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Wohnbauprojekt "Am Tannenhof"

Komplikationen auf ehemaligem SWR-Grundstück – Fels bei Bauarbeiten entdeckt – Epple-Sprecher mit Verständnis für "Empörung der Anwohner"

Komplikationen auf ehemaligem SWR-Grundstück – Fels bei Bauarbeiten entdeckt – Epple-Sprecher mit Verständnis für "Empörung der Anwohner"
Bei den Aushubarbeiten für das Wohnbauprojekt „Am Tannenhof“ wurde ein großes Felsenstück entdeckt. Foto: Epple

Bild Nadja Milke Bericht von Nadja Milke
20.05.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Bei den Bauarbeiten auf dem ehemaligen SWR-Gelände kommt es angeblich zu unerwarteten Komplikationen. Nach Auskunft verschiedener Anwohner gegenüber goodnews4.de sollte es Anfang Juni zu Sprengungen kommen. Der Sprecher des Investors, die Firma Epple aus Heidelberg, dementierte gegenüber goodnews4.de, dass über bevorstehende Sprengungen schon eine Entscheidung gefallen sei*, räumte aber Komplikationen auf der Baustelle des größten Wohnbauprojektes der Geschichte der Baden-Badener Innenstadt ein. Dort sollen 380 Wohnungen im gehobenen Preissegment entstehen.

«Die Komplikationen sind doppelter Natur, es gibt kommunikative und technische Komplikationen», so Unternehmenssprecher Herbert Rabl auf goodnews4-Anfrage.

«In einer Ecke des ersten Baufelds» sei bei den Aushubarbeiten ein «großes Felsenstück» entdeckt worden, das von den Voruntersuchungen nicht erfasst worden sei, erklärt Herbert Rabl zu den technischen Komplikationen. Wie mit dem unerwarteten Felsenstück umgegangen werden soll, dazu laufe aktuell noch ein «Abstimmungsprozess». Wie es zu den «kommunikativen Komplikationen» kommen konnte, erklärt Herbert Rabl ebenfalls in seiner schriftlichen Antwort auf die goodnews4-Anfrage: «Kommunikativ hat einer unsere Partner ohne unser Wissen und auch ohne die Bauleitung zu informieren von sich aus am vergangenen Freitag (15. Mai) versucht, die Nachbarschaft am Tannenhof darüber zu informieren, dass Sprengungen geplant seien.» für die Empörung der Anwohner zeigt Der Epple-Sprecher Verständnis: «Dies haben Teile der Nachbarschaft zu Recht als Affront empfunden und hatten das berechtigte Gefühl, hier vor vollendete Tatsachen gesetzt zu werden.»

Bei dem Wohnbauprojekt «Am Tannenhof» auf dem vom SWR verkauften Gelände sollen 380 Wohnungen im höheren Preissegment entstehen. Zeitgleich wird derzeit auf dem benachbarten SWR-Areal das sogenannte SWR-Medienzentrum gebaut. Die Stadt Baden-Baden hatte keine Auflagen für einen Anteil preisgünstiger Wohnungen gefordert. So konnte das 35.000 Quadratmeter große Grundstück zu einem spekulativen Preis verkauft werden. Die Kosten der Modernisierung der SWR-Einrichtungen sollen durch die zweistellige Millioneneinkünfte aus dem Verkauf von ehemaligen SWR-Grundstücken ganz oder zum Teil gedeckt werden. Für die Heidelberger Baufirma bleibt so weniger Spielraum für preisgünstige Wohnungen.


Das schriftliche goodnews4-Interview mit Herbert Rabl, Unternehmenssprecher von Epple:

goodnews4: Können Sie Komplikationen auf der Baustelle «Am Tannenhof» bestätigen?

Herbert Rabl: Ja.

goodnews4: Können Sie bestätigen, dass Sprengmaßnahmen erfolgen werden?

Herbert Rabl: Nein.

goodnews4: Was sind die Gründe für die Komplikationen?

Herbert Rabl: Die Komplikationen sind doppelter Natur, es gibt kommunikativ und technisch Komplikationen, die ich Ihnen gerne auch in einem Video-Interview erläutere, wenn Sie mögen.

Kommunikativ hat einer unsere Partner ohne unser Wissen und auch ohne die Bauleitung zu informieren von sich aus am vergangenen Freitag (15. Mai) versucht, die Nachbarschaft am Tannenhof darüber zu informieren, dass Sprengungen geplant seien. Dies haben Teile der Nachbarschaft zu Recht als Affront empfunden und hatten das berechtigte Gefühl, hier vor vollendete Tatsachen gesetzt zu werden.

Technisch haben sich - für alle Beteiligten überraschend - die bisherigen Boden-Voruntersuchbungen des Baugrundes nicht in vollem Umfang bestätigt. In einer Ecke des ersten Baufelds wurde bei den Aushub-Arbeiten ein großes Felsenstück entdeckt, das von den Voruntersuchungen nicht erfasst war (siehe Foto). Nun entstand bei dem zuständigen Unternehmen eine interne Diskussion, wie mit diesem Felsen-Stück umzugehen sei. Man kam zu dem Schluss, dass ein mehrere Wochen dauerndes Zermeißeln des großen Felsen die schlechtere Alternative sei und präferiert eine Sprengung.

Nach Interventionen aus der Nachbarschaft und weil auch EPPLE diese Komplikation insgesamt als unglückliche Entwicklung empfindet, läuft derzeit ein Abstimmungsprozess mit uns als Bauherren, wie mit den Komplikationen insgesamt umgegangen werden soll. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Sobald belastbare Aussagen gemacht werden können, wird EPPLE - wie in der Vergangenheit auch - die Nachbarschaft informieren.


* Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Berichtes stand, dass Herbert Rabl «bevorstehende Sprengarbeiten» dementiert habe. Dies haben wir präzisiert.


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