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Vertrag läuft Ende Juli 2022 aus

Baden-Baden verliert Doppelspitze der Philharmonie – Pavel Baleff nur noch bis 2022 an Bord – Arndt Joosten ein Jahr später in Ruhestand

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Pavel Baleff und OB Margret Mergen

Baden-Baden, 30.11.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Für Baden-Baden ist die Philharmonie nicht nur ein Klangkörper. In den letzten zwölf Jahren führte Chefdirigent Pavel Baleff seine 38 Musiker als Botschafter für Baden-Baden um die halbe Welt. Nun verliert die Stadt Baden-Baden gleich ihre Doppelspitze der Philharmonie.

Chefdirigent Pavel Baleff wird das Orchester Ende Juli 2022 verlassen. Auch Orchestermanager Arndt Joosten wird ein Jahr später nicht mehr die wirtschaftlichen Geschicke der Philharmonie leiten. Er wird 2023 in seinen Ruhestand verabschiedet. Pavel Baleff will jedoch fünfmal im Jahr als Gast-Dirigent zurückkehren. Im goodnews4-Video-Interview erläuterte Pavel Baleff seine Entscheidung, die Philharmonie Baden-Baden zu verlassen.

«Ich habe tatsächlich alle Ziele erreicht und alles, was ich mir vorgenommen habe, haben wir Dank der großen Unterstützer, die wir in Baden-Baden haben, auch erreicht und damit bin ich sehr zufrieden mit der Situation und da habe ich mich entschieden, wo es am schönsten ist, sollte man sich neue Herausforderungen suchen», erläutert Pavel Baleff die Gründe für seine Entscheidung.

Für Oberbürgermeisterin Margret Mergen gilt es nun, gleich die Doppelspitze der Philharmonie neu zu besetzen. Die Stelle soll ausgeschrieben werden: «Wir wollen nach wie vor ein Duo, wie das jetzt auch in den vergangenen Jahren der Fall war. Auf der einen Seite die künstlerische Leitung, Dirigent, und auf der anderen Seite ein Manager oder Managerin, der sich dann mehr um die Organisation der Tourneen kümmert und natürlich auch die Preisgestaltung für die Eintrittsgelder für die Auftritte und auch die entsprechenden Verträge mit Musikern und so weiter abschließt», so OB Mergen. Eine Findungskommission soll sich wie vor 13 Jahren um die Bewerber kümmern. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen dann für Probe-Dirigate eingeladen werden.«Sie sollen einfach mal mit dem Orchester, mit der Philharmonie proben und zeigen, was sie können, und dann werden wir im Gemeinderat am Ende des Tages entscheiden», erläuterte die Oberbürgermeisterin das geplante Vorgehen.

Die Baden-Badener Philharmonie ist das ständige Orchester der Stadt Baden-Baden und wurde offiziell 1854 gegründet. Musiziert hat die Philharmonie in zahlreichen Ländern wie China, Dubai, Qatar, Ukraine, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien und in der Schweiz. Insgesamt hat die Philharmonie in anderhalb Jahrhunderten um die 60.000 Konzerte gegeben. Für Baden-Baden ist die Philharmonie keine unwesentliche wirtschaftliche Herausforderung. Das Land Baden-Württemberg übernimmt Teile der Zuwendungen im Zusammenhang mit den BKV-Verträgen. Mehr zur Philharmonie: philharmonie.baden-baden.de


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden:

goodnews4: Frau Oberbürgermeisterin, ich glaube man kann mit Sicherheit sagen, dass kaum ein Dirigent der Baden-Badener Philharmonie unsere Philharmonie so sehr geprägt und zur Weiterentwicklung geführt hat, wie Pavel Baleff. Wie schwer fällt es Ihnen denn, ihn gehen zu lassen?

Margret Mergen: Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Ein lachendes Auge, weil mit Pavel Baleff in den letzten bisher 13 Jahren die Philharmonie zu einem wunderbaren Botschafter der Kultur für Baden-Baden geworden ist. Sowohl für uns, die Bürgerinnen und Bürger, bei den tollen Konzerten – denken Sie an die Philharmonische Parknacht, denken Sie an die Rosenkonzerte, an die Konzerte im Schloss Neuweier, aber auch natürlich unsere Abo-Konzerte, das Rendezvous Classique – alles Formate, die uns einfach unglaublich gut gefallen. Und die Philharmonie ist weltweit unterwegs auf allen großen Bühnen der Welt und wirbt für Baden-Baden als tolle Kulturstadt. Deswegen das lachende Auge. Das weinende Auge: ich verstehe sehr gut, dass ein Künstler wie Pavel Baleff, der jetzt so langsam auf die 50 zugehen wird, sagt, man soll gehen, wenn es am schönsten ist und nochmal etwas Neues für sich selber erobern. Und deswegen kann ich nur sagen, freuen wir uns auf die nächsten zweieinhalb Jahre, die Pavel Baleff immer noch hier bei uns sein wird und das Orchester dirigieren wird, freuen wir uns auf tolle Konzerte, wie sie auch jetzt über Weihnachten und Neujahr stattfinden werden, und genießen wir die Zeit. Und wir nutzen jetzt die Zeit, uns auf die Suche nach einer Nachfolge zu begeben. Das brauch relativ lange, das wissen wir, und deswegen werden wir dann im Frühjahr damit anfangen.

goodnews4: Dazu gleich nochmal. Haben Sie vorher vielleicht kurz noch die wichtigsten Zahlen und Daten zur Philharmonie gerade parat? Also wie große ist denn der Klangkörper und was für ein Budget benötigt so ein Orchester und was kostet es die öffentliche Hand?

Margret Mergen: Das Budget weiß ich jetzt leider gerade nicht. Die Philharmonie hatte, als Pavel Baleff begann, 34 Musiker, dann wurde es schon mal aufgestockt um zwei Musiker unter meinem Vorgänger Wolfgang Gerstner und wir haben jetzt mit dem Gemeinderat vereinbart, auch für die Zukunft zwei weitere feste Stellen zu schaffen, sodass die Philharmonie jetzt 38 Musiker umfasst. Was wichtig war, auch in den letzten Monaten, die Besoldungskategorie raufzusetzen von der sogenannten D-Kategorie in die B-Kategorie. Das ist ein Zeichen für die Qualität eines Orchesters, je höher es kategorisiert wird, umso besser und das ist natürlich ganz, ganz wichtig für Engagements und Aufträge in Deutschland und weltweit, weil die Auftraggeber schauen nach der Kategorie eines Orchesters.

goodnews4: Das Orchester steht also gut da, das macht vielleicht auch die Suche nach einem Nachfolger etwas leichter – wie wird das denn jetzt vonstattengehen?

Margret Mergen: Wir werden die Stelle ausschreiben. Wir wollen nach wie vor ein Duo, wie das jetzt auch in den vergangenen Jahren der Fall war. Auf der einen Seite die künstlerische Leitung, Dirigent, und auf der anderen Seite ein Manager oder Managerin, der sich dann mehr um die Organisation der Tourneen kümmert, um natürlich auch die Preisgestaltung für die Eintrittsgelder für die Auftritte und auch die entsprechenden Verträge mit Musikern und so weiter abschließt. Das ist dann mehr so das Management und der künstlerische Leiter oder Leiterin soll sich natürlich ganz der Kunst widmen können. Also wir suchen dann am Ende des Tages wieder ein Duo und werden die Stelle ausschreiben, werden eine Findungskommission einrichten, wie das auch schon mal vor 13 Jahren der Fall war, werden dann diese Menschen einladen für Probe-Dirigate, sie sollen einfach mal mit dem Orchester, mit der Philharmonie proben und zeigen, was sie können, und dann werden wir im Gemeinderat am Ende des Tages entscheiden.

goodnews4: Vielen Dank, Frau Oberbürgermeisterin.

Margret Mergen: Vielen Dank, Frau Milke.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Pavel Baleff, Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden:

goodnews4: Pavel Baleff, noch ist es etwas zu früh für das ganz große, ausführliche Resümee, denn Sie bleiben ja noch bis Mitte 2022 der Philharmonie Baden-Baden erhalten. Was war denn der Auslöser für Ihre Entscheidung? Haben Sie alle Ziele erreicht hier in Baden-Baden?

Pavel Baleff: Ich habe tatsächlich alle Ziele erreicht und alles, was ich mir vorgenommen habe, haben wir Dank der großen Unterstützer, die wir in Baden-Baden haben, auch erreicht und damit bin ich sehr zufrieden mit der Situation und da habe ich mich entschieden, wo es am schönsten ist, sollte man sich neue Herausforderungen suchen.

goodnews4: Was sind denn die wichtigsten Ziele, die Sie erreicht haben?

Pavel Baleff: An erster Stelle die B-Kategorie für das Orchester dank der Unterstützung von der Stadtspitze und alles, was ich gesagt habe, und dann kamen natürlich die vier Planstellen für das Orchester, die uns sehr, sehr stärken und wir damit natürlich sehr spielfähig und entwicklungsfähig sind. Dazu kamen natürlich die Abonnentenzahlen, die nach oben gegangen sind, und das macht mich zufrieden.

goodnews4: Was gibt es jetzt noch für große Ereignisse bis 2022?

Pavel Baleff: Das Gewonnene, das Erreichte zu etablieren, zu erhalten und auch zu bestätigen, dass das kein Geschenk für uns war, sondern dass wir das auch mit unserer Arbeit verdienen und weiter in dieser Art und Weise pflegen und entwickeln werden.

goodnews4: Wie viele Konzerte gibt denn die Philharmonie pro Jahr und wo überall, denn Sie sind ja nicht nur in Baden-Baden zu sehen und zu hören?

Pavel Baleff: 100, 110 Konzerte kommen auf jeden Fall und die sind nicht nur in Baden-Baden, wie Sie sagen, wir waren in Deutschland in dieser Spielzeit zweimal in der Alten Oper Frankfurt, zum Beispiel, wir werden in Japan sechs Konzerte haben, mit einer Japan-Tournee gastieren, dann sind wir in der Schweiz mehrere Male, in Zürich und Luzern, wir sind in Frankreich in dieser Spielzeit wieder – also international, national und regional.

goodnews4: Wissen Sie denn schon, ob Sie Baden-Baden als Einwohner erhalten bleiben werden nach Ihrer Zeit bei der Philharmonie?

Pavel Baleff: Das weiß ich noch nicht, aber es könnte auch so sein. Wir mögen die Stadt Baden-Baden natürlich sehr und es wäre auf jeden fall schön, wenn wir hier bleiben könnten.

goodnews4: Konkrete Pläne haben Sie also noch nicht für Ihre Zeit nach Ihrem Engagement bei der Philharmonie in Baden-Baden?

Pavel Baleff: Nein noch nicht, also da ist noch eine Zeit, wo sich etwas entwickeln kann, zweieinhalb Jahre sind eine Zeit, wo vieles passieren kann – werden wir schauen.

goodnews4: Vielen Dank, Pavel Baleff.

Pavel Baleff: Gerne, danke.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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