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Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Mit ihrem Theater hat uns die CDU-Fraktion in Baden-Baden völlig ratlos zurückgelassen“ – „Nichts von konkreten Messwerten gehört“

Baden-Baden, 12.02.2019, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Maren Zens Stellung zu dem goodnews4-Bericht MIT-Vorsitzende Anemone Bippes heftig in der Mangel − Alle CDU-Stadträte von Ansgar Gernsbeck bis Oliver Weiss lesen Parteikollegin die Leviten − Nüchterne Stellungnahme von Bürgermeister Roland Kaiser.

Mit ihrem Theater um den grünen Bürgermeister hat uns die CDU-Fraktion im Gemeinderat Baden-Baden völlig ratlos zurückgelassen. Und noch immer wissen wir nicht, weshalb ausgerechnet am Ebertplatz eine Messstation steht. Relevant scheint der Standort nicht zu sein, oder doch? Teil der Mauschelei ist es, dass wir noch immer nichts von den konkreten Messwerten gehört haben. Was war geschehen?

Frau Bippes, MIT-Vorsitzende, äußerte sich im Blick auf drohende Fahrverbote und Schadstoffmessungen in der Luft in Richtung der Grünen, stellte kritische Fragen. Dafür erntete sie heftige Kritik aus der Gruppe der CDU-Ratsmitglieder. Warum nur? Aber wenden wir uns dem Sonnenkind der CDU-Stadträte zu. Ich will verstehen, weshalb sich CDU und auch die SPD mit großem Einsatz vor Roland Kaiser geworfen haben. Sie haben ihn verteidigt, als wäre er eine Ikone aus den eigenen Reihen. Wer also ist der Herr Roland Kaiser mit dem Namensvetter aus der Schlagerbranche?

Ein Blick in seinen Lebenslauf, den er auf der Webseite des Rathauses zur Lektüre bereitgestellt hat, macht deutlich, dass es sich bei Kaiser um einen Stuttgarter Schwaben, Zivildienstleistenden und Studienabbrecher im Fach Maschinenbau handelt. An der Fachhochschule in Freiburg hat er sich dann erfolgreich zum Sozialarbeiter ausbilden lassen. Dass ein Sozialarbeiter nun als Bürgermeister u.a. zuständig ist für Recht und Ordnung − geschenkt und tut nichts zur Sache. Was mir auffällt − und da wird dann auch ein Schuh draus − Herr Kaiser wäre von seinem Werdegang her eigentlich ein typischer Sozialdemokrat, kein Grüner. Wenn es denn den «typischen» Sozialdemokraten überhaupt noch gibt. Kaiser soll ja auch noch nicht Mitglied der Grünen gewesen sein, als er von Frau Böhlen & Co. als Bürgermeisterkandidat der Grünen ins Rennen geschickt wurde.

Stutzig hat mich gemacht, als Roland Kaiser fast allergisch reagierte, als man ihm den Kampf gegen das Auto vorgeworfen hat. Jeder andere Grüne hätte sich in Anbetracht dieser «Anschuldigung» geehrt gefühlt. Große Zustimmung und starker Applaus der Anhängerschaft wäre sicher gewesen. Doch Herr Kaiser verhielt sich beleidigt und suchte Schutz am Rockzipfel von OB Mergen, die ihn wie eine treusorgende Mutter engagiert verteidigte und den armen Buben zusammen mit den CDU-Stadträten wieder aufrichtete.

Und dann die SPD Fraktion, die sich kurz vor ihrem finalen Untergang noch einmal zu Wort meldete, um ihrem Kaiser laut blökend die Stange zu halten. Hochstuhl war das von der alten, sterbenskranken Tante SPD − nomen est omen. So ergibt sich nach und nach ein Bild. Puzzlestück für Puzzlestück. Ich bin mir sicher − und das ist meine Meinung − dass Herr Kaiser ein in der Wolle rot gefärbter Sozialdemokrat ist, den man schnell grün angemalt hat, damit es für die Bürgermeister-Kandidatur perfekt passt. Schließlich hatten die Grünen als zweitstärkste Kraft im Gemeinderat das Vorschlagsrecht. Und so war die breite Mehrheit perfekt. Die SPD kann sehr gut mit ihm leben. Vorgänger Geggus war ja auch Sozialarbeiter, bevor er Bürgermeister wurde. So einfach kann Kommunalpolitik sein, wenn alle unter der Decke stecken. Warum sich aber die CDU-Fraktion im Gemeinderat geschlossen hinter den «grün-roten» Kaiser gestellt hat, bleibt bislang Verborgenen. Gibt es einen Deal? Wird die Staatsanwaltschaft die letzten Puzzlestücke liefern?

Maren Zens
Baden-Baden


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