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Noch keine Entscheidung über Christkindelsmarkt 2020

Christkindelsmarkt in Baden-Baden ohne Alkoholverbot – OB Mergen: "Hatte nicht den Eindruck, dass wir in Baden-Baden Gelage gehabt hätten mit Ausschreitungen" – "Durchaus Glühwein und Alkohol"

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Margret Mergen

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
07.10.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Endgültig wollte sich Oberbürgermeisterin Margret Mergen im goodnews4-VIDEO-Interview noch nicht festlegen. Doch der von Brigitte Goertz-Meissner im Kurgarten eingeführte Christkindelsmarkt könnte nach Lage der Dinge wohl stattfinden.

«Ich hoffe sehr, wir bekommen ein gutes, gemeinsames Konzept hin für einen schönen Weihnachtsmarkt in Baden-Baden», stellte Margret Mergen die Weihnachtsmarktampel eher auf grün, nachdem die Landesregierung entschieden hatte, dass Städte und Gemeinden die Entscheidungen selbst treffen sollen. Für den Baden-Badener Christkindelsmarkt, der in den letzten Jahren tausende selbst internationale Gäste anlockte und so sogar viele Hotelbetten aktivierte, dürfte ein schlüssiges Hygienekonzept eine große Herausforderung sein.

Ein Besucher-Limit für den Kurpark könnte zu langen Warteschlangen vor dem Kurpark führen. Diese und andere Fragen nach Lösungen muss die Stadtverwaltung noch beantworten, das weiß auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen, die diese politische Verantwortung nicht der städtischen Tochtergesellschaft Baden-Baden Events GmbH überlassen kann. «Es geht um die Zahl der Besucher, es geht um die Lenkung der Besucher, es geht um die Hygiene auf dem Markt, es geht um die Frage Abstände der Gäste untereinander, es geht auch um die Frage: Wie machen wir frühzeitig schon bekannt, wenn der Markt voll ist, damit die Leute sich nicht vor den Eingängen stauen?», kennt OB Mergen zwar diese Fragen, aber noch keinen Antworten.

Zur umstrittenen Frage nach dem Alkoholausschank und der damit verbundenen, in Corona-Zeiten unkalkulierbaren Feierlaune zeigt sich Margret Mergen weniger puristisch als etwa der Ministerpräsident und ist eher zu einem Risiko bereit: «Ich hatte nicht den Eindruck in den letzten Jahren, dass wir in Baden-Baden große Gelage gehabt hätten mit Ausschreitungen in Folge von Alkohol, deswegen könnte ich mir gut vorstellen, dass es bei uns durchaus Glühwein und auch Alkohol gibt.»

Im goodnews4-VIDEO-Interview geht OB Mergen auch auf Details der Verhandlungen über die BKV-Verträge ein und berichtete, dass es sich «tatsächlich» um «harte Verhandlungen» gehandelt habe. Mehr zu den BKV-Verträgen und dem Tourismus-Konzept für Baden-Baden: Nora Waggershauser zum neuen Baden-Badener Tourismus-Konzept − «Also das Konzept ist in dem Sinne nicht neu».


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden:

goodnews4: Frau Oberbürgermeisterin, vor seiner ersten Wahl hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann im goodnews4-Interview die Fortsetzung der Zahlungen aus den BKV-Verträgen infrage gestellt. Waren denn die BKV-Verhandlungen doch reine Formsache oder waren die Zahlungen ernsthaft in Gefahr?

Margret Mergen: Also es waren tatsächlich harte Verhandlungen, die wir in den vergangenen Jahren führen mussten. In erster Linie mit dem Finanzministerium, was ja von der grünen Ministerin Sitzmann geführt wird, und ich denke, sie hatte auch einen sehr kurzen Draht zum Ministerpräsidenten. Ich habe natürlich auch jede Gelegenheit genutzt, den Ministerpräsidenten selber auf die besonderen Qualitäten der Stadt Baden-Baden immer wieder hinzuweisen und er hat immer schmunzelnd gesagt: «Ja, Baden-Baden ist die Bel Étage des Landes.» Und ich habe ihm gesagt: «Ja, und eine Bel Ètage möchte auch künftig diesen Nimbus haben und diese Strahlkraft und dazu brauchen wir das Land.» Und ich glaube, über die vielen Gespräche und auch Argumente, Daten, Fakten ist es dann gelungen, das Land doch wieder zu überzeugen, auch unter der Leitung des grünen Ministerpräsidenten, zu sagen: «Ja, die BKV-Verträge sind ein Erfolgsmodell seit 1995, seit der Reform der BKV, und eine gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land und diese weiterzufahren, ist aller Mühen wert.»

goodnews4: Alle klassischen Tourismus-Hotspots gehören ja eigentlich dem Land – also das Casino, das Kurhaus, die Bäder – und werden von Baden-Baden ja auch automatisch beworben. Rechtfertigt das allein nicht schon die Landesmittel?

Margret Mergen: Das ist sicherlich eine wichtige Argumentation zu sagen, das Land hat hier viele «Aktien» in der Stadt aus der gemeinsamen Historie, aus der langjährigen, guten Historie und das Thermalwasser ist ja im Eigentum des Landes und deswegen auch die beiden Thermen Caracalla und Friedrichsbad. Aber das Hauptargument ist tatsächlich, dass Baden-Baden eine Strahlkraft hat für den Bereich der Touristen, der internationalen Touristen mit über einer Million Übernachtungen im Jahr und damit haben wir natürlich jenseits der reinen Immobilien eine aktive Strahlkraft, die auch Baden-Württemberg gut zu Gesicht steht.

goodnews4: Zum Schluss noch eine Frage mit Blick auf die Weihnachtszeit. Das Land hat entschieden, den Kommunen die Entscheidung zu überlassen, ob man einen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Ist denn für Baden-Baden die Entscheidung schon gefallen?

Margret Mergen: Wir sind im engen Dialog, sowohl die Baden-Baden Events, die das Ganze ja immer ausrichtet, als auch unser Amt für Öffentliche Ordnung, die natürlich darauf achten müssen und schauen müssen, ob wir Corona-gerecht einen Weihnachtsmarkt anbieten können. Die Gespräche laufen noch, die Abstimmung läuft. Das ist sehr komplex, es geht um die Zahl der Besucher, es geht um die Lenkung der Besucher, es geht um die Hygiene auf dem Markt, es geht um die Frage Abstände der Gäste untereinander, es geht auch um die Frage: Wie machen wir frühzeitig schon bekannt, wenn der Markt voll ist, damit die Leute sich nicht vor den Eingängen stauen? All das muss überlegt sein und das ist in der Abstimmung, aber ich hoffe sehr wir bekommen ein gutes, gemeinsames Konzept hin und einen schönen Weihnachtsmarkt hier in Baden-Baden.

goodnews4: Wann wird die Entscheidung fallen, fallen müssen, denn die Planung muss ja auch umgesetzt werden?

Margret Mergen: Ich hoffe, in den nächsten Tagen, denn die Marktbeschicker müssen ja auch disponieren, müssen ja auch Waren einkaufen, müssen sich vorbereiten, wollen wissen, ob das jetzt nun klappt oder nicht – ich hoffe, in den nächsten Tagen.

goodnews4: Und spielt auch die Frage alkoholfreier Glühwein oder Glühwein mit Alkohol eine Rolle?

Margret Mergen: Ja, man liest ja, dass einige Städte ja ohne Alkohol einen Weihnachtsmarkt machen, andere sagen mit Alkohol. Ich glaube, das ist immer abhängig von der jeweiligen Stadt und ich hatte nicht den Eindruck in den letzten Jahren, dass wir in Baden-Baden große Gelage gehabt hätten mit Ausschreitungen in Folge von Alkohol, deswegen könnte ich mir gut vorstellen, dass es bei uns durchaus Glühwein und auch Alkohol gibt.

goodnews4: Ich bedanke mich für das Interview.

Margret Mergen: Vielen Dank, Frau Milke.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Margret Mergen


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