Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Solange da nichts kommt, sollte sich Herr Bohnert mit der Beurteilung anderer zurückhalten“
Baden-Baden, 17.10.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Julian Beck Stellung zu den goodnews4-Berichten Baden-Badener SPD/Die Linke-Fraktion lässt nicht locker – Kritik an AfD-Landtagsabgeordneten Joachim Kuhs und AfD-Personalie Jirka Buder – SPD-Stadtrat Sven Bohnert bezweifelt Willen zur Transparenz – «Stellungnahme von Alexander Arpaschi ist keine Aufklärung».
Es ist für mich, und ich glaube auch für sehr viele Baden-Badener Mitbürger, schwer erträglich, um nicht zu sagen ermüdend, wie sich Stadtrat Sven Bohnert , SPD öffentlich produziert. Er spielt sich als moralische Instanz auf, als Gewissen der Stadt und lässt in seinen diversen öffentlichen Verlautbarungen gerne durchblicken, dass nur er Bescheid weiß bzw., dass nur er weiß, was richtig und zulässig ist und wie andere sich zu verhalten haben und vor allem, wie bescheiden er selbst ist. Ich habe fast schon den Eindruck gewonnen, dass er für die Arbeit im Gemeinderat lieber gar kein Geld bekommen würde.
Nun dann, schauen wir uns mal an, wer Sven Bohnert wirklich ist und was er so tut:
1) Nachdem er die SPD-Fraktion gesprengt hatte und die bisherige Fraktionsvorsitzende Ulrike Mitzel zu den Freien Wählern wechselte, wurde er selbst Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat, und wie durch Zauberhand haben sich seine Bezüge verdoppelt.
2) Seine Rechtsanwaltskanzlei nennt sich hochtrabend «Rechtsmanufaktur», als ob ein Rechtsanwalt mit den Händen arbeiten würde wie ein Handwerker. Im Sinne seiner Mandanten hoffe ich, dass er bei der Ausübung seines Berufs auch sein Hirn benutzt. Im Allgemeinen firmieren Anwälte als «Kanzlei». Im Impressum seines Internetauftritts ist dann von «Rechtsmanufaktur» auch keine Rede mehr. Hier firmiert er als «Fachanwaltskanzlei» bzw. «Einzelanwaltskanzlei». Ob die Bezeichnung «Rechtsmanufaktur», mit der sein Internetauftritt ganz oben überschrieben ist, mit dem anwaltlichen Standesrecht vereinbar ist, wird er hoffentlich geklärt haben…Bescheidenheit sieht für mich anders aus.
3) Im Jahr 2021 versuchte Herr Bohnert, der gerne anderen Stadträten ihre Bezüge für ihre Mandate in Bundes- und Landtag vorhält, selbst einen gut bezahlten Posten zu erringen: er wollte Oberbürgermeister der Stadt Pfullingen werden. Hätte er die Wahl gewonnen, dann wäre die Situation heute folgende: Herr Bohnert würde wohl von der öffenlichen Hand mit ca. 11.000 Euro im Monat entlohnt werden und er wäre nicht Stadtrat in Baden-Baden. Ob er 11.000 Euro wert ist, weiß ich nicht, aber wenn ich ihn in Baden-Baden nicht mehr ertragen müsste, würde ich mich freuen. Aber so viel Glück haben wir in Baden-Baden nicht, denn die Pfullinger waren so schlau, ihn nicht mal in die Stichwahl kommen zu lassen.
4) Warum will ein erfolgreicher Anwalt in die Politik? Lief die «Rechtsmanufaktur» nicht so gut? Der Verdienst eines OBs scheint für Herrn Bohnert sehr attraktiv zu sein. Ich hatte mich schon gewundert, dass Bohnert nicht zur OB-Wahl in Baden-Baden angetreten ist. Aber wahrscheinlich hatte er Angst, sogar hinter dem AfD-Kandidaten zu landen … Sein Nebeneinkommen hat sich nun ja nach dem Austritt von zwei Stadträten aus der SPD-Gemeinderatsfraktion schon schlagartig verdoppelt.
5) Kommen wir zu den hohen moralischen Ansprüchen des Herrn Bohnert: nach dem Austritt von zwei Stadträten aus der SPD-Gemeinderatsfraktion zählte die Fraktion nur noch drei Mitglieder und war damit kleiner als die der AfD. Dies schien für Bohnert schwer erträglich und das Problem wurde umgehend behoben, indem die verbliebenen SPD-Stadträte gemeinsam mit Linke-Stadträtin Beate Schneider die Fraktion «SPD/Die Linke» gründeten. Nachdem inzwischen bekannt wurde, was für Antisemiten, Terrorunterstützer und Clan-Kriminellenfreunde die Linke in Ihren Reihen duldet, hätte ich von Herrn Bohnert erwartet, dass er seine Fraktionskollegin Schneider öffentlich auffordert, sich von ihrer Partei zu distanzieren und das unsägliche Schauspiel in Berlin zu verurteilen. Bisher ist da noch nichts gekommen. Und solange da nichts kommt, sollte sich Herr Bohnert mit der Beurteilung anderer besser zurückhalten.
Alles in Allem glaube ich, dass die Zeit der SPD im Gemeinderat von Baden-Baden zu Ende geht. Und Sven Bohnert ist ihr Totengräber.
Julian Beck
Baden-Baden
Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.
«Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de
Die Leserbriefseite «Meine Meinung» bieten ein Meinungs- und Diskussionsforum, für das es auch einiger «Spielregeln» bedarf. Diese Regeln, die zum Teil vom Presserecht und sonstigen Rechtsvorschriften vorgegeben sind, sollten diesen Maßgaben folgen. Leserbriefe geben die Meinung der Leser wieder, nicht die der Redaktion.
1. Der Verfasser eines Leserbriefes ist für diesen juristisch verantwortlich. Allerdings liegt bei goodnews4.de die publizistische und presserechtliche Verantwortung.
2. Ein Leserbrief darf scharfe Wertungen, Überspitzungen und deftige Kritik im Rahmen des öffentlichen Meinungsstreits enthalten. Beiträge, die Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen, Verleumdungen, persönliche Diffamierungen, drastisch überzogene Kritik an Personen enthalten oder das Andenken Verstorbener verunglimpfen, werden nicht veröffentlicht. Das gilt auch für Beiträge, die so genannte Schmähkritik enthalten. In diesem Zusammenhang: Gute Argumente überzeugen am besten. goodnews4.de veröffentlicht jeden Leserbrief, der diese Voraussetzungen erfüllt.
3. Leserbriefe sollten sich mit aktuellen Angelegenheiten von öffentlichem Interesse beschäftigen. Private Auseinandersetzungen werden aus redaktionellen, juristischen und presserechtlichen Gründen nicht veröffentlicht.
4. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Bei Pseudonymen muss die tatsächliche Identität des Verfassers bei goodnews4.de bekannt sein. Bei der Veröffentlichung eines Beitrags werden Vor-, Nachname und Wohnort genannt.
5. Beiträge von politischen Mandats- und Funktionsträgern, Vertretern von Organisationen, Verbänden, Institutionen und ähnlichen sind auf dieser Seite nicht vorgesehen, es sei denn sie antworten auf einen Leserbrief. Die genannten Vertreter haben andere Möglichkeiten, ihr Anliegen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen – zum Beispiel im redaktionellen Teil durch Pressemeldungen u.a.
6. Titelvorschläge (Überschriften) nehmen wir gerne entgegen, grundsätzlich entscheidet über die Titelsetzung aber die Redaktion.
7. Leserbriefe sollten elektronisch als E-Mail übermittelt werden und müssen die vollständige Adresse des Einsenders enthalten. Darüber hinaus benötigen wir eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen.
8. Der Einsender sollte erwähnen, worauf sich sein Beitrag bezieht. Sollte er sich auf einen goodnews4-Artikel beziehen, bitte mitteilen, wann dieser erschienen ist.
9. Für die Länge von Leserbriefen hat unsere Redaktion ein Limit von 2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen gesetzt.
Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.







