Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Am Freitag wieder Bus-Streik in Baden-Baden – Streiks in sechs Bundesländern – Gleichzeitig Globaler Klimastreik von Fridays for Future

Am Freitag wieder Bus-Streik in Baden-Baden – Streiks in sechs Bundesländern – Gleichzeitig Globaler Klimastreik von Fridays for Future
Am Freitag soll auch der ÖPNV in Baden-Baden wieder bestreikt werden. Foto: Archiv

Baden-Baden, 28.02.2023, 14:55 Uhr, Bericht: Redaktion Für den 3. März 2023 rufen die Gewerkschaft ver.di als und Fridays for Future zu Streikaktionen auf. ver.di ruft für die Beschäftigten in sechs Bundesländern zu Warnstreiks in kommunalen Betrieben des öffentlichen Personennahverkehrs, ÖPNV, auf, auch in Baden-Baden.

Neben Baden-Baden sind in Baden-Württemberg auch Stuttgart, Freiburg, Mannheim, Heilbronn, Ulm, Esslingen und Konstanz von den Streiks betroffen. Dies teilte ver.di heute Nachmittag mit.

«Die Arbeitsbedingungen im ÖPNV sind schon jetzt so unattraktiv, dass es unmöglich wird, die dringend benötigten neuen Fahrerinnen und Fahrer zu gewinnen. Es ist rätselhaft, dass die Arbeitgeber nicht begreifen, was eine weitere Reallohnkürzung von weit über zehn Prozent für gravierende Folgen hätte. Ohne Fahrerinnen und Fahrer gibt es keinen attraktiven ÖPNV und damit keine nachhaltige Mobilitätswende in der Zukunft», wird Jan Bleckert, bei ver.di Baden-Württemberg für den Nahverkehr zuständig, in der Mittielung der Gewerkschaft zitiert.

Die vom Streik betroffenen Länder sind neben Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

 

Gleichzeitig ruft Fridays for Future am Freitag zur Teilnahme am globalen Klimastreik auf. Deutschlandweit soll an über 150 Orten für eine Verkehrswende demonstriert werden. Auch in Bühl ist eine Demonstration von Fridays for Future geplant. Sie soll um 15 Uhr auf dem Marktplatz beginnen. Zum einen werde es eine Kundgebung mit Redebeiträgen, Livemusik-Einlage, ein offenes Mikro und einen Demozug geben, teilt Fridays for Future Bühl mit.

ver.di und Fridays for Future wollen nach eigenen Angaben den gemeinsamen Aktionstag nutzen, um auf die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs im Kampf gegen die Klimakrise aufmerksam zu machen. Fridays for Future fordert die Bundesregierung auf, sich an die Klimaziele des Pariser Abkommens zu halten und dazu insbesondere im Verkehrssektor eine rasche Senkung der Emissionen umzusetzen. Dafür sollen die massiven Investitionen in neue Autobahnprojekte beendet und in emissionsarme Mobilität umgelenkt werden.

«Wir brauchen einen gut ausgebauten und gut funktionierenden ÖPNV», betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle: «Die Menschen haben ein Recht auf Zugang zu klimafreundlicher, komfortabler Mobilität, die bezahlbar sein muss.» Im ländlichen Raum gebe es zu wenig Verkehrsanbindungen, in den Ballungszentren hingegen übervolle Busse und Bahnen. Es gebe zu wenig Personal – aufgrund eines Sparkurses seien in den letzten 20 Jahren ein Fünftel der Beschäftigten abgebaut worden, während gleichzeitig die Verkehrsleistung stetig gestiegen sei. Bis 2030 würden 110.000 Beschäftigte fehlen. Schon jetzt fielen viele Verbindungen aufgrund des bestehenden Personalmangels aus. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Es sei unumgänglich, dass der ÖPNV nachhaltig unter Beteiligung der Länder und des Bundes finanziert werde.


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