen zu geben – durch weniger Bürokratie, mehr Tempo und klare industriepolitische Prioritätensetzung. Nur dann kann Baden-Württemberg auch in Zukunft stark bleiben. Die Wirtschaft ist bereit das Ihrige zu tun, wird aber durch die Rahmenbedingungen in den Regen gestellt.»

Verflechtungen von Unternehmen und Marken

Neff-Haushaltsgeräte gehören zur BSH Hausgeräte GmbH. Diese Unternehmensgruppe, die auch die Marken Bosch und Siemens umfasst, hatte 1982 auch das Unternehmen Neff erworben.

Eigentümer: Zur BSH Hausgeräte GmbH gehört Neff seit 1982 Eigentümer der BSH: BSH wiederum gehört seit 2015 zur Robert Bosch GmbH. Brands der BSH Hausgeräte GmbH: Zu den Marken die BSH Hausgeräte GmbH vermarktet gehören auch Produkte mit den Produktnamen Bosch, Siemens und Neff.




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