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Kehrtwende im Rathaus Baden-Baden – Stadtrat Sven Bohnert: „Ich kann das grob bestätigen“ – Einfache Baden-Badener sollen im Erbprinzen übernachten und im Aston Martin durch die Lichtentaler Allee fahren

Kehrtwende im Rathaus Baden-Baden – Stadtrat Sven Bohnert: „Ich kann das grob bestätigen“ – Einfache Baden-Badener sollen im Erbprinzen übernachten und im Aston Martin durch die Lichtentaler Allee fahren
Der Baden-Badener SPD-Stadtrat Sven Bohnert im goodnews4-VIDEO-Interview.

Baden-Baden, 01.04.2026, 00:00 Uhr, Bericht: Redaktion Es ist eine regelrechte Kehrtwende im Baden-Badener Rathaus. Mit einem «Baden-Baden-Motivationsprogramm» sollen nun auch die einfachen Bürger kostenlos den Erbprinzen in Ettlingen kennenlernen und kostenlos mit einem Aston Martin durch die Lichtentaler Allee fahren dürfen. Am Steuer sollen wahlweise die beliebten Politiker Ansgar Gernsbeck, Kai Whittaker oder Klaus Bloedt-Werner die dankbaren Bürger chauffieren.

Stadtrat Sven Bohnert bestätigt im goodnews4-VIDEO-Interview mit Christian Frietsch, dass Aston Martin schon signalisiert habe, «dass sie durchaus bereit wären, da ein gewisses Sponsoring zu betreiben». Der SPD-Stadtrat, der immer wieder aus der Reihe tanzt, habe zuletzt sogar Diskussionen zwischen den befreundeten Parteien im Gemeinderat gefordert. Für diesen Tabubruch wurde er letzte Woche sogar zu einem Gespräch ins Disziplinaramt im Rathaus einbestellt. Auch mit seinen völlig veralteten Werten, wie «Soziale Gerechtigkeit», ginge er den anderen Fraktionen auf die Nerven, erfuhr goodnews4.de aus Rathauskreisen.

 

In Sachen «Baden-Baden-Motivationsprogramm» allerdings ziehen nun aber alle Fraktionen, auch Sven Bohnert, an einem Strang. Die selbstlose Baden-Badener «good-good life»-Gruppe war sehr verärgert über die «Neiddebatte» wegen der Gehaltserhöhungen für chronisch unterbezahlte Tourismus- und Klinik-Führungskräfte. Nun aber will man sich dennoch großzügig den notorisch meckernden Bürgern zuwenden und einiges «zurückgeben», was hier und da seinen Weg aus der Stadtkasse fand. Stadtrat Sven Bohnert bestätigt die große Spendenbereitschaft, denn nur auf diesem Weg ließe sich das «Baden-Baden-Motivationsprogramm» finanzieren. Noch in der kommenden Woche soll das «Baden-Baden-Motivations-Programm» öffentlich vorgestellt werden.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Sven Bohnert, SPD-Stadtrat im Gemeinderat Baden-Baden:

goodnews4: Sven Bohnert, Sie kommen gerade aus einer nicht-öffentlichen oder öffentlichen Sitzung, das weiß ich nicht ganz genau. Es geht um eine Sache, die bisher vertraulich ist, nämlich um ein «Baden-Baden-Motivationsprogramm», so nennt sich das Ganze und die Bürger sollen jetzt auch mitgenommen werden. Also nicht nur Gehaltserhöhungen für stadtnahe Mitarbeiter, sondern es soll ein Projekt geben mit Preisen für die Bürger. Es sollen Preise verlost werden, es soll eine positive Stimmung in die Stadt kommen. Und zu den Preisen hat man jetzt heftig diskutiert, was könnte man den Bürgern denn zukommen lassen. Erster Preis für 100 Bürger, habe ich in einer vertraulichen Akte gelesen, ein Luxuswochenende im Wert von 1.500 Euro pro Bürger zusammen mit Kai Wittaker. Eine weitere Idee, ein Weinabend mit Klaus Bloedt-Werner und Ansgar Gernsbeck in Neuweier. Oder eine Stadtrundfahrt mit den schönen Autos, die wir da im Hintergrund haben von Wackenhut. Was können Sie denn sagen, ist es alles vertraulich oder können Sie was ausplaudern?

Sven Bohnert: Na ja, also wie Sie schon sagten, war es natürlich eine nicht-öffentliche Sitzung, insofern bin ich da so ein bisschen gehemmt, etwas daraus zu berichten, aber in der Tat, es ging darum, dass man einen gewissen Motivationsaspekt für die Bürger schafft, der letztlich natürlich auch wieder identitätsstiftend für die Stadt ist. Ja, also ich kann grob bestätigen die Eckpunkte der Preise, ich kann Ihnen das natürlich im Detail nicht bestätigen, man diskutiert sicherlich noch, was die schönen Fahrzeuge angeht, ob vielleicht da politisch korrekt nur der Elektroantrieb angesagt wäre oder ob man mit dem Verbrenner dann doch noch arbeiten kann, aber das ist alles noch im Fluss, Herr Frietsch.

goodnews4: Ja, es gab angeblich auch Diskussionen darum, wie Sie eben gerade sagen, Herr Bohnert, dass es dann auch passen muss. Man war ja gewohnt, dass manche mit dem Porsche durch die Stadt fahren, das ist ein tolles Auto, aber wenn jetzt ein Politiker mit einem Aston Martin durch die Stadt fährt… Gab es denn schon Hinweise, dass die Spendenbereitschaft groß ist seitens der Unternehmen Aston Martin oder des Erbprinzen? Gab es da schon Hinweise oder muss die Stadt in die Stadtkasse greifen?

Sven Bohnert: Nein, also sicherlich gibt es Gespräche und Aston Martin hat schon signalisiert, dass sie durchaus bereit wären, da ein gewisses Sponsoring zu betreiben, aufgrund des Altersdurchschnitts in der Stadt brauchen wir aber ein Modell, das mindestens mal eine Sitzheizung hat und da klemmt es momentan noch ein bisschen.

goodnews4: Also von Ihnen ist überliefert, dass Sie sich nicht bereitstellen wollen, in so einem Auto einen Baden-Badener Bürger durch die Lichtentaler Allee zu kutschieren, haben Sie da irgendwelche Berührungsängste als Partei der sozialen Gerechtigkeit – was der SPD ein bisschen abhandenkommt, aber Sie sind der letzte aufrechte SPD-Mann?

Sven Bohnert: Naja, ich bin halt natürlich mehr so die Leiterwagenfraktion, Sie kennen es ja vom 1. Mai, das ist mir auch lieber, weil da kriege ich mindestens zwei Bierkästen rein, das ist beim Aston Martin halt nicht mehr möglich, deswegen Leiterwagen ist angesagter, finde ich.

goodnews4: Es gab dann wohl einen Eklat, der bis vor die Türen drang, dass Sie dann auch ein bisschen abfällig sich geäußert hatten zu der Idee, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende und auch der CDU-Kreisvorsitzende die Bürger in den Erbgrenzen begleiten soll und Sie sprachen davon, mit dem Herrn Gernsbeck und mit dem Herrn Whittaker gemeinsam im Hotel, das sei kein erster Preis, es sei eine Höchststrafe. Wollen Sie sich dafür entschuldigen für diese Aussage?

Sven Bohnert: Ne, also dafür brauche ich mich eigentlich nicht entschuldigen. Die Herren haben mir das dann aber erklärt, das ist im Prinzip noch so ein Bonuswochenende von der Klausurtagung des Gemeinderates, das heißt, wenn man das jetzt verfallen lassen würde, wäre es natürlich auch nicht so toll, deswegen bin ich da mittlerweile durchaus dafür, dass wir den Erbprinz noch mal ansteuern, weil es kostet ja nichts.

goodnews4: Ja, Sven Bohnert, dann gibt es wohl in der Frage viel Einigkeit im Gemeinderat und die Bürger dürfen sich freuen mit gemeinsamen Abenden, Weinrunden in Neuweier, aber auch im Erbprinzen in Ettlingen und vielleicht überlegen Sie es noch, dass Sie dann doch als Personal Guide mit irgendeinem Bürger durch Baden-Baden mit dem Aston Martin fahren?

Sven Bohnert: Ja, schauen wir mal, aber wie gesagt, Aston Martin ist nicht so mein Fahrzeug, also ich würde dann einfach den Ein-PS-Leiterwagen nehmen und dann haut das schon hin.

goodnews4: Also dann hoffen wir, dass aus dem großen Projekt «Baden-Baden-Motivationsprogramm» für die Bürger etwas wird – wenn die Lage auch nicht ganz so rosig ist, wichtig ist, dass die Stimmung gut ist, Sven Bohnert.

Sven Bohnert: Die Stimmung ist immer gut.

Das Interview führte Christian Frietsch für goodnews4.de.




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