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HEUTE GENAU VOR EINEM JAHR: Bewegte Margret Mergen – "Ich bin gewillt, diese Prüfung anzunehmen" – goodnews4-VIDEO-Interview mit der Baden-Badener Oberbürgermeisterin

Baden-Baden, 17.09.2020, Bericht: Redaktion Was war heute vor einem Jahr? Die Schnelligkeit mit der das Leben vergeht ist eine Erfahrung, die man gleich nach den Kindertagen macht. «Ach ja, das schon wieder ein ganzes Jahr her», werden Sie vielleicht sagen, wenn Sie diesen Bericht lesen, den wir vor genau einem Jahr als Aufmacher veröffentlicht haben. Viel Spaß bei dieser ganz kleinen Zeitreise.



Bewegte Margret Mergen − "Ich bin gewillt, diese Prüfung anzunehmen" − goodnews4-VIDEO-Interview mit der Baden-Badener Oberbürgermeisterin

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit OB Margret Mergen

Baden-Baden, 17.09.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch «Meine Hauptsorge gilt meinem Mann, der unverändert in einer kritischen Situation auf der Intensivstation behandelt wird», sagte die Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret Mergen gestern im goodnews4-VIDEO-Interview. Es war ihr erster Arbeitstag nach dem schweren Motorradunfall am 21. August, am Ende einer Urlaubsreise, die sie durch Österreich, Slowenien, Norditalien und Bayern geführt hatte. goodnews4.de berichtete.

Gestern teilte Margret Mergen im Rathaus auch mit, dass die Ärzte in Freiburg um den Erhalt des Beines ihres Mannes kämpfen.

«Und meine ganzes Hoffen und Beten, auch in den letzten Wochen, gilt, ihn zu kräftigen, damit er diese schwierige und auch schwere Verletzung auch überwindet», erklärte die sehr bewegte, manchmal den Tränen nahe Rathaus-Chefin. Sie fahre einmal täglich nach Freiburg − mal morgens, mal abends − und werde deshalb bei einigen Terminen noch von dem Ersten Bürgermeister Alexander Uhlig, Bürgermeister Roland Kaiser oder den Oberbürgermeisterstellvertretern vertreten. Die Unfallverursacherin habe ihr Blumen geschickt und Genesungswünsche und habe sich entschuldigt. Im goodnews4-VIDEO-Interview kamen Margret Mergen auf die Frage von Nadja Milke, ob das Unglück den Blick auf das Leben verändert habe, kämpfte Margret Mergen mit den Tränen: «Es ist ein eine Prüfung und ich bin gewillt, diese Prüfung anzunehmen.»


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden:

goodnews4: Frau Oberbürgermeisterin, es kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das Leben ändert sich mit einem Schicksalsschlag. Am 21. August sind Sie mit Ihrem Mann mit dem Motorrad verunglückt. Was sind denn für Sie die unmittelbaren Folgen nach dem Unfall, der nun gut drei Wochen zurückliegt?

Margret Mergen: Gut, meine Hauptsorge gilt meinem Mann, der seitdem unverändert in einer kritischen Situation auf der Intensivstation behandelt wird, und meine ganzes Hoffen und Beten, auch in den letzten Wochen, gilt, ihn zu kräftigen, damit er diese schwierige und auch schwere Verletzung auch überwindet. Ich selber bin glimpflich davongekommen, ich hatte wirklich einen Schutzengel und das macht mich auch stark, weil das hätte bei mir auch anders sein können und das macht mich stark und gibt mir jetzt auch die Kraft, sowohl jetzt wieder hier im Rathaus zu arbeiten als auch mich einmal täglich dann um meinen Mann zu kümmern.

goodnews4: Es sind zwei Seiten. Die körperlichen und die seelischen Folgen. Was von beidem beeinträchtigt Sie im Augenblick mehr?

Margret Mergen: Die körperlichen Folgen für mich sind harmlos. Ich habe nur Prellungen und die werden jetzt auch von Tag zu Tag weniger. Es ist tatsächlich die Sorge. Die Sorge um den liebsten Menschen und zu hoffen, dass die Medizin und auch er selber so kräftig sind, dass er, egal wie es weitergeht, möglichst bald wieder so hergestellt wird, dass er dann auch zu mir wieder nach Baden-Baden kommen kann.

goodnews4: Glauben Sie, dass der Unfall und die Folgen Ihren Blick auf das Leben vielleicht auch verändert hat?

Margret Mergen: Sicher. Ich glaube jeder, jede Familie kennt Schicksalsschläge und ich bin wirklich in tiefer Dankbarkeit und Demut, was andere Menschen schon an Schicksalsschlägen verkraften mussten und auch andere haben das geschafft. Und deswegen, es ist ein bisschen eine Prüfung und ich bin gewillt, diese Prüfung anzunehmen und ich glaube, es macht einen einfach stärker. Stärker für das, was dann noch kommen mag und auch mit Gottes gutem Segen.

goodnews4: Sie haben auch viel Rückendeckung erhalten aus dem Rathaus, aus Baden-Baden. Macht das die Situation vielleicht nicht leichter, aber es beruhigt doch, dass man sich zumindest da keine Sorgen zu machen braucht?

Margret Mergen: Ja, ich bin wirklich ausgesprochen dankbar. Sowohl die Mannschaft hier im Rathaus mit meinen beiden Bürgermeistern Alexander Uhlig und Roland Kaiser, aber auch die ganze Mannschaft haben gleich gesagt, sie stehen an meiner Seite, sie nehmen mir die Arbeit ab, haben mir den Rücken freigehalten, haben in den letzten drei Wochen das wirklich ganz toll hinbekommen. Und das hilft natürlich, dass man sagt, ich muss mir nicht jetzt auch noch Sorgen machen um irgendeinen Vorgang, der vielleicht nicht bearbeitet wird. Was mich aber wirklich ganz beeindruckt hat, ist diese unglaubliche Rückmeldung aus der Bevölkerung und die guten Wünsche und wirklich liebevolle Begegnung und das ist ein ganz wunderbares Geschenk und das trägt und ich bin richtig stolz auf unsere Baden-Badenerinnen und Baden-Badener über diese wunderbare Anteilnahme.

goodnews4: Eine letzte Frage noch: Sehen Sie die Gefahren des Motorradfahrens jetzt vielleicht anders als vor dem Unglück? Sie haben den Unfall ja nicht verschuldet, aber sind trotzdem so schwer getroffen worden.

Margret Mergen: Dass Motorradfahren schwierigere Unfälle haben kann als Autofahren, weiß jeder, denn man hat eben nicht den Schutz, das war ja bei uns auch der Fall. Ich bin mit meinem Mann 29 Jahre unfallfrei gefahren, mehr als 200.000 Kilometer und mein Mann ist wirklich ein guter und sehr, sehr umsichtiger Fahrer, aber das ist wie überall im Leben, es passieren manchmal Unachtsamkeiten, wenige Sekunden, wo vielleicht auch jemand anderes nicht drauf aufpasst und da ist man als Motorradfahrer, als Radfahrer, auch als Fußgänger stärker gefährdet als wenn man in einem geschützten Auto sitzt. Aber das gehört zum Leben dazu und deswegen jetzt den Kopf in den Sand stecken und sagen: «Ich gehe nicht mehr aus dem Haus», wäre mit Sicherheit nicht die richtige Reaktion.

goodnews4: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen im Namen der ganzen Redaktion und vor allem auch Ihrem Mann alles Gute.

Margret Mergen: Ganz herzlichen Dank dafür.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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